04. Mai 2021 / 13:00 Uhr

Trainingskilometer statt Wettkämpfe: Sachsens Lauf-Cups pausieren weiterhin

Trainingskilometer statt Wettkämpfe: Sachsens Lauf-Cups pausieren weiterhin

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wettkämpfe bleiben auch 2021 aus.
Wettkämpfe bleiben auch 2021 aus. © Gerhard Dörner
Anzeige

Sämtliche Absagen: Auch 2021 fallen sächsische Volksläufe und ganze Laufserien pandemiebedingt ins Wasser. Den Sportlern bleibt nur, sich individuell und langfristig auf die nächste Saison vorzubereiten.

Anzeige

Döbeln. Es ist beschlossene Sache: Zahlreiche Laufwettkämpfe und ganze Laufserien in Sachsen und über die Ländergrenzen hinaus fallen im Sportjahr 2021 der anhaltenden Pandemie zum Opfer. Dort, wo die Veranstalter nicht die Serie absagen, wird es keine realistische Jahreswertung geben. Betroffen sind der EZEL-Cup Nordsachsen, die Mittelsächsische Lauftour, der Meißner-Sparkassen-Cup, der Lichtenauer Sachsen-Cup und die Lausitz-Laufserie/Lausitz-Cup. Die Absagen des Mazdalaufs, AOK Frühjahrslaufs, Schneeglöckchenlaufs, Kirchenfrühjahrslaufs, Spreewaldmarathons und weiterer Läufe sind nur der Beginn einer erneut negativen Entwicklung durch die Corona-Pandemie.

Anzeige

Trotz ausgeklügelter Hygienekonzepte, angestrebter Vermeidung der Rudelbildung, Einzelstart bei größeren Veranstaltungen und sekundengenauer Zeitmessung wie im Wintersport sind nicht alle Sportler davon begeistert. Veranstaltern sind finanzielle Grenzen gesetzt, um sich ein Zeitmess-Team mit Chipmessung und sekundengenauer Auswertung über den Computer aufzustellen, schließlich soll die Siegerehrung nicht erst drei Stunden nach dem letzten Zieleinlauf stattfinden. Kein Sportler hätte Verständnis.

Mehr zu Laufen

Zuständige Genehmigungsbehörden haben den Ausrichtern oder Veranstaltern in den letzten Monaten nicht eine einzige Zulassung zur Durchführung einer Laufveranstaltung in den verschiedenen Landkreisen erteilt. Profisport in der Leichtathletik gibt es in der Region nicht. Der Wettkampf in Dresden war eine Ausnahme, bei den Volksläufen handelt es sich um Breitensport. Nun wird nicht jeder Sportler Verständnis für drastische Maßnahmen haben, aber auch ein Veranstalter hat die Pflicht seine Helfer und die Sportler zu schützen und nicht in Gefahr zu bringen. Ein großes Problem stellt vor allem die Toilettenfrage dar, nicht nur begründet durch einen vollen Darm, auch Sympathikus und Parasympathikus wirbeln vieles durcheinander. Viel schlimmer ist, auch Sportler haben Familienangehörige und gute Freunde durch Corona verloren, für einige war das Training über Wochen und Monate nicht möglich.

Nächstes Ziel:Laufsaison 2022

Sagt man 2021 eine Laufserie ab oder versucht man auf Teufel komm raus an Traditionen festzuhalten? Obwohl man, um vordere Plätze in der Gesamtwertung einer Laufserie belegen zu können, nicht alle Wettkämpfe laufen muss – denn es werden überall mehrere Streichresultate möglich sein – so werden einzelne Läufer benachteiligt. Gerade wer als Schichtarbeiter tätig ist, kann dann oftmals nicht starten und wird die Anzahl der Mindeststarts und somit hohe Punktwerte nicht erreichen. Die ermittelten Sieger wären nicht realistisch und es würde diese nur in der Statistik geben.

Die Lausitz-Laufserie wurde wie bereits im Jahr 2020 auch frühzeitig im Jahr 2021 komplett gestrichen, wann und wie viele Läufe in den Regionen überhaupt stattfinden, ist unklar. So werden die meisten Läufer auch in diesem Jahr ihre Trainingskilometer selbstständig abspulen, um das jahrelang Antrainierte zu halten. So wie damals Emil Zatopeks Motto (dreimaliger Olympiasieger 1952 in Helsinki im 10.000-Meter-Lauf, über 5.000 Meter und im Marathonlauf über 42,195 Kilometer innerhalb von nur acht Tagen): Wettkampf ist das beste Training.

Davon ist man derzeit weit entfernt. Für manch verletzungsanfälligen Sportler kommt eine Schonzeit ganz gut, bekanntlich ist Ruhe mehr wert, als sich auf Druck zu quälen, schließlich soll Sport Spaß machen. Sich auskurieren und langfristig auf die nächste Saison vorbereiten, ist doch auch ein Ziel.

Thomas Frank