10. Februar 2022 / 10:25 Uhr

Trainer-Prügelei bei der Niederlage der Dresdner Eislöwen gegen Freiburg

Trainer-Prügelei bei der Niederlage der Dresdner Eislöwen gegen Freiburg

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Robert Hoffmann, Coach des EHC Freiburg (l.), geht auf seinen Trainerkollegen Andreas Brockmann von den Dresdner Eislöwen los.
Robert Hoffmann, Coach des EHC Freiburg (l.), geht auf seinen Trainerkollegen Andreas Brockmann von den Dresdner Eislöwen los. © Steffen Manig
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Es war eine denkwürdige Partie am Mittwochabend in der Joynext-Arena. Die Mannschaft der Dresdner Eislöwen verlor ihr Heimspiel gegen Freiburg mit 6:7 und der Gäste-Coach die Contenance.

Dresden. Dieses Spiel wird in die Eishockey-Annalen der Eislöwen und der DEL2 eingehen und das nicht wegen der knappen 6:7-Niederlage (2:2, 2:4, 2:1) der Dresdner gegen die Freiburger Wölfe. Vielmehr erlebten die 1191 Zuschauer einen Eklat, über den sicher noch lange gesprochen wird. Vier Minuten vor dem Ende einer hart und hitzig geführten Partie rastete Gäste-Trainer und Ex-Eislöwe Robert Hoffmann völlig aus, überwand die Plexiglasscheibe und bearbeitete den Dresdner Trainer Andreas Brockmann mit den Fäusten, der sich dem Vernehmen nach zuvor deutlich im Ton vergriffen haben soll.

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Dresdens Mannschaftsleiter Steven Rupprich ging dazwischen und versuchte beide zu trennen. Auch Arturs Kruminsch kam zu Hilfe. Der Stürmer sagte später: „Dass der Trainer rüberkommt, das habe ich noch nie erlebt. Ich wollte dazwischengehen, damit nicht noch mehr passiert.“ Dennoch erschienen beide Trainer anschließend zur Pressekonferenz und gaben ihre sportlichen Statements ab. Auf den Ausraster angesprochen, wollte sich Hoffmann nicht äußern: „Das brauchen wir jetzt nicht weiter erörtern. Das waren Emotionen und die gehören nun mal zum Eishockey dazu.“

Für die Dresdner war es nach acht Siegen in Folge die erste Niederlage, doch schon am Freitag geht´s nach Freiburg zum nächsten Duell der beiden Teams. Die Gastgeber mussten neben den schon bekannten Ausfällen auch noch auf den angeschlagenen Simon Karlsson verzichten und damit auf einen weiteren wichtigen Verteidiger. Zunächst startete die Partie ganz nach dem Geschmack der Gastgeber. Sie kamen schnell zum doppelten Überzahlspiel, zogen ihr Powerplay auf, doch erst als ein Freiburger zurück auf dem Eis war, klappte es mit dem Tor. Kapitän Jordan Knackstedt netzte zum 1:0 (3.) ein.

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Die Emotionen kochten

Nur zwei Minuten später konnte Tomas Andres auf 2:0 erhöhen. Machte das die Hausherren zu sicher? Die Gäste aus Freiburg kamen immer besser ins Spiel, erwiesen sich läuferisch absolut ebenbürtig und agierten mit aggressivem Forechecking. Und sie nutzten ihre Chancen konsequent. So besorgte David Makuzki schon vier Minuten darauf den 1:2-Anschluss und kurz darauf erzielte Scott Allen mit einem Schlagschuss von der blauen Linie das 2:2 (10.). Die Wölfe blieben am Drücker, aber ein Tor fiel bis zur Pause nicht mehr.

Aber gleich mit Beginn des Mitteldrittels schlugen die Breisgauer eiskalt zu. Nikolas Linsenmaier brachte die Gäste schon nach zwei Minuten mit 3:2 in Front. Nach einem Bullygewinn erhöhte Marvin Neher drei Minuten später auf 4:2, Calvin Pokorny baute den Vorsprung in Überzahl auf 5:2 (28.) aus, bevor erneut Linsenmaier auf 6:2 (31.) stellte. Aber die Blau-Weißen wehrten sich. Arturs Kruminsch nutzte ebenfalls ein Powerplay zum 3:6 (33.) und 15 Sekunden später spitzelte Vladislav Filin nach einem Schuss von Knackstedt die Scheibe zum 4:6 über die Linie.

Nun wurde die Partie immer hitziger. Im Schlussabschnitt kulminierte das Geschehen, die Emotionen kochten. Zunächst aber erwischte Nikolas Linsenmaier die Eislöwen mit seinem dritten Treffer zum 7:4 (41.) eiskalt. Doch die Eislöwen erarbeiteten sich Chancen. Doch Johan Porsberger scheiterte in der 50. Minute zunächst beim Penalty am Gestänge. Kapitän Jordan Knackstedt war es, der mit dem Treffer zum 5:7, der nach langem Videostudium bestätigt wurde, die Dresdner auf zwei Tore heranbrachte. Dann aber ging es auf und sogar neben dem Eis immer hitziger zu. Vier Minuten vor Schluss dann der oben beschriebene Ausraster auf der Trainerbank. Nach minutenlanger Unterbrechung ging es weiter. Scott Allen durfte mit Spieldauerdisziplinarstrafe schon duschen gehen und in Überzahl gelang Bruno Riedl noch der 6:7-Anschluss (57.). Dennoch reichte es nicht mehr zum Ausgleich.