27. September 2020 / 15:59 Uhr

Kovac, Korkut – und jetzt Wagner: Das brachte der erste Trainerwechsel in den vergangenen Bundesliga-Saisons

Kovac, Korkut – und jetzt Wagner: Das brachte der erste Trainerwechsel in den vergangenen Bundesliga-Saisons

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Als erster Trainer der Bundesliga-Saison ist David Wagner entlassen worden – zuletzt hat das nicht immer zum Aufschwung geführt.
Als erster Trainer der Bundesliga-Saison ist David Wagner entlassen worden – zuletzt hat das nicht immer zum Aufschwung geführt. © Getty Images/imago images/Jan Huebner (Montage)
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Erst zwei Spieltage sind in der Bundesliga absolviert, und mit David Wagner von Schalke 04 ist schon der erste Trainer entlassen. Mit Achim Beierlorzer von Mainz 05 steht ein weiterer auf der Kippe. Der SPORTBUZZER analysiert: In den vergangenen fünf Jahren zündete der erste Trainerwechsel der Saison nur zweimal so richtig.

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Erst zwei Spieltage sind in der neuen Bundesliga-Saison absolviert – und schon ist der erste Trainer in der Bundesliga entlassen: Am Sonntag trennte sich der FC Schalke 04 einen Tag nach der 1:3-Niederlage gegen Werder Bremen von Coach David Wagner. Für Schlagzeilen bei den Königsblauen sorgte nicht nur die auf 18 Ligapartien angewachsene Serie von sieglosen Spielen, sondern auch die Spuck-Attacke von Verteidiger Ozan Kabak. Zugleich wackelt beim FSV Mainz 05 der Stuhl von Achim Beierlorzer nach einem Spielerstreik in der vergangenen Woche und der 1:4-Pleite gegen Aufsteiger VfB Stuttgart bedenklich. Die SPORTBUZZER-Analyse zeigt: In den vorangegangenen fünf Spielzeiten brachte die erste Trainerentlassung der Saison nur zweimal wirklich Erfolg, in einem Fall mündete sie gar in den Abstieg.

Saison 2019/2020: Hansi Flick für Niko Kovac (FC Bayern München)

Kaum zu glauben, aber in der vergangenen Saison war der FC Bayern tatsächlich der erste Klub, der seinem Coach den Stuhl vor die Tür setzte. Nach einer bis dahin wechselhaften Spielzeit war eine 1:5-Klatsche bei Eintracht Frankfurt zu viel für die Bayern-Bosse – sie entließen Niko Kovac. Dessen Co-Trainer Hansi Flick wurde erst Interims- und später Cheftrainer mit einem Vertrag bis 2023. Der Wechsel zahlte sich für den Rekordmeister aus: Flick stabilisierte das Team und gewann das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League. Jüngst baute er seine Titelsammlung mit dem Gewinn des UEFA-Supercup gegen den FC Sevilla gar zum Quadrupel aus.

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Saison 2018/2019: Andreas Hinkel/Markus Weinzierl für Tayfun Korkut (VfB Stuttgart)

Der Trainerwechsel, der nach hinten los ging: Am 7. Oktober 2018 trennte sich der VfB Stuttgart in Anschluss an eine 1:3-Niederlage bei Hannover 96 von Tayfun Korkut und ernannte den Ex-Profi Andreas Hinkel zum Interimstrainer. Zwei Tage später wurde Markus Weinzierl, der in der Bundesliga zuvor bereits den FC Augsburg und Schalke 04 gecoacht hatte, neuer VfB-Cheftrainer. Weinzierl blieb bei den Schwaben aber glücklos. Am 20. April 2019, also noch in der gleichen Saison, war für ihn in Stuttgart auf Platz 16 liegend schon wieder Schluss. Der vorherige U19-Trainer Nico Willig löste Weinzierl ab, vermochte den Abstieg aber auch nicht zu verhindern. In der Relegation scheiterte der VfB an Union Berlin (2:2, 0:0), das damit erstmals in die höchste deutsche Spielklasse aufstieg.

Saison 2017/2018: Martin Schmidt für Andries Jonker (VfL Wolfsburg)

Es war ein relativ kurzes Vergnügen für den Niederländer Andries Jonker auf der Bank des VfL Wolfsburg. Nach 203 Tagen als Chef bei den Niedersachsen und vier Zählern aus vier Partien war seine Zeit am 18. September 2017 abgelaufen. Der frühere Mainzer Martin Schmidt übernahm, aber auch er erlebte das Saisonende bei den Wölfen nicht im Amt. Nach nur 154 Tagen trat Schmidt am 19. Februar 2019 zurück – und übergab das Team auf dem Tabellenplatz, auf dem er es auch übernommen hatte: auf Rang 14. Es kam Bruno Labbadia, der Wolfsburg erst in der Relegation gegen das damalige Zweitliga-Überraschungsteam Holstein Kiel vor dem Absturz in die 2. Bundesliga bewahrte (3:1, 1:0) und ein Jahr später in die Europa League führte.

Saison 2016/17: Alexander Nouri für Viktor Skripnik (Werder Bremen)

Werder Bremen ist eigentlich bekannt dafür, besonders lange an seinen Trainern festzuhalten: Sowohl Otto Rehhagel als auch Thomas Schaaf hatten jeweils 14 Jahre lang das Sagen an der Weser, und auch der aktuelle Amtsinhaber Florian Kohfeldt musste 2019/2020 trotz akuter Abstiegsgefahr nicht gehen. Im Spätsommer 2016 sah das für Kohfeldts Vor-Vorgänger anders aus: Die Hanseaten trennten sich am 18. September als Tabellenletzter nach knapp zwei Jahren von Viktor Skripnik und inthronisierten den damaligen U23-Coach Alexander Nouri zunächst als Interims-, dann als Cheftrainer. Zwar gelang es Nouri, die Elf aus der Abstiegszone herauszuführen, doch zu großen Sprünge reichte es nicht. Am Saisonende war Bremen Elfter.

Saison 2015/2016: André Schubert für Lucien Favre (Borussia Mönchengladbach)

Nach knapp viereinhalb Jahren als Trainer von Borussia Mönchengladbach zog Lucien Favre am 20. September 2015 selbst einen Schlussstrich unter seine Ägide am Niederrhein - und überraschte damit die Klub-Bosse. Favre hatte das Team als Abstiegskandidat übernommen und zu einem Champions-League-Teilnehmer geformt – und war nach einem missglückten Saisonstart und Platz 18 doch mit seinem Latein am Ende. Sein Nachfolger wurde Andre Schubert, der zuvor die Zweitligisten SC Paderborn und FC St. Pauli trainiert hatte. Schubert schlug ein – und brachte die Mannschaft am Ende der Spielzeit auf Champions-League-Rang vier.