05. November 2019 / 09:40 Uhr

Trainersuche: Vorfahrt für ein frisches Gesicht bei Hannover 96

Trainersuche: Vorfahrt für ein frisches Gesicht bei Hannover 96

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wer wird hier parken? Jan Schlaudraff (links) und Martin Kind sind auf der Suche.
Wer wird hier parken? Jan Schlaudraff (links) und Martin Kind sind auf der Suche. © Florian Petrow
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Die Trainersuche läuft bei Hannover 96. Jedoch spielen die bisher genannten Kandidaten keine Rolle mehr. 96-Profiboss Martin Kind will ein frisches Gesicht auf der Trainerbank - abseits der eingefahrenen Wege. Ein heißer Kandidat kommt aus der Schweiz.

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So eine Trainersuche produziert immer wieder skurrile Geschichten – wie die von Markus Anfang. Der zuletzt beim 1. FC Köln entlassene Trainer schaffte es titelzeilenträchtig in die „Bild“ mit seiner Absage an Hannover. 96 hatte ihn jedoch überhaupt nicht angefragt. Auf die Idee käme auch kein Verantwortlicher mehr nach Anfangs Auftritt beim letzten Trainercasting.

Anfang war vor der aktuellen Saison durchgefallen. Selbst der Ex-Sandhäuser Kenan Kocak sammelte dabei mehr Pluspunkte als Anfang. 96 entschied sich dann aber für den dritten Kandidaten – Mirko Slomka.

Entlassung von Trainer Mirko Slomka: So reagierten die 96-Fans

96-Fanmeinung zur Entlassung von Trainer Mirko Slomka Zur Galerie
96-Fanmeinung zur Entlassung von Trainer Mirko Slomka ©
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Ein spezielles 96-Problem

Es ist jetzt wieder die Zeit der Einflüsterer. Berater versuchen, ihre Klienten zu platzieren, und flöten Hymnen in die Ohren der 96-Entscheider – und manchmal auch in die der Medienmenschen – und wenn’s nur darum geht, dass der Name des Trainers mal wieder in der Zeitung steht.

Ein spezielles 96-Problem ist, dass sich bei Martin Kind nun wieder ganz viele Bekannte und Freundesfreunde melden, um ihren Favoriten zu befördern. Außerdem gibt’s dann auch noch Mitgesellschafter, die gehört werden wollen. Manchmal stimmt Kind sogar trotz eigener Bedenken diesen Vorschlägen am Ende zu, nur um Querverbindungen und Freundschaften nicht zu belasten.

Die Trainer von Hannover 96 mit den kürzesten Amtszeiten

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Hans Siemensmeyer (September 1988 bis März 1989): 183 Tage, 14 Spiele (0,93 Punkte im Schnitt) ©

Professioneller Notstand

Kind ist dieses Prozedere allerdings auch gewohnt. 96 bucht häufiger neue Trainer als der Normalbürger Urlaub. Thomas Doll hat mit Slomka gemeinsam, dass sie nur vier Monate im Amt blieben. Die personellen Fehlschüsse weisen auf das grundsätzliche Problem des Klubs hin – es mangelt an Fußballkompetenz auf der Entscheidungsebene. Den Versuch mit dem hochqualifierten Martin Andermatt, einem Aufsichtsrat, der auch beratend ins operative Geschäft eingreifen sollte, hat 96 abgebrochen.

Kind beklagte diesen professionellen Notstand oft genug, aber beseitigt worden ist er noch nicht. Mit Jan Schlaudraff hat 96 zudem einen jungen Sportchef, der gerade seine erste Stelle angetreten hat, jetzt aber die wichtigen Vorgespräche führt. Kind wird die Auswahl am Ende aber nicht allein Schlaudraff überlassen – dazu ist sie zu wichtig.

Es wird eine Schlüsselentscheidung: Kann 96 noch mal aufschließen zur Tabellenspitze? Der Aufstieg ist jedenfalls keineswegs abgehakt. „Unser Ziel ist es, mit dem neuen Trainer eine stabile Saison zu spielen und den Anschluss nach oben nicht komplett zu verlieren“, kündigte Schlaudraff an. Spätestens in der zweiwöchigen Länderspielpause, die nach der Partie am kommenden Sonntag in Heidenheim beginnt, soll Slomkas Nachfolger anfangen – wenn möglich aber vorher.

Bis dahin übernehmen die ehemaligen Assistenten Asif Saric und Lars Barlemann das Training und sollen auch im kommenden Auswärtsspiel in Heidenheim auf der Trainerbank sitzen.

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Alte Fahrensmänner spielen keine Rolle

Noch ist das Angebot groß, aber Vorentscheidungen scheinen bereits getroffen. 96 sucht ein frisches Gesicht, abseits der eingefahrenen Wege. Alte Fahrensmänner wie Thorsten Fink oder Markus Gisdol spielen da keine Rolle. Auch die Kategorie René van Eck, über den 96 nachgedacht hat, fällt dann raus. Der 53-Jährige war mal Trainer in Jena unter Sportchef Carsten Linke, dem Ex-96-Kapitän. Josef Zinnbauer, beim HSV und zuletzt in St. Gallen, stand auch auf der Liste.

Nach Informationen vom SPORTBUZZER und Schweizer Medien (blick.ch und nau.ch) ist Alex Frei ein heißer Kandidat für den Trainerposten bei Hannover 96.

Kind ist aber offensichtlich bereit zu einer mutigen Entscheidung, einem wenig bekannten Namen, etwa einem Jugendtrainer – allerdings nicht von 96. Es sei denn, Steven Cherundolo, bis 2018 Jugendcoach in der Eilenriede, bekäme eine Chance. Der Ex-Kapitän hat sich beworben, lernt aber zurzeit noch für die notwendige Lizenz.

96-Trainer seit dem Aufstieg 2002 - und ihr Punkteschnitt in der Bundesliga:

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Ralf Rangnick: 57 Spiele (18-13-26) - 67 Punkte (im Schnitt 1,18) ©
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