04. Juli 2021 / 09:23 Uhr

Trainer Schmidt nach Dynamo Dresdens Sieg über Braunschweig: „Eine harte Nuss“

Trainer Schmidt nach Dynamo Dresdens Sieg über Braunschweig: „Eine harte Nuss“

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Nach einem Eckball kann Dynamos Neuzugang Michael Akoto (Mitte) das Durcheinander im Braunschweiger Strafraum nicht nutzen.
Nach einem Eckball kann Dynamos Neuzugang Michael Akoto (Mitte) das Durcheinander im Braunschweiger Strafraum nicht nutzen. © Stefan Schramm
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Beim 1:0-Testspielsieg von Dynamo Dresden über Braunschweig sah Chefcoach Alexander Schmidt sowohl Licht als auch Schatten. Ihm bereiten vor allem die Personalprobleme seiner Schwarz-Gelben einige Sorgen.

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Heilbad Heiligenstadt. Erst kurz vor Schluss stellte Pascal Sohm die Weichen auf Sieg: Er traf am Sonnabendnachmittag vor Hunderten Fans in Heilbad Heiligenstadt zum 1:0-Endstand für Dynamo Dresden gegen Eintracht Braunschweig. „Es war eine harte Nuss, ich musste viel coachen. Gerade in der zweiten Halbzeit wollten wir einfach nicht den Fehler machen, dass wir vorne draufjagen und Räume geben. Leider haben wir bei den Umschaltmomenten einfach nicht sauber genug die Dinge ausgespielt“, bilanzierte Dresdens Cheftrainer Alexander Schmidt nach dem einzigen Testspiel im Trainingslager.

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Dynamo muss Stellschrauben justieren

Ansonsten habe es sein Team aber gegen den Ball sehr gut gemacht und sich in der 86. Spielminute auch mit dem entscheidenden Tor belohnt. Schmidt setzt auf eine gewisse Flexibilität, die man sich bei den Meistern des Fußballfachs gut abschauen könne: „Man sieht es ja auch bei der EM: Mannschaften, die erst stehen und dann umschalten. Die Italiener haben Rhythmuswechsel drin. Sie gehen vorne drauf und wenn sie merken, dass sie wieder ein bisschen Luft rausnehmen müssen, stehen sie extrem kompakt. Wenn man das gut macht und diszipliniert verteidigt, ist es für den Gegner schwer“, ist der 52-Jährige überzeugt.

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Willkommen bei Dynamo Dresden: Neuzugang Brandon Burrello (rechts) und Ransford Königsdörffer beim Händeschütteln. Zur Galerie
Willkommen bei Dynamo Dresden: Neuzugang Brandon Burrello (rechts) und Ransford Königsdörffer beim Händeschütteln. © Stefan Schramm

Außenverteidiger Morris Schröter warnt allerdings: Wenn wir mutig spielen und alle zusammen denselben Plan verfolgen, kann das auch echt aufgehen. Sobald der Erste aber mal einen Schritt zu spät kommt, ist das eine Kettenreaktion, dann kommt der Nächste zwei Schritte und der Übernächste vielleicht sogar drei zu spät. Ich glaube, das wird dann in der Liga gnadenlos bestraft. Das sind die Stellschrauben, an denen man in den nächsten Wochen noch drehen muss.“

Vor allem aber gelte es, in der Vorbereitung weitere Verletzungen zu vermeiden. Acht Spieler fehlen im Trainingslager, die meisten davon wegen Muskelfaserrissen oder Reha-Maßnahmen. „Das ist im Hinblick auf den Saisonstart echt ein Problem, gerade bei der Anzahl. Es sollten jetzt tatsächlich nicht noch mehr werden“, sagt Schröter.

Sein Nebenmann in der Abwehrkette gegen die Braunschweiger, Neuzugang Michael Akoto, war gegen Ende der ersten Halbzeit angeschlagen und musste sofort runter vom Rasen des Gesundbrunnen-Stadions. „Eine Vorsichtsmaßnahme. Er hat mir zu verstehen gegeben, dass er weiterspielen kann, aber bei den jungen Burschen ist es eben oft so, dass sie überehrgeizig sind und es dann scheppert“, so Alexander Schmidt.

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Die beiden Stürmer Philipp Hosiner und Luka Stor kamen gar nicht erst zum Einsatz, trainierten aufgrund muskulärer Probleme individuell. „Wir gehen jetzt 0,00 Risiko“, machte der Chefcoach klar. Aus einem ähnlichen Grund durfte auch der erst am Vormittag neuverpflichtete Brandon Borrello nicht ran. „Er hätte schon spielen können, aber da sind wir wieder beim Punkt: „Wenn er jetzt einen Sprint macht und es ist irgendwas, heißt es: Seid ihr wahnsinnig, wie könnt ihr? Das will ich im Moment einfach vermeiden“, erklärt der Chefcoach.

Wieder dabei: Neuzugang Jong-Min Seo (rechts) hat eine Lebensmittelvergiftung überstanden und stand gegen Braunschweig in der Startelf.
Wieder dabei: Neuzugang Jong-Min Seo (rechts) hat eine Lebensmittelvergiftung überstanden und stand gegen Braunschweig in der Startelf. © Stefan Schramm

Derzeit sei es einfach verhext, zu den Verletzten gesellten sich auch noch zwei Erkrankte: Jong-min Seo sei in der Vorwoche mit Lebensmittelvergiftung sogar im Krankenhaus gewesen, konnte aber immerhin schon wieder spielen. Und Panagiotis Vlachodimos lag mit Magen-Darm-Grippe flach, steigt aber an diesem Sonntag ins Training ein. Im nächsten Testspiel am kommenden Sonnabend dürfte er dann wieder zur Verfügung stehen.