31. Mai 2020 / 17:53 Uhr

„Transfermarkt.de“: RB Leipzig mit größtem Transferdefizit aller Bundesligisten seit Aufstiegsjahr

„Transfermarkt.de“: RB Leipzig mit größtem Transferdefizit aller Bundesligisten seit Aufstiegsjahr

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Die drei teuersten Zugänge der RBL-Geschichte: Naby Keita (29,75 Mio. €), Kevin Kampl (20 Mio. €) und Dani Olmo (19 Mio. €) (v.l.n.r., Zahlen von transfermarkt.de).
Die drei teuersten Zugänge der RBL-Geschichte: Naby Keita (29,75 Mio. €), Kevin Kampl (20 Mio. €) und Dani Olmo (19 Mio. €) (v.l.n.r., Zahlen von transfermarkt.de). © GEPA Pictures
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Nur RB Leipzig und der FC Bayern München haben seit der ersten Leipziger Saison in der Fußball-Bundesliga ein dreistelliges Millionendefizit in der Transferbilanz zu verbuchen. Dagegen kann sich Borussia Dortmund im selben Zeitraum über ein stattliches Plus freuen.

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Nach einem Bericht des Online-Portals „transfermarkt.de“ hat kein Verein in der Fußball-Bundesliga seit der Saison 2016/17 so ein großes Transferminus angehäuft wie RB Leipzig. Damals stiegen die Sachsen sieben Jahre nach ihrer Gründung im zweiten Versuch ins deutsche Oberhaus auf. Einnahmen von 147,39 Millionen Euro stehen Ausgaben von fast 284,58 Millionen Euro gegenüber. Macht ein Defizit von 137,19 Millionen Euro. Der Grund: In den vergangenen vier Jahren investierte der Bundesliga-Vierte nie weniger als 60 Millionen pro Saison in neue Spieler. Mit Naby Keita, der 2018 für 60 Millionen zum FC Liverpool wechselte, wurde jedoch nur ein Leistungsträger für eine stattliche Summe verkauft.

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DURCHKLICKEN: RB Leipzigs Rekordzugänge

<b>Platz 9: Matheus Cunha.</b> Der Brasilianer kam in der Sommer-Transferphase 2018/19 vom schweizerischen Erstligisten FC Sion. Ablöse damals: 15 Mio. € (laut tm.de). Zur Galerie
Platz 9: Matheus Cunha. Der Brasilianer kam in der Sommer-Transferphase 2018/19 vom schweizerischen Erstligisten FC Sion. Ablöse damals: 15 Mio. € (laut tm.de). ©

Diesen Sommer sind aufgrund der finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise geringere Ausgaben zu erwarten. Durch den eventuellen Verkauf von Timo Werner oder Dayot Upamecano könnte RB sogar einen deutlichen Transferüberschuss erwirtschaften.

Dortmund investierte fast 500 Millionen Euro in den Kader

Das zweitgrößte Transferminus nach RB verbuchte der FC Bayern mit 117,45 Millionen, gefolgt von Hertha BSC mit 84,06 Millionen, dem VfL Wolfsburg (83,05 Millionen), Schalke 04 (48,1) und Bayer Leverkusen (46,5 Millionen). Dagegen hat Borussia Mönchengladbach nur ein Defizit von 2,12 Milionen aufzuweisen.

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<b>Platz 10: Marvin Compper.</b> 3 1/2 Jahre im Trikot der Roten Bullen: Im Januar 2018 wechselt Marvin Compper für 1,14 Mio. € (laut tm.de) zu Celtic Glasgow. Mittlerweile spielt er wieder in Deutschland: In Liga 3 beim MSV Duisburg. Zur Galerie
Platz 10: Marvin Compper. 3 1/2 Jahre im Trikot der Roten Bullen: Im Januar 2018 wechselt Marvin Compper für 1,14 Mio. € (laut tm.de) zu Celtic Glasgow. Mittlerweile spielt er wieder in Deutschland: In Liga 3 beim MSV Duisburg. ©

Das größte Transferplus seit 2016 erwirtschaftete Borussia Dortmund mit 116,72 Millionen Euro. Obwohl der BVB mit Gesamtausgaben von fast 500 Millionen die Liga deutlich anführt, nahmen die Westfalen durch Spielerverkäufe auch 611,65 Millionen Euro ein (ebenfalls Platz eins). Auch die TSG Hoffenheim (82,08), der VfB Stuttgart (29,34), Mainz 05 (27,35) und Eintracht Frankfurt (24,22) verbuchten durch Spielerverkäufe deutliche Gewinne.

RB bei Spielerinvestitionen auf Rang drei

Bei den Investitionen lagen Bayern München und RB deutlich hinter dem BVB mit 340 Mio. bzw. 284 Mio. Euro auf den Plätzen zwei und drei der Fußball-Bundesliga. Der überraschend große Ausgaben-Abstand zwischen dem Rekordmeister und Dortmund ist unter anderem auf die ungleiche Fluktuation im Kader zurückzuführen. Während die Mannschaft von Lucien Favre seit dem Sommer 2016 67 Zugänge verbuchte, waren es bei den Münchenern nur 39.

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Im internationalen Vergleich wirtschaften die Bundesliga-Club übrigens eher solide. Das größte Transferdefizit seit 2016/17 haben Manchester City (534,11 Millionen Euro), Manchester United (484,82), der FC Barcelona (374,10) und Paris St. Germain (366,4) angehäuft. RB liegt auf Platz 19, Bayern auf dem 22. Rang. Nach den Financial-Fairplay-Vorschriften des Europäischen Fußball-Verbandes UEFA sollen an den europäischen Klubwettbewerben teilnehmende Vereine über einen Bewertungszeitraum von drei Jahren nur so viel Geld ausgeben, wie sie durch Spielerverkäufe, TV-Rechte und Sponsoren einnehmen. Allerdings dürfen Defizite bis 30 Millionen Euro von einem Investor oder privatem Geldgeber ausgeglichen werden. Im Zuge der Corona-Krise hatte die UEFA die Regularien ein wenig gelockert.