05. September 2019 / 08:22 Uhr

"Wissen, dass das Geduld erfordert": Martin Kind erklärt den Sparkurs von Hannover 96

"Wissen, dass das Geduld erfordert": Martin Kind erklärt den Sparkurs von Hannover 96

Tobias Manzke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Martin Kind sieht sich bei Hannover 96 zu Sparmaßnahmen gezwungen.
Martin Kind sieht sich bei Hannover 96 zu Sparmaßnahmen gezwungen. © nordphoto/Witke / imago images
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Der Zweitliga-Start von Hannover 96 war ernüchternd, die großen Kracher-Transfers in der Sommerpause blieben aus. Profiboss Martin Kind erklärt, warum die Roten zum Sparen gezwungen sind und wieso das Saisonziel der Aufstieg bleibt.

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Die Mannschaft von Hannover 96 steht – zumindest bis Anfang 2020, wenn das Transferfenster wieder öffnet. Mit Marc Stendera (23) und Dennis Aogo (32) hat der Klub neun Neuzugänge verpflichtet, 18 (!) Spieler haben den Verein seit dem Abstieg aus der Bundesliga verlassen.

Ein Riesenumbruch, dessen „abschließende Bewertung noch zu früh ist“, sagt Profiboss Martin Kind. „Wir haben uns für einen Neuaufbau entschieden und wissen, dass das auch Geduld erfordert.“ Vor allem hat sich der Verein für einen Neuaufbau im Sparprogramm entschieden. Nur 3,1 Millionen Euro hat Sportdirektor Jan Schlaudraff für Verstärkungen ausgegeben. Zum Vergleich: Der Hamburger SV hat mit rund 12 Millionen Euro fast das Vierfache investiert.

Jonathas war ein Millionendesaster

Geld, das 96 nicht zur Verfügung hat, wie Kind erklärt. „Wir haben die vergangene Saison mit einem hohen Verlust abgeschlossen und werden auch in der laufenden Saison Verluste erwirtschaften“, erklärt der Profiboss. „Darüber hinaus verweise ich auf die finanzielle Unterstützung für 96 e.V. Insofern ist wirtschaftliche Vernunft geboten.“

Zudem hängen 96 noch die schlimmen Transferentscheidungen der Vergangenheit nach, wie zum Beispiel Jonathas. Der Sturm-Flop war mit 10 Millionen Euro der 96-Rekordeinkauf. Vor Kurzem hat der Verein seinen Vertrag aufgelöst. Ein Millionendesaster für den Verein. Geholt hatte den Stürmer damals Ex-Manager Horst Heldt. „Die Entscheidungen der Vergangenheit haben uns sportlich und wirtschaftlich massiv geschadet“, so Kind. „Deshalb haben wir neue Strukturen geschaffen und sind dabei, diese weiterzuentwickeln.“

Bilder vom Nachmittagstraining von Hannover 96 (4. September):

Trainer Mirko Slomka gibt Anweisungen.  Zur Galerie
Trainer Mirko Slomka gibt Anweisungen.  ©
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Ladenhüter belasten den 96-Etat

Das kann allerdings dauern. Es ist ein Neuaufbau auf Raten bei 96 – der vielleicht nicht zum direkten Wiederaufstieg führt. Trainer Mirko Slomka hat erst spät die letzten Puzzleteile seiner Mannschaft zur Verfügung gestellt bekommen. Dass mit Stendera und Aogo auf Knopfdruck die Probleme bei Kreativität und Durchschlagskraft weggezaubert werden, darf doch stark bezweifelt werden. Was 96 bisher sportlich zeigte, lässt sich durchaus auch als sparsam bezeichnen. Jetzt steht die Mannschaft – und das kann sich ändern.

Von der Sparpolitik hin zu größeren Ausgaben dürfte es bei 96 aber nur in kleinen Etappen gehen – wenn neue Investoren einsteigen oder die Gesellschafter frisches Geld in die Profiabteilung pumpen. Kind betont zwar, „dass wir in dieser Saison immer noch den dritt- oder viertgrößten Etat der 2. Liga haben“, was aber auch daran liegt, dass viele Spieler noch (zu) gut dotierte Verträge aus der Vergangenheit haben.

Das ist der komplette Kader von Hannover 96 in der Saison 2019/20

Tor: Michael Esser (Rückennummer 23) Zur Galerie
Tor: Michael Esser (Rückennummer 23) ©

Aufstieg bleibt trotzdem das Ziel

Einige dieser Kontrakte (Matthias Ostrzolek, Miiko Albornoz, Michael Esser) laufen am Saisonende aus. „Entsprechend haben wir im Hinblick auf das Vertragsmanagement und mit Blick auf die Zukunft Transferentscheidungen vorgenommen“, sagt Kind, der damit die Verpflichtung von Ron-Robert Zieler oder Jannes Horn als dritten Linksverteidiger erklärt.

"Gibt noch keinen Grund, die Saison zu bewerten"

Trotz Miniausgaben und mäßigem Saisonstart: Von einem Jahr der Stabilisierung will Kind aber nicht sprechen. „Es gibt nach fünf Spieltagen keinen Grund, die Saison schon zu bewerten. Die Möglichkeit, um einen der Aufstiegsplätze zu spielen, besteht nach wie vor. Und das bleibt – siehe Etat – unser Ziel“, so der Profiboss.

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