28. Juni 2022 / 11:28 Uhr

Transfers von Götze, Alario und Co.: Schafft es Eintracht Frankfurt mit den CL-Millionen in die Bundesliga-Spitze? 

Transfers von Götze, Alario und Co.: Schafft es Eintracht Frankfurt mit den CL-Millionen in die Bundesliga-Spitze? 

Tobias Manzke und Timon Zöfelt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mario Götze (links) und Lucas Alario sollen Eintracht Frankfurt in der anstehenden Saison helfen.
Mario Götze (links) und Lucas Alario sollen Eintracht Frankfurt in der anstehenden Saison helfen. © IMAGO/dpa/Eibner (Montage)
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Eintracht Frankfurt ließ mit Sommer-Transfers wie Mario Götze und Lucas Alario aufhorchen, sammelte durch das Erreichen der Champions League zudem wichtige finanzielle Mittel. Schafft es die SGE, sich dauerhaft in der Bundesliga-Spitze zu etablieren? Die SPORTBUZZER-Redakteure Tobias Manzke und Timon Zöfelt diskutieren. 

PRO: Ja, weil bei der Eintracht vieles gut zusammen passt

von SPORTBUZZER-Chefreporter Tobias Manzke

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Das zweite Bundesliga-Ausrufezeichen in diesem Transfersommer hat Eintracht Frankfurt gesetzt. Nach der Verpflichtung von Sadio Mané durch den FC Bayern München ist der Wechsel von Weltmeister Mario Götze zu dem Europa-League-Sieger aus Hessen der bisherige Knaller der Wechselperiode. Der Goldjunge von Rio zurück in der Bundesliga, dazu holte das Team von Trainer Oliver Glasner mit Lucas Alario von Konkurrent Bayer Leverkusen einen Stürmer, der die Liga kennt und weiß, wo das Tor steht.

Die beiden Wechsel zeigen: Die Eintracht ist in der Bundesliga eine feine Adresse geworden – nicht nur für Talente, sondern auch für etablierte Profis. Der Klub, der 2016 fast abgestiegen wäre, steht vor einer rosigen Zukunft. Götze und Alario sind dabei ein Bestandteil. Die Millionen, die durch die Champions-League-Teilnahme in die Kasse fließen, ein anderer. Beides ermöglicht der Eintracht, dauerhaft in die Spitzengruppe der Bundesliga aufzusteigen – wenn kontinuierlich so stark weitergearbeitet wird. Dafür steht Sportvorstand Markus Krösche, der mit bisher cleveren Transfers seinen hochgelobten Vorgänger Fredi Bobic beinahe hat vergessen lassen. Und auch Trainer Oliver Glasner, der schon mit dem VfL Wolfsburg in die Champions League einzog, weiß, wie erfolgreiche Arbeit mit einer Mannschaft geht.

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Natürlich ist nicht vorauszusagen, ob Götze und Alario funktionieren und die Millionen aus der Königsklasse garantieren nicht in der nächsten Saison auch wieder die Königsklasse. Allerdings passt bei der Eintracht im Moment viel zusammen: Enthusiastische Anhänger, ein breiter Kader, der auch Unterschiedsspieler enthält, sowie strategisch starke Arbeit der Verantwortlichen. Die Chance, sich hinter Bayern, Borussia Dortmund und auch RB Leipzig als vierte Kraft in der Liga einzureihen, war wohl noch nie so groß.

CONTRA: Nein, weil es für nachhaltigen Erfolg mehr braucht als prominente Namen

von SPORTBUZZER-Redakteur Timon Zöfelt

Ohne Zweifel: Der Europa-League-Coup entfachte Euphorie rund um Eintracht Frankfurt. Die damit verbundene historische Königklassen-Qualifikation setzte in der Mainmetropole viel Positives frei, verhalf darüber hinaus zu namhaften Transfers wie denen von Götze und Alario. Doch Achtung: Ein erster Schritt in eine vielversprechende Zukunft sind die jüngsten Errungenschaften zwar, prominente Namen und Atmosphäre allein werden der SGE auf dem Platz jedoch nicht reichen, um sich nachhaltig in der Bundesliga-Spitze zu etablieren.

Warum? Klar: Die Götze-Karriere erhielt dank teils starker Leistungen des Offensivmanns in der Eredivisie wieder Auftrieb. Doch das Niveau in der niederländischen Eliteliga ist keineswegs mit dem in der Bundesliga gleichzusetzen – ganz zu schweigen vom Level in der Champions League. Den Nachweis, dass der beim BVB am Ende gescheiterte Held des weit zurückliegenden WM-Finals von 2014 noch auf allerhöchstem Niveau performen kann, ist der inzwischen 30-Jährige noch schuldig.

Hinzu kommt mit Alario ein Spieler, dessen Qualitäten in Leverkusen zuletzt nicht für einen Stammplatz reichten. Die beiden großen Gesichter des vermeintlichen SGE-Aufbruchs liefern bei allem Glanz des prominenten Namens aktuell nicht mehr als einen Blick ins Ungewisse. Ähnliches gilt für eher unbeschriebene Blätter á la Randal Kolo Muani oder Hrvoje Smolcic. Zudem wird mit Filip Kostic ein wichtiger Tempo-Spieler und Leistungsträger den Verein wohl verlassen. Und: Die Eintracht hat als Bundesliga-Elfter der abgelaufenen Saison gezeigt, dass bei Dreifachbelastung mindestens ein Wettbewerb auf der Strecke bleiben muss. Um ganz oben mitzuhalten, wird es auch in der anstehenden Spielzeit nicht reichen.