23. März 2020 / 11:15 Uhr

Kreisliga-Kicker wechselt in die Regionalliga – und ist sofort Stammspieler

Kreisliga-Kicker wechselt in die Regionalliga – und ist sofort Stammspieler

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Recep Kartal spielt nach einem Wechsel aus der Kreisliga in die Regionalliga beim SV Bergisch Gladbach.
Recep Kartal spielt nach einem Wechsel aus der Kreisliga in die Regionalliga beim SV Bergisch Gladbach. © Privat/Montage
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Rot-Weiss Essen statt TuS Pützchen, Tivoli statt Kunstrasenplatz Wasserland – Recep Kartal schafft in der Winterpause den Sprung aus der Kreisliga Bonn zurück in die Regionalliga West. #GABFAF blickt auf den Wechsel des 31-Jährigen zum SV Bergisch Gladbach. 

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Eigentlich hatte Recep Kartal komplett mit Regionalliga- oder Oberliga-Fußball abgeschlossen. Der frühere Spieler des Bonner SC war kürzer getreten, der 31-Jährige war inzwischen Spielertrainer des VTA Bonn in Kreisliga und hielt sich ganz ohne Hintergedanken beim SV Bergisch Gladbach etwas fit. In der Winterpause kam dann das verlockende Angebot: Zurück in die Regionalliga West, zurück zu Spielen vor über 2000 Zuschauern. "Und ich wusste, auf was ich mich mit diesem Wechsel einstellen muss", sagt der verheiratete Kartal.

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Als nicht mehr ganz so aktiver Spielertrainer des Bonner Kreisligisten befand sich der Deutsch-Türke in den ersten Monaten der Saison 2019/2020 nach eigenen Angaben "auf keinem hohen Fitness-Level". Ein paar Kilogramm zu viel, Luftprobleme nach ein paar Sprints und immer wieder auftretende Knie-Probleme bremsen den 31-Jährigen aus. An eine Rückkehr in die vierte Liga denk keiner mehr. Doch dann packt Kartal der Ehrgeiz. "Ich wollte mich bei den Trainingseinheiten in Bergisch Gladbach auch selbst beobachten, wie körperlich fit ich noch bin. Und dann habe ich wieder richtig Lust bekommen und die Füße nicht mehr so oft hochgelegt", erklärt der frühere Spieler des Bonner SC.

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Kartal schafft schnell den Sprung in die erste Elf

Kartal nimmt ordentlich ab. Sein Körper formt sich wieder. Auch auf dem Platz gibt er eine andere Figur ab. Die vielen Extra-Einheiten zahlen sich in den ersten Wochen bei Bergisch Gladbach aus. "Ich stehe jetzt wieder voll im Saft. Wenn ich etwas mache, dann quäle ich mich richtig und mache es zu einhundert Prozent", betont der zentrale Mittelfeldspieler. Sein Debüt gibt er gleich im ersten Pflichtspiel des Jahres bei der 1:2-Niederlage bei Spitzenreiter SV Rödinghausen. Den Sprung in die Startelf schafft Kartal zwei Wochen später im Auswärtsspiel bei RW Oberhausen (1:2-Pleite). Und auch gegen seinen Ex-Klub Bonner SC (1:0) sowie FC Schalke 04 II (1:1) steht der 31-Jährige in der Startelf. "Der Sieg war richtig wichtig und hat gezeigt, dass mit uns im Abstiegskampf zu rechnen ist. Ich habe mich bisher gut integriert und präsentiert", sagt der Deutsch-Türke.

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Kartal: "Die Kreisliga hat Spaß gemacht"

Die Unterschiede zwischen Kreisliga-Gekicke und Regionalliga-Fußball bekommt der 31-Jährige schnell zu spüren. "Die körperliche Präsenz und die Fitness sind fünf Ligen weiter oben sehr hoch – das kann man gar nicht miteinander vergleichen. Aber auch die Kreisliga hat Spaß gemacht. Da hatte ich mehr Freiräume", lacht Kartal. Vier- statt dreimal pro Woche Training, die Pflichtspiele samstags statt sonntags. Diese Umstellungen meistert der Mittelfeldspieler ohne große Probleme.

Aktuell ist er noch ohne Job, will sich aber zeitnah in der Möbelbranche und im Online-Business selbstständig machen. "Dann kann ich weiter auf diesem Niveau Fußball spielen", sagt der Deutsch-Türke, der einen Vertrag beim Regionalliga-Klub bis Sommer 2021 besitzt.

Und danach zurück in die Kreisliga? "Nein, ich kann mir auch gut vorstellen, auf diesem Niveau weiterzuspielen."

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