22. November 2021 / 20:00 Uhr

Trainingsverbot für Sachsens Amateursport ist ein Fehler

Trainingsverbot für Sachsens Amateursport ist ein Fehler

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
gesperrter Platz
Der Trainingsbetrieb sollte weiterhin möglich sein. © Bildmontage/Christian Modla
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Die Lage auf den Intensivstationen wird immer ernster. Dass es dadurch zu Einschränkungen kommen muss, ist nachvollziehbar, doch ist es wirklich notwendig, auch den Trainingsbetrieb einzustellen? Gerade bei Sportarten, wo es kaum bis gar nicht zum Kontakt kommt, sollte individueller entschieden werden.

Leipzig. Der generelle Lockdown für den Amateursport war bereits im vergangenen Jahr die falsche Maßnahme und ist es in diesem Winter umso mehr. Ja, die Krankenhausbetten sind voll und die Lage auf den Intensivstationen ist ernst. Daran gibt es keinen Zweifel. Nur ein gemeinsamer Verzicht kann diese Corona-Welle brechen, das zeigen die Entwicklungen der vergangenen Wochen eindeutig. Der Teil-Lockdown ist eine harte, aber unter diesen Umständen sicherlich die richtige Maßnahme. Inakzeptabel ist allerdings, welche Teile des Öffentlichen Lebens erneut darunter leiden müssen. Allen voran der Amateursport.

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Es ist absolut logisch, dass alle Sächsinnen und Sachsen in den kommenden Wochen ihre Kontakte reduzieren müssen. Dass der Besuch von Nachtclubs und Bars, dem Theater oder dem Stadion nicht länger möglich ist, macht traurig, leuchtet aber ein. Dass der Spielbetrieb im Fußball oder Basketball auf Amateurebene ruhen muss, wo teilweise über 30 Menschen an einem Ort zusammenkommen und Körperkontakt nicht vermeidbar ist, ergibt ebenfalls Sinn. Leider.

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Den Breitensportlern auch die Trainingsmöglichkeiten zu nehmen, ist aber der falsche Weg. Egal ob Volleyball, Turnen oder Wasser-Gymnastik– eine Einheit mit zehn (geimpften) Personen treibt die Pandemie nicht voran,sondern fördert Gemeinschaft, Fitness und Gesundheit. Dass sogar ein Tennistraining mit zwei Beteiligten oder alleine (!) Golfen verboten sind, führt die Regelung völlig ad absurdum. Bei der Erstellung der Maßnahmen wurden Sportverbände erneut ignoriert und nicht ausreichend differenziert.