28. September 2017 / 16:12 Uhr

Trainer-Knall beim FC Bayern: Die große Ancelotti-Fehler-Analyse

Trainer-Knall beim FC Bayern: Die große Ancelotti-Fehler-Analyse

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Carlo Ancelotti ist nicht länger Trainer des FC Bayern München. Doch warum wurde seine Amtszeit nicht zu einer Erfolgsgeschichte? Eine Analyse.
Carlo Ancelotti ist nicht länger Trainer des FC Bayern München. Doch warum wurde seine Amtszeit nicht zu einer Erfolgsgeschichte? Eine Analyse. © Imago
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Das Champions-League-Spiel in Paris war ein Prestigespiel, ein Duell neureich gegen altreich, und es wurde zu Bayerns Armutszeugnis. Nun wurde Carlo Ancelotti am Donnerstag entlassen. Hier lesen Sie die große SPORTBUZZER-Analyse, was unter dem Italiener alles falsch lief.

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Ein 0:3, bei dem Bayern noch gut bedient war. Es fühlte sich an, als seien die Münchner in der K.o.-Runde rausgeschossen worden, so bedrückt war das Klima im Pariser Nobelhotel. Das „Prestigespiel“, das „Duell neureich gegen altreich“, beides Rummenigge-Wortschöpfungen, wurde zu Bayerns Armutszeugnis. Nun wurde Carlo Ancelotti am Donnerstag entlassen.

Eine Analyse, was alles so kolossal schief lief:

Die Aufstellung

Ohne Weltmeister Mats Hummels in der Innenverteidigung, ohne die Flügelstürmer Arjen Robben und Franck Ribéry. Ancelotti wollte ein Zeichen setzen, zeigen, dass er die Macht über die Aufstellung hat. Er rotiert um des Rotierens Willen - ging beides nach hinten los. Ersagte: „Ich bedaure nichts, habe in jedem Spiel gute Spieler auf der Bank.“

Das fehlende System

In kürzester Zeit hat Ancelotti das Erbe von Pep Guardiola eingerissen. Nichts ist mehr zu sehen vom strategisch ausgereiften Ballbesitz-Dominanzfußball. „Ich kann keinen Plan erkennen“, analysierte Ex-Bayern-Kapitän und ZDF-Experte Oliver Kahn, „beim 1:0 und 3:0 siehst du deutlich, dass keine Idee vorhanden ist.“

Hier lesen: Kommentar zum Ancelotti-Aus

Der Zoff mit Ribéry

Auf den Franzosen bei seinem wohl letzten großen Spiel in der Heimat ganz zu verzichten, ist sportlich nachvollziehbar, aber zwischenmenschlich und atmosphärisch gesehen fragwürdig. Ribéry, der sich schon letzte Saison über zu viele Auswechslungen und beklagte, schmollte, wollte am Donnerstag nichts sagen, außer: „Darüber muss ich erst nachdenken.“

Hier klicken: Alle Trainer-Entwicklungen im SPORTBUZZER-Newsblog

Der Krach mit den Führungsspielern

Nun hat es sich Ancelotti auch mit Arjen Robben und Mats Hummels, die beide zu ihrer Bank-Verbannung nichts sagen wollten, verscherzt. Auch das Verhältnis mit Jérôme Boateng, angeblich wegen seines Reha-Plans auf der Tribüne, soll seit längerem schwer belastet sein. Der Trainer hat seine Führungsspieler verloren. Auch Thomas Müller, seit Neuers Verletzung Kapitän, saß oft auf der Bank, beklagte sich. Das kann nicht gut gehen.

Die möglichen Ancelotti-Nachfolger beim FC Bayern

Thomas Tuchel (44): Der heißeste Kandidat. Zum einen, weil er sofort verfügbar wäre. Mit seinem Ex-Klub Borussia Dortmund gibt es keinerlei Verpflichtungen oder Vereinbarungen mehr. Nach SPORTBUZZER-Infos hatte Tuchel zuletzt immer wieder Anfragen aus aller Welt: China, Russland, Italien, Spanien – vor allem aus England, wo er auch gerne arbeiten würde. Klar ist aber: Sollte Bayern ihm tatsächlich ein Angebot machen, wäre Tuchel bereit. In seiner Wahl-Heimat München besitzt er übrigens ein Haus, derzeit wohnt Tuchel noch in Dortmund. Zur Galerie
Thomas Tuchel (44): Der heißeste Kandidat. Zum einen, weil er sofort verfügbar wäre. Mit seinem Ex-Klub Borussia Dortmund gibt es keinerlei Verpflichtungen oder Vereinbarungen mehr. Nach SPORTBUZZER-Infos hatte Tuchel zuletzt immer wieder Anfragen aus aller Welt: China, Russland, Italien, Spanien – vor allem aus England, wo er auch gerne arbeiten würde. Klar ist aber: Sollte Bayern ihm tatsächlich ein Angebot machen, wäre Tuchel bereit. In seiner Wahl-Heimat München besitzt er übrigens ein Haus, derzeit wohnt Tuchel noch in Dortmund. ©

Der patzende Neuer-Ersatz

Sven Ulreich leitete durch seinen Fehler das 2:2 gegen Wolfsburg ein und sah auch in Paris vor allem beim zweiten Gegentor schlecht aus.
Ihm fehlt die Ausstrahlung einer Nummer eins auf europäischem Top-Niveau. Ulreich sagt selbst: „Ich habe gesagt, dass ich Manuel nicht einhundertprozentig ersetzen kann. Er ist der Welttorhüter.“ So macht sich die Nummer zwei ziemlich klein.