21. April 2022 / 08:55 Uhr

Tränen beim DSC getrocknet: Wie der "Dresdner Weg" zu Bronze führte

Tränen beim DSC getrocknet: Wie der "Dresdner Weg" zu Bronze führte

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Libera Sophie Dreblow und ihre DSC-Mannschaftskameradinnen bekamen nach der 1:3-Niederlage in Potsdam zum Trost eine Bronzemedaille für Platz drei in der diesjährigen Volleyball-Meisterschaft.
Libera Sophie Dreblow und ihre DSC-Mannschaftskameradinnen bekamen nach der 1:3-Niederlage in Potsdam zum Trost eine Bronzemedaille für Platz drei in der diesjährigen Volleyball-Meisterschaft. © Gerhard Pohl
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Die Spielerinnen vom Dresdner SC haben alles versucht, bis zum Umfallen gekämpft, doch ist nun die Saison leider vorfristig beendet. Die Volleyballerinnen blicken auf eine besondere Spielzeit zurück und Trainer Alexander Waibl zieht ein positives Fazit.

Dresden. Die Tränen waren schnell getrocknet, auch Alexander Waibl hat nach dem Halbfinal-Aus seiner DSC-Volleyballerinnen in Potsdam die erste Enttäuschung überwunden. Schon am Tag danach konnte sich der 54-Jährige durchaus über die Bronzemedaille freuen und zudem auf eine für ihn in jeder Hinsicht „besondere Saison“ positiv zurückblicken. In seinem Instagram-Post sprach der Coach vielen aus dem Herzen, wenn er schreibt: „Diese Saison wird für immer einen besonderen Platz in meinen Erinnerungen einnehmen. Sie war schwierig (Verletzungen, Coronawelle), aber sie war gleichzeitig sehr emotional und erfolgreich.“

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Tatsächlich musste der Titelverteidiger noch vor dem eigentlichen Saisonstart kurzfristig auf die eingeplante Emma Cyris (Laufbahnende) verzichten und dann die schwere Verletzung der neuverpflichteten Außenangreiferin Jacqueline Quade (Kreuzbandriss) verkraften. Deshalb rückte die eigentlich als Libero verpflichtete Linda Bock in den Angriff, später holte der Trainer mit Teodora Pusic Unterstützung auf der Liberoposition. Dann fiel auch noch Layne Van Buskirk mit Bandscheibenvorfall und einer OP aus, Sina Stöckmann und Monique Strubbe fehlten zwischenzeitlich wegen Bänderrissen. Und zu allem Unglück ereilte die Mannschaft kurz vor dem Pokalfinale ein erster großer Corona-Ausbruch, wenig später erwischte es weitere Spielerinnen.

Während Konkurrenten wie auch Potsdam oder Stuttgart Verletzungsausfälle mit teuren Nachverpflichtungen kompensierten, setzte der DSC ganz auf den eigenen Nachwuchs, integrierte vorfristig solche hochtalentierten Mädels wie Julia Wesser oder Lena Linke. „Für uns ist es wichtiger, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen“, betont Waibl, „weil das unser Weg ist, an den wir glauben.“ Er ist überzeugt, dass die Talente aus dieser Spielzeit unheimlich viel mitnehmen und viel gelernt haben. „Das ist unschätzbar für die kommende Saison“, fügt der erfahrene Coach an. Und nicht ohne Stolz verweist er darauf, dass „wir die einzige Mannschaft sind, die jedes Jahr Titel geholt hat und zugleich eigene Nachwuchsspielerinnen entwickelt“.

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Einige Verabschiedungen

So kann sich auch die Bilanz diesmal sehen lassen: Zu Saisonbeginn holte der DSC erstmals den Supercup, in der Bundesliga stand am Ende der Hauptrunde trotz aller Widrigkeiten der zweite Platz zu Buche und am Schluss holte das Team um Kapitän Jennifer Janiska Bronze. Nicht zuletzt präsentierten sich die Dresdnerinnen auch in der Champions League mehr als achtbar, konnten drei der sechs Spiele für sich entscheiden. „Unsere Spielerinnen und meine Trainerkollegen waren großartig, haben alles gegeben, was drin war. Ich bin allen sehr dankbar für dieses tolle Jahr und freue mich auf das, was kommt“, schließt Waibl seinen emotionalen Post.

Er freut sich zudem darüber, dass dieser „Dresdner Weg“ auch von Sponsoren und Fans respektiert und unterstützt wird und dass er für Identifikation sorgt. Gerade nach zwei Jahren Pandemie und lange Zeit leeren Hallen sei es ein „wahnsinniges Erlebnis“ gewesen, als endlich die Ränge wieder gefüllt werden konnten. „Manche Spielerinnen haben ja lange komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt und erst jetzt zum Schluss gesehen, wie sie von der Stimmung auf den Rängen getragen werden“, so Alexander Waibl.

In der kommenden Woche muss er sich nun auch von einigen Spielerinnen verabschieden. Zu neuen Ufern brechen Jenna Gray (DNN berichtete), zudem wohl auch Madeleine Gates und Maja Storck auf. Auch Teodora Pusic und Kristina Kicka werden den DSC aller Voraussicht nach verlassen. Zudem muss sich der DSC-Cheftrainer mal wieder einen neuen Co-Trainer suchen, denn den Belgier Bart Janssen zieht es wahrscheinlich wieder in die Nähe seiner Familie. Allerdings soll der Bronzemedaillengewinner mit Kveta Grabovska (Zuspiel), Elisa Lohmann (Libera) oder Agnes Pallag (Angriff) einige Neuzugänge an der Angel haben.

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