20. Juli 2020 / 10:14 Uhr

Transfer-Zoff mit Leeds United: RB Leipzig rechnet fest mit Augustin-Millionen

Transfer-Zoff mit Leeds United: RB Leipzig rechnet fest mit Augustin-Millionen

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Causa Augustin: RB Leipzig droht ein Rechtsstreit mit Leeds United.
Causa "Augustin": RB Leipzig droht ein Rechtsstreit mit Leeds United. © George Wood/Getty Images
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Im Streit um die Zukunft von Jean-Kevin Augustin rechnet RB Leipzig fest mit einem positiven Ausgang. Leeds United müsste den im Winter aus Sachsen ausgeliehenen Stürmer nach dem Premier-League-Aufstieg am Wochenende fest für 21 Millionen Euro verpflichten. Noch ist keine Einigung in Sicht.

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Leipzig. Nach dem Aufstieg von Leeds United in die Premier League sind die Verantwortlichen von RB Leipzig zuversichtlicher denn je, dass bald 21 Millionen Euro aufs Vereinskonto eingehen. Auf diese Kaufoption hatten sich die Klubs im Winter geeinigt, als Stürmer Jean-Kevin Augustin in den Nordosten Englands verliehen wurde. "Leeds ist aufgestiegen, somit greift die Kaufverpflichtung", stellte Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche im Kicker klar. "Als im Januar die vertraglichen Vereinbarungen ausgehandelt wurden, waren alle Beteiligten im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte", so Krösche. "Ich gehe davon aus, dass jetzt die Dinge entsprechend ihren Gang nehmen."

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Der Kader von RB Leipzig bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2020/21 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader von RB Leipzig bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2020/21 stehen bereits fest. ©

Der Haken: Der Leihvertrag mit Leeds lief Ende Juni aus. Die Engländer entschieden sich gegen eine Verlängerung, weil Augustin verletzungs- und formbedingt mit nur drei Kurzeinsätzen einem Totalausfall gleichkam. Weil der Traditionsverein zum Zeitpunkt des Vertragsendes noch nicht aufgestiegen war, pochen die Verantwortlichen darauf, die 21 Millionen Euro nicht bezahlen zu müssen.

Sportrechtler würde auf Leipzig setzen

Ob sie mit dieser Interpretation durchkommen, ist unklar. Nach dem juristischen Konzept der "ergänzenden Vertragsauslegung" hätten sich beide Vereine auf eine Fristverlängerung zur Ausübung der Kaufoption geeinigt, wenn sie gewusst hätten, dass die englische Saison erst nach dem 30. Juni endet. "Die Auslegung ergibt eindeutig, dass Leeds den Spieler bei einem Aufstieg bezahlen muss. Das war bei Vertragsabschluss von beiden Parteien so gewollt", erklärte Sportrechtler Rico Kauerhof kürzlich dem SPORTBUZZER.



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Das Aufstiegsdatum wäre in diesem Fall nicht maßgeblich. Dennoch sei es nicht sicher, so Kauerhof, dass RB vor Gericht recht bekommt. "Wenn ich wetten müsste, würde ich darauf setzen, dass Leipzig einen Rechtsstreit gewinnt", sagte dagegen Philipp S. Fischinger, Professor für Arbeits- und Sportrecht an der Uni Mannheim, dem Kicker. "Zumindest wenn man davon ausgeht, dass deutsches Recht gilt – oder Schweizer Recht, das bei Transfersachen gerne gewählt wird." Bleibt zu hoffen, dass der Fall vor allem im Sinne des Spielers schnell geklärt wird.