14. Mai 2020 / 18:14 Uhr

Training, Taktik, Aufstellung: Hertha BSC im Check vor dem Re-Start

Training, Taktik, Aufstellung: Hertha BSC im Check vor dem Re-Start

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Links im Bild: Niklas Stark von Hertha BSC während des Trainings am 16.04.2020 in Berlin, Deutschland. (Jan-Philipp Burmann/Hertha BSC via City-Press GmbH)


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Das Training von Hertha BSC vor dem Re-Start der Bundesliga. © Hertha BSC/City-Press GmbH
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Nach neun Wochen coronabedingter Pause startet Hertha BSC am Sonnabend (15.30 Uhr) bei 1899 Hoffenheim in die restliche Spielzeit. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick auf die wichtigsten Themen rund um den Hauptstadtclub.

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Trainer: Kurz vor Ostern übernahm Bruno Labbadia das Traineramt vom glücklosen Alexander Nouri, am Sonnabend gibt er sein Debüt an der Seitenlinie. „Die ersten vier Wochen waren eine totale Herausforderung“, sagte Labbadia bei einer Online-Pressekonferenz am Donnerstag über die außergewöhnlichen Umstände durch die Corona-Pandemie. Die Spieler loben unisono die Art von Labbadia. „Wir haben einen Trainer, der einen klaren Plan hat und klare Vorgaben an uns stellt“, sagt Niklas Stark, Mittelfeldspieler Vladimir Darida sieht es ähnlich: „Jeder versteht, was er will. Wenn wir es gut machen, kann es sehr gut funktionieren“, sagt der Tscheche und lässt durchblicken, dass das bei Labbadias Vorgängern nicht immer der Fall war.

Training: Erst seit vergangenem Freitag befinden sich die Herthaner wieder im Mannschaftstraining, zuvor waren nur Übungseinheiten in Kleingruppen erlaubt. Man habe „viel elf-gegen-elf gespielt, die Räume waren sehr, sehr groß. Man hat auch gemerkt, dass in ersten zwei, drei Tagen die Koordination auf dem Feld gefehlt hat, sodass die Spieler öfter mal zusammengeprallt sind“, berichtet Labbadia. „Es ist ein bisschen wie beim Fremdsprachen lernen. Wenn du sie länger nicht gesprochen hast, vergisst du ein paar Wörter. Auch im Fußball bekommst du durch Wiederholungen Sicherheit – und im Spiel müssen wir jetzt auch wieder ein bisschen lernen, was genau in welcher Situation richtig ist“, meinte Vize-Kapitän Stark.

Nach sieben Wochen Corona-Pause: Hertha BSC trainiert erstmals wieder als Mannschaft

Santiago Ascacibar (l.) und Krzysztof Piatek sowie die übrigen Hertha-Spieler durften erstmals wieder Zweikämpfe trainieren. Zur Galerie
Santiago Ascacibar (l.) und Krzysztof Piatek sowie die übrigen Hertha-Spieler durften erstmals wieder Zweikämpfe trainieren. © Hertha BSC/Pool

Taktik: Wegen der mangelnden Trainingspraxis konnte deshalb noch nicht allzu viel eingeübt werden, auch wenn Labbadia „viel Input“ gegeben habe. „Wir wollen gleichzeitig den Druck rausnehmen, dass die Spieler jetzt schon alles umsetzen müssen“, meinte der neue Trainer. Ob 4-3-3 oder 4-3-1-2, er sei taktisch nicht festgelegt, viel entscheidender sei die Art und Weise, wie seine Mannschaft spiele: „Ich liebe es, den Ball häufiger zu haben als der Gegner.“

Aufstellung: Bei der Torwartfrage hat sich Labbadia bereits festgelegt: Rune Jarstein wird ins Tor zurückkehren. Thomas Kraft, der den Norweger unter Labbadia-Vorgänger Alexander Nouri ersetzte, muss zurück auf die Bank. „Wir werden Rune Jarstein das Vertrauen schenken, aber genauso sind wir froh, dass wir Thomas in der Hinterhand haben“, sagte Labbadia. Sonst ließ er noch nicht viel durchblicken. Sicher ist der Ausfall von Innenverteidiger Karim Rekik (verletzt) und Mittelfeldspieler Vladimir Darida (5. Gelbe Karte), sowie der des suspendierten Offensivmanns Salomon Kalou.

Von Covic über Klinsmann bis Kalou: Die Chaos-Saison von Hertha BSC.

Von Covic über Klinsmann bis Kalou: Die Chaos-Saison von Hertha BSC. Zur Galerie
Von Covic über Klinsmann bis Kalou: Die Chaos-Saison von Hertha BSC. © dpa

Umstände: Am Sonnabend gab es ein internes Testspiel im leeren Olympiastadion, um die Atmosphäre bei einem Geisterspiel zu simulieren. „Jeder kann seinen Mitspieler sehr gut coachen, das kann uns helfen“, sagte Darida. „Es war ein Unterschied, aber nicht so groß, dass man sagt, man kann so nicht spielen.“ Labbadia freute sich am Donnerstag noch über eine gute Nachricht: Die Maskenpflicht für Trainer wurde während des Spiels aufgehoben. Seit einer Woche ist die Mannschaft zudem in einem Quarantäne-Hotel am Berliner Zoo untergebracht.

Gegner: 1899 Hoffenheim hat in dieser Bundesliga-Saison bislang 35 Punkte gesammelt und liegt auf Rang neun – sieben Punkte und vier Plätze vor Hertha. Die Bilanz der Berliner gegen die Kraichgauer ist dabei nicht besonders rosig: Der letzte Erfolg datiert vom November 2015 (1:0), der letzte Auswärtssieg (3:2) liegt sogar noch zwei weitere Jahre zurück.

Aktuelles von Hertha BSC

Windhorst: Bereits 224 Millionen Euro hat Lars Windhorst in die Hertha investiert – und es könnte noch viel mehr Geld dazukommen. „Wir sind bereit, nochmals einhundert, einhundertfünfzig Millionen Euro Eigenkapital zu investieren, wenn der Bedarf bestehen sollte“, sagte Windhorst in einem Interview der Süddeutschen Zeitung. Über die genauen Konditionen und den Zeitpunkt eines erweiterten Engagements bei Hertha machte Windhorst keine Angaben, bislang hält er mit seiner Beteiligungsgesellschaft Tennor 49,9 Prozent der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA. Am Sonntag gab Tennor bekannt, dass der ehemalige Nationaltorwart Jens Lehmann und der Trainer-Berater Marc Kosicke, der unter anderem Jürgen Klopp und Julian Nagelsmann zu seinen Klienten zählt, für Windhorst in den Aufsichtsrat einziehen werden.

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