03. Juni 2018 / 18:41 Uhr

Tränen zum Abschied bei Turbine Potsdam (mit Galerie)

Tränen zum Abschied bei Turbine Potsdam (mit Galerie)

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Turbine-Spielerinnen ließen sich nach dem Sieg im letzten Saisonspiel von den Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion gebührend feiern.
Die Turbine-Spielerinnen ließen sich nach dem Sieg im letzten Saisonspiel von den Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion gebührend feiern. © Jan Kuppert
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Frauen-Bundesliga: Fünf Spielerinnen von Turbine Potsdam werden beim 3:1 im letzten Saisonspiel gegen den SC Sand verabschiedet.

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In der 84. Minute erhoben sich fast alle der 1627 Zuschauer im Karl-Liebknecht-Stadion. Sie beklatschten den Abschied von ihrer Kapitänin. Lia Wälti verlässt den Frauenfußball-Bundesligisten Turbine Potsdam nach fünf Jahren. Mit ihrer Auswechslung beim abschließenden 3:1 (1:1) gegen den SC Sand bescherte Trainer Matthias Rudolph seiner Spielführerin einen würdigen Schlusspunkt. Bei ihr flossen schon vor dem Spiel einige Tränen.

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Tabea Kemme: "Sehr emotional"

Auch Publikumsliebling Tabea Kemme, seit 2006 im Verein, zieht es zu einem neuen Verein. „Das ist schon sehr emotional, auch wenn ich in den letzten Monaten durch meine Verletzung schon etwas Abstand gewonnen habe“, sagte die bis dato dienstälteste Turbine-Spielerin. Neben dem Duo Wälti/Kemme wurden vor der Partie auch Marina Georgieva (wechselt nach Sand), Eseosa Aigbogun und Laura Lindner vom Verein verabschiedet.

In Bildern: Turbine Potsdam besiegt den SC Sand im letzten Saisonspiel mit 3:1.


Die aktuell verletzte Nationalspielerin Tabea Kemme wurde vor dem letzten Saisonspiel des 1. FFC Turbine Potsdam gegen den SC Sand verabschiedet. Zur Galerie
Die aktuell verletzte Nationalspielerin Tabea Kemme wurde vor dem letzten Saisonspiel des 1. FFC Turbine Potsdam gegen den SC Sand verabschiedet. © Jan Kuppert

Fußball gespielt wurde auch noch. Doch der Ehrungsmarathon hatte erstmal Spuren hinterlassen. „In der ersten Viertelstunde standen wir noch etwas neben den Schuhen. Da hat man uns die Emotionen doch noch etwas angemerkt“, sagte Matthias Rudolph. Und die Gäste aus Baden-Württemberg zeigten, dass sie die 720 Kilometer nicht nur für die Potsdamer Abschlussfeierlichkeiten zurückgelegt hatten. Milena Nikolic zog außen an Lia Wälti vorbei, legte den Ball in die Mitte und Verena Aschauer vollstreckte ohne Probleme (2.).

Spiel auf ein Tor

Nach einer halben Stunde berührte Anne von Bonn im eigenen Strafraum Nina Ehegötz, Schiedsrichterin Laura Duske zeigte sofort auf den Punkt. Felicitas Rauch verwandelte sicher – 1:1. Lara Prasnikar hatte noch vor der Pause die große Chance zur Führung, brachte aber nicht genügend Druck hinter ihren Kopfball (41.).

Eigentlich ging es danach nur noch in eine Richtung. Turbine fand zunehmend besser ins Spiel, wollte sich die Partystimmung – am Abend wurde in der Kanuscheune noch gefeiert – nicht verderben lassen. Lia Wälti per Flachschuss (15.), Nina Ehegötz aus der zweiten Reihe (24.) und Svenja Huth (27.) versuchten sich aber vergebens.

Matthias Rudolph: "Abbild der Saison"

Deshalb sagte Rudolph nach dem Spiel auch: „Das war ein Abbild der Saison. Der Gegner geht mit der ersten Chance in Führung und wir vergeben eine Vielzahl von Möglichkeiten.“ Dieser Mangel an Effektivität habe schließlich auch eine bessere Platzierung als den bereits vor der Partie feststehenden 4. Rang verhindert.

In der zweiten Hälfte wurde deutlich, was der Turbine-Trainer meinte. Die Potsdamerinnen rannten an, nur der Ball wollte nicht über die Linie. Prasnikar (53.) und Huth (60.) zielten zu hoch. In der 75. Minute kam der Ball über Umwege zur eingewechselten Anna Gasper, doch auch sie überwand SC-Keeperin Carina Schlüter nicht. Dies gelang dann der aufgerückten Rahel Kiwic, die im Nachsetzen zur umjubelten Führung einschob (81.). Als Lara Prasnikar nur eine Minute später und wieder im zweiten Versuch zum 3:1 einschoss, war alles klar.

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Lia Wälti konnte zufrieden den Platz im „Karli“ verlassen – und hatte dabei auch noch Zeit für viele Umarmungen. Dieser Moment blieb Tabea Kemme verwehrt. „Mit der Diagnose Knorpelschaden wusste ich, dass ich nicht mehr für Turbine spielen werde – da sind die Tränen geflossen“, gestand die 26-Jährige und verschwand lächelnd zur Abschiedsparty.

Turbine Potsdam: Schmitz – Ilestedt, Elsig, Kiwic, Rauch – Ehegötz (69. Gasper), Wälti (84. Cahynová), Zadrazil, Schwalm (69. Meister) – Huth, Prasnikar.