11. Januar 2022 / 17:04 Uhr

Transfer fix! Marvin Friedrich wechselt von Union Berlin nach Gladbach

Transfer fix! Marvin Friedrich wechselt von Union Berlin nach Gladbach

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Von Union Berlin zu Borussia Mönchengladbach: Marvin Friedrich verlässt die Hauptstadt.
Von Union Berlin zu Borussia Mönchengladbach: Marvin Friedrich verlässt die Hauptstadt. © IMAGO/Sven Simon (Montage)
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Der Innenverteidiger des Berliner Fußball-Bundesligisten schließt sich mit sofortiger Wirkung Ligarivale Borussia Mönchengladbach an.

Spekulationen um einen Wechsel von Marvin Friedrich gab es schon lange, nun herrscht beim Fußball-Bundesligisten Union Berlin Gewissheit: Der Innenverteidiger verlässt das Stadion An der Alten Försterei und schließt sich mit sofortiger Wirkung Ligarivale Borussia Mönchengladbach an, wo er einen Vertrag bis Sommer 2026 erhält. Das gaben beide Vereine am späten Dienstagnachmittag bekannt. Für die Berliner ist der Abgang des 26-Jährigen ein herber sportlicher Verlust, finanziell profitieren sie von dem Transfer. Im Sommer wäre Friedrichs Vertrag ausgelaufen. Eine mögliche Option auf Verlängerung des Vertrages, wie von Union-Manager Oliver Ruhnert suggeriert, ist nun hinfällig.

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„Der Weggang von Marvin Friedrich ist sportlich und menschlich natürlich ein großer Verlust, dennoch war es Marvins Wunsch, diesen Schritt jetzt gehen zu können. Nach seiner herausragenden sportlichen Entwicklung in den letzten Jahren, verbunden unter anderem mit unserem Aufstieg in die Bundesliga, dem Klassenerhalt und dem Erreichen der Conference League, ist es für ihn und für uns nun Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. Wir fühlen uns mit unserer Mannschaft dafür gerüstet, wünschen Marvin für seinen weiteren Weg alles Gute und danken ihm für eine großartige gemeinsame Zeit“, kommentierte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball beim 1. FC Union Berlin, den Wechsel.

Mit Friedrich verlässt ein weiterer Aufstiegsheld die Berliner, einer, der stets zuverlässig seinen Dienst auf sehr hohem Niveau verrichtete und im Relegations-Hinspiel 2019 eines der wichtigsten Tore in Unions Vereinsgeschichte erzielte. Sein wuchtiges Kopfballtor zum 2:2-Ausgleich beim VfB Stuttgart ebnete den damals zweitklassigen Berlinern den Weg, um im torlosen Rückspiel in die Bundesliga einzuziehen. Der Rest ist seither eine einzige Erfolgsgeschichte – auch für Friedrich.


141 Pflichtspiele für Union Berlin

Unter Trainer Urs Fischer war der 1,92 Meter große Zweikampfspezialist stets gesetzt, auf 78 Bundesliga-Spiele (sieben Tore, drei Vorlagen) brachte er es für die Berliner, mit denen er in der vergangenen Saison als Siebter abschloss und sogar in den Europapokal einzog – knapp vor Borussia Mönchengladbach. Insgesamt kommt Friedrich für Union auf 141 Pflichtspiele (neun Tore, sechs Vorlagen).

„Ich habe mich von Beginn an bei Union sehr wohl gefühlt. Hier bin ich Stammspieler geworden und habe es zusammen mit dem gesamten Verein in die Bundesliga und nach Europa geschafft. Auf diesem Weg möchte ich mich bei meinen Mitspielern, Trainern und Betreuern, bei allen Mitarbeitern im Verein und den Fans für die Unterstützung bedanken. Die letzten Jahre waren unbeschreiblich und werden für immer unvergessen bleiben“, so Marvin Friedrich zu seinem Abschied aus Berlin-Köpenick.

Dass Friedrichs konstante Leistungen der Konkurrenz nicht verborgen blieben, war schon länger Thema in Berlin-Köpenick. Neben Borussia Mönchengladbach sollen nun angeblich auch die TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen um den Abwehrspieler gebuhlt haben.

So entschlossen Friedrich auf dem Platz wirkt, so bodenständig und zurückhaltend gibt er sich neben dem Rasen. Der gebürtige Kasseler ist kein Mann der lauten Töne, am Fußball schätzt er das Spiel, nicht die Nebengeräusche. Und er braucht Trainer und Manager, die ihm das Vertrauen aussprechen. Neben Fischer war vor allem Oliver Ruhnert eine enge Bezugsperson. Der Union-Manager lotste den Jugendspieler Friedrich einst in die Schalker Knappenschmiede, deren Chef Ruhnert bis Sommer 2017 war.

Bei Union fanden sich die beiden wieder – und Friedrich lieferte. Nach dem Aufstieg verpflichtete Ruhnert den vom FC Augsburg geliehenen Innenverteidiger fest, und das nächste erfolgreiche Kapitel begann. Friedrichs Abgang trifft Union nicht ganz unvorbereitet, mit dem aus Freiburg geholten Dominique Heintz verpflichtete Ruhnert vor wenigen Wochen einen erfahrenen Ersatzkandidaten.