27. Oktober 2022 / 10:29 Uhr

Trainer Thomas Reis greift für Job bei Schalke 04 in eigene Tasche: "Gierig nach Erfolg und diesem Verein"

Trainer Thomas Reis greift für Job bei Schalke 04 in eigene Tasche: "Gierig nach Erfolg und diesem Verein"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Thomas Reis übernimmt bei Schalke 04 die Verantwortung als Trainer.
Thomas Reis übernimmt bei Schalke 04 die Verantwortung als Trainer. © dpa (Montage)
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Das Engagement von Thomas Reis bei Schalke 04 kommt unter ungewöhnlichen Umständen zu Stande. Um den Job zu übernehmen, unterstützt der Trainer seinen neuen Klub aus eigener Tasche. Bei seiner Vorstellung erklärt er die Hintergründe und blickt auf die anstehenden Aufgaben.

Thomas Reis und Schalke 04 konnten den offiziellen Beginn ihrer Zusammenarbeit offenbar kaum erwarten. Zu der für derartige Termine eher ungewöhnlich frühen Tageszeitung um 9.30 Uhr präsentierten die Gelsenkirchener den 49-Jährigen am Donnerstag als neuen Chefcoach. Es soll der Beginn von erfolgreicheren und ruhigeren Zeiten bei S04 werden. Unter Reis-Vorgänger Frank Kramer, der vor gut einer Woche gehen musste, war der Klub auf den letzten Tabellenplatz der Bundesliga gestürzt. Zu allem Überfluss erklärte Sportdirektor Rouven Schröder am Mittwoch auch noch überraschend seinen vorzeitigen Abgang - Reis schrecken diese Umstände nicht.

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"Ich bin froh, dass es nach turbulenten Tagen endlich geklappt hat", sagte der Coach, dessen Verpflichtung der SPORTBUZZER schon am Mittwochabend exklusiv vermeldet hatte. Er dürfe an "etwas Besonderen arbeiten", meinte er weiter und gab den Klassenerhalt als "großes Ziel" aus. Für die Unterschrift unter den Kontrakt bei den finanziell angeschlagenen Königsblauen war eine Einigung mit dem VfL Bochum nötig. Dort stand Reis nach seiner Beurlaubung nach dem sechsten Spieltag der laufenden Saison noch unter Vertrag. Über die Konditionen machten die Klubs keine Angaben, nach SPORTBUZZER-Informationen wird aber eine erfolgsabhängige Ablösezahlung von bis zu 500.000 Euro fällig. Schalkes Sportvorstand Peter Knäbel bestätigte, dass Reis einen Teil dieser Last selbst trage.

"Ich will nicht über Geld reden", meinte der Trainer bezüglich dieses ungewöhnlichen Vorgangs. Er habe sich mit Schalke ausgetauscht und die Möglichkeiten ausgelotet, damit er den Job in Gelsenkirchen übernehmen könne: "Ich habe versucht, da zu unterstützen - in welcher Form wird unter uns bleiben. Ich bin einfach froh, dass ich hier arbeiten darf und mithelfen kann, das Schiff in die richtige Richtung zu leiten. Das war mir einiges wert. Man wird ja schnell immer so hingestellt, dass man zu gierig ist. Ich bin einfach gierig nach Erfolg und diesem Verein. Ich will dazu beitragen, Schalke 04 aus dem Keller herauszuführen."

Knäbel, der kommissarisch die Aufgaben von Schröder übernehmen wird, berichtete zudem von einer zufälligen Urlaubsbegegnung mit dem neuen Trainer im Anschluss an die vergangene Saison. Man sei sich auf den Seychellen begegnet, berichtete Knäbel, ließ aber offen, ob es auf dem Archipel auch zu Gesprächen über eine mögliche künftige Zusammenarbeit gekommen ist. Reis sagte zu seiner nun anstehenden Aufgabe: "Es ist keine einfache Situation. Ich beschreibe sie mal als besondere Situation. Ich versuche, gewisse Werte vorzugeben: Da gehört Mut einfach dazu. Auch Mut zum Risiko. Aber ich finde, dass man das Risiko relativ gut einschätzen kann."

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Mit Blick auf die schwierige Lage ergänzte der Coach, der am kommenden Sonntag gegen den SC Freiburg erstmals auf der Bank sitzen wird: "Das macht die Situation ja auch interessant. Du hast ein tolles Stadion, Du hast ein tolles Publikum. Du hast einen tollen Verein." Er habe in seiner Zeit in Bochum bewiesen, dass er ins Ruhrgebiet passe: "Ich bin froh, dass ich diese Aufgabe übernehmen darf." Den VfL hatte er 2021 in die Bundesliga geführt und dort in der vergangenen Saison etabliert. In dieser Spielzeit gelang dann nicht mehr viel. In den ersten sechs Partien sprang kein Punktgewinn heraus.

Neuer Schalke-Trainer Reis: So gehe ich die Aufgabe an

"Bochum wird immer in meinem Herzen bleiben. Aber ich habe jetzt eine neue Aufgabe, für die ich brenne", erklärte Reis und richtete einen Appell an seine neue Mannschaft. Es liege an jedem Spieler selbst, seine Tauglichkeit für die Bundesliga zu beweisen. Man sei zwar "Schlusslicht der ersten Liga, aber wir haben es in der Hand, dafür zu sorgen, dass es besser wird." Reis weiter: "Man muss in die Köpfe kommen, Gier und Spaß entwickeln." Defensiv- und Zweikampfverhalten werden die ersten Schwerpunkte seiner Arbeit sein. Er werde versuchen, "der Mannschaft Stabilität zu geben".

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