28. Juli 2020 / 19:20 Uhr

Training im "Blindflug": Wolfsburgs Fußballerinnen sind zurück auf dem Platz

Training im "Blindflug": Wolfsburgs Fußballerinnen sind zurück auf dem Platz

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Es geht wieder los: Trainingsauftakt VfL Wolfsburg am Elsterweg
Es geht wieder los: Trainingsauftakt VfL Wolfsburg am Elsterweg © Britta Schulze
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Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben das Training wieder aufgenommen - nach kurzer Pause. Am 21. August steht bereits das erste wichtige Spiel an - in der Champions League gegen Glasgow.

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Es geht schon wieder los - am Dienstagmittag starteten die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg knapp drei Wochen nach dem Sieg im DFB-Pokalendspiel gegen die SGS Essen mit der Vorbereitung auf die neue Saison. Dabei ist die alte Saison eigentlich noch gar nicht beendet, denn vom 21. bis 30. August wird die Endrunde der Champions League in Bilbao und in San Sebastian ausgespielt. Der VfL bestreitet sein Viertelfinal-Spiel gegen Glasgow City FC am 21. August (18 Uhr).

Trainer Stephan Lerch und sein Trainerteam stellt das vor eine große Aufgabe. "Wir hatten nur drei Wochen Pause und haben nun auch nur dreieinhalb Wochen Vorbereitung auf die Königsklasse. Das ist eine große Herausforderung, denn wir haben kaum Zeit, die neuen Spielerinnen zu integrieren und dass aus der Mannschaft wieder eine Einheit wird." Mit Lena Oberdorf, Kathrin Hendrich, Katarzyna Kiedrzynek und Pauline Bremer traten gleich vier Neuverpflichtungen am Elsterweg an, Torfrau Julia Kassen rückte zudem aus dem eigenen Nachwuchs in den Profikader. Eine weitere Offensivakteurin soll noch kommen.

Trainingsstart der VfL-Frauen - Die Bilder

VfL-Neuzugang Lena Oberdorf (M.). Zur Galerie
VfL-Neuzugang Lena Oberdorf (M.). © Britta Schulze

Punkt 15 Uhr begrüßte Lerch seine Mannschaft auf dem Trainingsplatz am Elsterweg, alle Spielerinnen sind fit und konnten mitmachen. "Mit dem Fitnesszustand der Mannschaft bin ich zufrieden. Es ist ja nicht so, dass die Spielerinnen in den drei Wochen nur die Füße hochgelegt haben, wir haben also nicht so viel verloren", so Lerch, der aber auch mahnt: "Die Gefahr ist, dass man in ein Loch fällt, weil der Körper jetzt keine lange Pause hatte, so wie man es sonst gewohnt ist."

Die nächsten Wochen beschreibt der 35-Jährige als eine Art "Blindflug", denn "dieses stufenweise, langsame Ansteigen in den Trainingseinheiten ist nicht möglich. Wir müssen vieles in Spielformen reinpacken, da wir die taktischen Dinge nicht ins kleinste Detail zerlegen können. Wir haben den Schwerpunkt, viel mit Ball zu agieren, damit die Abläufe einstudiert werden." Man sei gut vorbereitet, aber "die Wahrheit liegt auf dem Platz - und das werden wir dann sehen wenn wir in Spanien sind."

In Bildern: Die Transfers der Frauen-Bundesliga 2020/2.

Auch in der Corona-Krise treiben die Vereine der Frauenfußball-Bundesliga ihre Personalplanungen für die neue Saison voran. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Transfers zusammen. Zur Galerie
Auch in der Corona-Krise treiben die Vereine der Frauenfußball-Bundesliga ihre Personalplanungen für die neue Saison voran. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Transfers zusammen. ©

Der Triumph in der Königsklasse sei nun im Fokus. "Wir sind ein Mit-Favorit und ich traue uns das zu. So schnell und so direkt werden wir wahrscheinlich nicht wieder die Chance bekommen, diesen Titel zu gewinnen. Es sind drei Spiele", so Lerch. Man habe den Vorteil, bis zum 4. Juli noch gespielt zu haben, während andere Länder ihre Wettbewerbe vorzeitig abgebrochen hatten. Aber, so Lerch, "Lyon hat beispielsweise dafür den Vorteil, eine längere Vorbereitung zu haben. Die Mannschaften gehen mit unterschiedlichen Vorzeichen in dieses Turnier. Das kann man kritisch sehen, da es nicht die gleichen Voraussetzungen sind."

Trainingsauftakt der VfL-Frauen

"Ich freue mich, dass es jetzt losgeht": Wölfe TV war beim Trainingsauftakt der VfL-Frauen dabei und hat mit Neuzugang Pauline Bremer sowie Cheftrainer Stephan Lerch gesprochen.🎤

Gepostet von VfL Wolfsburg Frauenfußball am Dienstag, 28. Juli 2020

Erleichtert ist Lerch daher, dass seine Neuzugänge nun doch im Turnier auflaufen dürfen, denn nach den Abgängen von Sara Björk Gunnarsdottir (Lyon), Hedvig Lindahl (Atletico), Noelle Maritz (Arsenal), Kristine Minde (Rosenborg), Claudia Neto (Florenz) und Madelen Janogy (Vertragsauflösung) wäre es personell eng geworden. "Wir sind das gedanklich auch schon durchgegangen und hätten schon eine Mannschaft auf den Platz bringen können, aber das wäre im Grunde nicht gegangen. Wir sprechen ja auch von Qualität und davon, Spielerinnen vor Verletzungen zu schützen."

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Die neue Bundesliga-Saison startet dann am ersten September-Wochenende, die VfL-Frauen beginnen am 4. September mit der Neuauflage des Pokalendspiels und empfangen die SGS Essen. In den Wettbewerb um den DFB-Pokal greift der Titelverteidiger erst in der zweiten Runde ein, die am 31. Oktober/1. November gespielt wird.

Rund 75 Minuten dauerte die erste Einheit der Saison, die noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Spielerinnen und Betreuerstab auch weiterhin umfangreiche Hygieneregeln um: So fanden vor dem Trainingsauftakt zwei Corona-Testungen statt, die allesamt negativ ausfielen. Corona beeinflusst auch die weitere Vorbereitung, bisher ist nur ein Testspiel gegen einen Bundesliga-Konkurrenten zum Ende des Kurz-Trainingslagers in Harsewinkel (Start am 14. August) angedacht. Weil sich beide Teams regelmäßigen Testungen unterziehen müssten, ist die Auswahl potenzieller Gegner eingeschränkt - gut möglich, dass es bei einem Testspiel bleibt. Trainer Lerch sieht's nüchtern: „Wir haben in der Corona-Unterbrechung bewiesen, dass wir mit ungewöhnlichen Umständen professionell umgehen können und werden auch aus dieser Situation das Beste machen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir optimal vorbereitet nach Spanien fliegen werden!“