30. Januar 2021 / 13:24 Uhr

Michael Rummenigge: Darum kann der zähe Transfermarkt für manchen Klub ein Vorteil sein

Michael Rummenigge: Darum kann der zähe Transfermarkt für manchen Klub ein Vorteil sein

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge erklärt, warum die Situation auf dem Transfermarkt für manchen Bundesliga-Klub von Vorteil sein kann. 
SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge erklärt, warum die Situation auf dem Transfermarkt für manchen Bundesliga-Klub von Vorteil sein kann.  © Getty Images/Montage
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge analysiert den in Corona-Zeiten nahezu erlahmten Transfermarkt. Dabei erklärt er, warum die momentane Situation aufstrebenden Vereinen auch helfen kann.

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Selbst die fast schon traditionelle und mancherorts zuweilen aktionistische Schnäppchen-Suche läuft dieser Tage oft ins Leere. Der noch bis zum Montag geöffnete Transfermarkt ist nahezu tot. Wo sonst gerade bei Europas Kellerklubs rege Betriebsamkeit herrscht, passiert in wirtschaftlich so schwierigen Corona-Zeiten beinahe nichts. Hier ein Leihgeschäft, dort die Verpflichtung eines vertragslosen Spielers – mehr ist auch bei kaum einem Bundesliga-Verein möglich. Dabei ist eine Sache auffällig, die zwar schon in der Vergangenheit galt, nun aber noch mehr zum Tragen kommt: Es wechseln fast nur Profis den Verein, denen eigentlich keine andere Option bleibt.

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Sead Kolasinac löste vor der Schalke-Rückkehr seinen Vertrag beim FC Arsenal. Gleiches gilt für den Neu-Kölner Max Meyer, der bei Crystal Palace keine Perspektive mehr hatte. Oder man denke an William, jetzt ebenfalls für S04 am Ball, und beim VfL Wolfsburg nach einem Kreuzbandriss ohne große Chance auf Einsätze. Timothy Fosu-Mensah, bei dem Bayer Leverkusen zugriff, spielte derweil in den Planungen von Manchester United keine Rolle mehr. Und selbst der Elf-Millionen-Transfer Jeremie Frimpongs von Celtic Glasgow zur Werkself ist kein Beleg dafür, dass das Geld noch sprudelt. Ohne den 100-Millionen-Verkauf von Kai Havertz zum FC Chelsea im vergangenen Sommer hätte vielleicht auch Bayer von einer derart kostspieligen Verpflichtung abgesehen.

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Transfer-Bemühungen um Spieler, die bei ihren aktuellen Klubs tragende Säulen sind, gab es auch international kaum. So ist der ehemalige Frankfurter Sebastién Haller, für den es von West Ham United zu Ajax Amsterdam ging, der Stand Samstagvormittag teuerste Winter-Einkauf. Kostenpunkt: 22,5 Millionen. Zum Vergleich: Eineinhalb Jahre zuvor hatten die Engländer noch mehr als das Doppelte an die Eintracht überwiesen.

Doch was Fans, die spektakuläre und teure Transfers als einen wesentlichen Teil des Fußball-Geschäfts ansehen, nervt, mag den einen oder anderen Traditionalisten auch freuen. Aufstrebende Vereine, die durch eine kluge Personalpolitik in den vergangenen Jahren Werte geschaffen haben, können ihre Mannschaften derzeit leichter zusammenhalten und entwickeln. Der Euro oder auch das Pfund sitzt bei vielen Vereinen einfach nicht mehr so locker. Daher glaube ich auch nicht, dass bis zum Transferschluss noch viel passieren wird.