06. Juli 2019 / 07:42 Uhr

Traktor Mochau sichert sich überlegen die Meisterschaft

Traktor Mochau sichert sich überlegen die Meisterschaft

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Der wieder in den Punktspielbetrieb eingestiegene Döbelner SC II (weiße Trikots, im Spiel gegen den Roßweiner SV II) erwies sich als Tormaschine der Liga.
Der wieder in den Punktspielbetrieb eingestiegene Döbelner SC II (weiße Trikots, im Spiel gegen den Roßweiner SV II) erwies sich als Tormaschine der Liga. © Gerhard Dörner
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Tore, Platzverweise, Emotionen: Die Fußball-Kreisliga B (Süd) hatte in der Saison 2018/2019 viel zu bieten. Hier der Überblick.

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Stattliche 648 Tore und damit fast fünf Stück pro Begegnung fielen im Spieljahr 2018/2019 in der Fußball-Kreisliga B-Süd der Herren. Vier zweistellige Ergebnisse (Döbelner SC II gegen Kiebitz 15:0, Kiebitz gegen Mutzschen 2:13, Dürrweitzschen II/Zschadraß II gegen Kiebitz 12:2 und Dürrweitzschen II/Zschadraß II gegen Mutzschen 0:10) trugen dazu bei. Im folgenden einige weitere Zahlen und Fakten aus einer Staffel mit einer bunten Mischung von Mannschaften aus der Region Döbeln und dem Muldental sowie einem riesigen Leistungsgefälle.

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Der SV Traktor Mochau (1. / 62 Punkte) wurde unangefochtener Champion und steigt in Liga neun auf. In der Vorsaison nur Sechster geworden, kam man ein Jahr später ohne Niederlage ins Ziel. Mit der stabilsten Abwehr (17 Gegentreffer), als bestes Team sowohl zu Hause als auch in fremden Gefilden gab der Herbstmeister in der zweiten Halbserie keinen Punkt mehr ab. Die in Runde eins übernommene Spitzenposition wurde nicht wieder hergegeben. Erster wurde ebenso Silvio Schwitzky, und zwar in der Torschützenliste mit 29 Treffern.

Selbst die SG Altenhain/Hohnstädt II (2. / 49) konnte nur staunend zuschauen, wie Traktor seine Kreise zog. Die neue Spielgemeinschaft (im Vorjahr stieg Altenhain als Neunter der Staffel A-Süd freiwillig ab, Trebsen/Hohnstädt II wurde Zweiter in der B-Nord) beendete die erste Halbserie ungeschlagen und lag bis dahin lediglich zwei Zähler hinter den Mochauern. Mit dem vom Klassenprimus vorgelegten Tempo konnte das Kombi-Team von der Autobahn dann nicht mehr mithalten. Obwohl der Auftakt-Tabellenführer auswärts kein Match verlor und ab dem 3. Spieltag stets Vize war. Ronald Pauluweit hatte mit 14 Toren die Schussstiefel am festesten geschnürt.

Döbelner SC II mit toller Rückkehr

Der wieder in den Punktspielbetrieb eingestiegene Döbelner SC II (3. / 46) erwies sich mit 98 erzielten Treffern als die Tormaschine der Liga. Zudem glänzte die DSC-Reserve mit vorbildlicher Fairness, was mit dem ersten Platz in dieser Wertung belohnt wurde. Lediglich 18 gelbe Karten wurden kassiert. Gemeinsam mit Großbardau, Kössern/Sermuth II, Roßwein II, Lok Döbeln II und Hochweitzschen II blieb die Elf ohne Feldverweis. In Runde elf übernahmen die Muldestädter den Bronzerang und behielten ihn bis zum Saisonende. Chris Liebmann holte sich mit 22 Toren sogar die Silbermedaille bei den erfolgreichsten Schützen.

Ein großen Sprung in der Tabelle legte der SV Großbardau (4. / 34) hin. Fünf Plätze machten die Mannschaft aus dem Raum Grimma im Vergleich zum vorherigen Spieljahr wett. Heimlich, still und leise wurde das Feld von hinten aufgerollt. Nach sehr verheißungsvollem Beginn hatte der SVG zwischendurch einen ziemlichen Hänger, fing sich dann allerdings wieder. Patrick Feibel hatte elfmal vom Zielwasser genascht.

Dagegen musste der SV Einheit Mutzschen (5. / 32) einen mächtigen Abrutsch verkraften. Der Vorjahreschampion konnte das Niveau in der Staffel diesmal nicht entscheidend mitbestimmen und fuhr nur reichlich halb so viele Punkte wie der neue Meister Mochau ein. In ihren Reihen gab es jedoch auch einige Lichtblicke. Einer davon war Marcus Kretzschmar, welcher mit 19 Treffern zum Dritten der Torjägerliste avancierte.

In gewohnten Gefilden siedelte sich die neu gebildete SG Kössern/Sermuth II (6. / 31) an. Vor zwölf Monaten waren die damals noch eigenständigen Kösserner Fünfter geworden, Sermuths zweite Garnitur gemeinsam mit der Großbothener Reserve Achter. Heuer wurde der verpatzte Start (nach dem 1. Spieltag hatte man die rote Laterne in Besitz) im weiteren Verlauf der Saison rechtzeitig ausgebügelt. Unter anderem mit acht Toren von Andre Schumann.

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Holzhacker aus Otterwisch

Aus der Weststaffel (dort zuletzt Vierter) wechselte der Otterwischer SV II (7. / 31) in den Süden. Letztlich verpassten die OSV-Männer nur durch einen einzigen Treffer eine Platzierung in der vorderen Tabellenhälfte. Über weite Strecken des Spieljahres hielt man sich jenseits von gut und böse auf. Kein Aushängeschild war der letzte Rang in der Fairplay-Wertung (36 gelbe, zwei gelb-rote und eine rote Karte). Stefan Thiele bewies mit sieben Treffern wie bereits zuvor in der alten Umgebung seinen hervorragenden Torriecher.

Dicht dahinter hechelte der Roßweiner SV II (8. / 30) über die Ziellinie. Was allerdings eine Verschlechterung um vier Plätze gegenüber 2017/2018 bedeutet. Dennoch konnte zu jeder Zeit ein gebührender Sicherheitsabstand zum Tabellenkeller gehalten werden. Andre Dähnhardt war von seinen Gegenspielern in 14 Situationen nicht am Torerfolg zu hindern.

Bei Wiedereinsteiger ESV Lok Döbeln II (9. / 21) war naturgemäß noch ein wenig Sand im Getriebe. Insbesondere vor dem gegnerischen Gehäuse (mit 35 Treffern harmlosestes Team) und auf eigenem Gelände (Schlusslicht der Heimtabelle) fehlte es den Großbauchlitzern an der notwendigen Durchschlagskraft. Immerhin kletterten die Eisenbahner im Klassement nach fünfmaliger Entgegennahme der roten Laterne noch ins hintere Mittelfeld. Die sechs Treffer von Philipp Däumer waren in diesem Zusammenhang durchaus nützlich.

Hochweitzschen stürzt ab

Dieser Schweizer Käse hat dem Kiebitzer SV (10. / 18) mit Sicherheit nicht geschmeckt. Der Siebente des Vorjahres schlitterte nicht zuletzt aufgrund seiner wackligen Defensivabteilung in der Tabelle drei Ränge nach unten. Und gleich dreimal hagelte es für den Rückrunden-Letzten dreistellige Niederlagen, die 107 Gegentore waren Negativwert in der Staffel. So konnte der hintere Abschnitt des Klassements nie verlassen werden. Der zehnfache Torschütze Enrico-Leon Hombsch sendete einen Silberstreif am Horizont.

In der Vorsaison schien für den damaligen Tabellendritten SG Dürrweitzschen II/Zschadraß II (11. / 11) vorwiegend die Sonne, ein Jahr später überwog eindeutig der Schatten. Mit Ausnahme des ersten Spieltages befand man sich stets in der unteren Tabellenhälfte, viermal sogar mit der roten Laterne in der Hand. Auch in der Auswärtswertung wurde die FSV/Medizin-Kombination ohne Sieg Letzter. Zudem mangelte es an einem echten Sturmtank. Julian Gehle, Marco Kretzschmar und Yves Schulze erzielten jeweils fünf Treffer.

Eine noch rasantere Talfahrt erlebte der SV Medizin Hochweitzschen II (12. / 9). Der Vizemeister der vorherigen Spielserie rauschte ungebremst in Richtung Tabellenende. Vor allem im Herbst lief kaum etwas zusammen, ohne Dreier schloss das Hinrunden-Schlusslicht den ersten Teil der Saison ab. In der Fremde gelang im kompletten Spieljahr kein voller Erfolg. Ab dem zweiten Spieltag war eine Platzierung im hinteren Bereich des Klassements amtlich, zwölfmal hatte man die rote Laterne inne. Selbst die sieben Tore von Philipp Kaulich konnten es nicht heraus reißen.