02. Juni 2022 / 11:54 Uhr

Analyse der Transfer-Debatte: Juskowiak kritisiert Vorgehen von Bayern-Star Robert Lewandowski

Analyse der Transfer-Debatte: Juskowiak kritisiert Vorgehen von Bayern-Star Robert Lewandowski

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Bundesliga-Profi Andrzej Juskowiak (l.) hat seinen polnischen Landsmann Robert Lewandwoski für sein Verhalten kritisiert. 
Ex-Bundesliga-Profi Andrzej Juskowiak (l.) hat seinen polnischen Landsmann Robert Lewandwoski für sein Verhalten kritisiert.  © Getty Images/IMAGO/Newspix (Montage)
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Der frühere Bundesliga-Stürmer Andrzej Juskowiak arbeitet die Transfer-Debatte um seinen polnischen Landsmann Robert Lewandowski auf. Er sieht auch den FC Bayern in der Schuld für die verfahrene Situation, knöpft sich aber vor allem den Weltfußballer vor.

Der frühere Bundesliga-Profi Andrzej Juskowiak hat sich in die Transfer-Debatte um seinen polnischen Landsmann Robert Lewandowski vom FC Bayern eingeschaltet und sieht angesichts der verfahrenen Situation "Schuld auf beiden Seiten". Allerdings geht der einstige Stürmer des VfL Wolfsburg, von Borussia Mönchengladbach sowie Energie Cottbus in seiner Analyse der Situation nicht gerade zimperlich mit dem Weltfußballer um. "Er versucht, die Bayern zum Handeln zu zwingen. Ein Spieler, der einen Vertrag unterschreibt und eine große Gehaltserhöhung erhält, muss damit rechnen, dass er den Vertrag erfüllen muss", sagte der 51-Jährige der Sportzeitung Przeglad Sportowy und äußerte die Vermutung, dass Lewandowskis jüngster Auftritt bei einer Pressekonferenz der polnischen Nationalmannschaft inszeniert gewesen sein könnte.

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"Sind früher ausländische Journalisten zum Trainingslager der polnischen Nationalmannschaft und zur Pressekonferenz von Robert gekommen? Ich glaube nicht. Nun erschien ein Gesandter der katalanischen 'Sport' und stellte als Erster die Frage", meinte Juskowiak mit Blick auf die PK am vergangenen Montag, auf der der vom FC Barcelona umworbene Lewandowski öffentlich mit den Bayern brach: "Roberts Botschaft ist einfach: Ich will nicht beim FC Bayern bleiben, ich stehe zur Verfügung." Mit seinen Aussagen habe Lewandowski versuchen wollen, die Münchner in die Enge zu drängen und die Ablöseforderung zu senken.

Juskowiak weiter: "Ehrlich gesagt gefällt mir die Trennung von Robert vom FC Bayern nicht. Nach so vielen Jahren mit mehr Erfolgen und guten Zeiten als Misserfolgen hätte es auch anders gehandhabt werden können." Die Botschaften Lewandowskis an seinen Klub hätten nicht geholfen: "Beim FC Bayern mag man diesen Druck nicht, dieser Klub muss kein Geld mit Transfers verdienen." Es sei "ein riesiger Kratzer im Bild" entstanden, meinte der frühere Nationalspieler: "Bisher hat der FC Bayern darüber entschieden, wer wann kommt oder geht." So seien auch die zwischenzeitlichen Bemühungen des FCB um den schlussendlich zu Manchester City wechselnden BVB-Star Erling Haaland legitim gewesen.

Lewandowski mag deshalb "beleidigt sein", meinte Juskowiak: "Aber die Vereinspolitik wird von anderen gemacht, nicht von den Spielern." Auch die vermeintlich mangelnde Wertschätzung der Münchner für Lewandowski will der Ex-Wolfsburger nicht als Argument für Lewandowskis Vorgehen gelten lassen. "Wenn ich mir die Geschichte ansehe, glaube ich nicht, dass Robert sich dort nicht wertgeschätzt gefühlt haben könnte. Alles war auf ihn ausgerichtet, er war immer im Mittelpunkt des Geschehens. Ich erinnere mich, dass die Bayern 2020 für Robert gekämpft haben, damit er den Goldenen Ball bekommt. Also bin ich überrascht, dass er eine so unverblümte Aussage gemacht hat."

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