23. April 2021 / 11:12 Uhr

Transferwirbel in Österreich: Unerlaubte Deals mit zwei Wolfsburg-Profis?

Transferwirbel in Österreich: Unerlaubte Deals mit zwei Wolfsburg-Profis?

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Transferwirbel: In der News-Titelgeschichte um Jürgen Werner werden auch Paulo Otavio und Joao Victor vom VfL Wolfsburg erwähnt.
Transferwirbel: In der "News"-Titelgeschichte um Jürgen Werner werden auch Paulo Otavio und Joao Victor vom VfL Wolfsburg erwähnt. © Roland Hermstein / Boris Baschin
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Das Magazin "News" berichtet in Österreich über angeblich nicht erlaubte Transfer-Deals mit zahlreichen Fußball-Profis. Genannt werden unter anderem die Namen von Paulo Otavio und Joao Victor, die aktuell beim VfL Wolfsburg unter Vertrag stehen.

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Um die Wechsel von Joao Victor und Paulo Otavio aus Österreich in die deutsche Bundesliga gibt es Ärger. Jürgen Werner, Vizepräsident des Linzer ASK, soll Transferrechte an den beiden heutigen Spielern des VfL Wolfsburg und an mehr als 40 weiteren Profis gehalten haben. Das aber ist nach FIFA-Regularien seit sechs Jahren verboten. Werner habe, so legt es das österreichische Magazin "News" in einer Titelstory "Der Fußball-Pate" nahe, gegen dieses Verbot einer sogenannten "Third Party Ownership" verstoßen - indem er mit einer Investment-Firma Transferrechte erworben hat.

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In dem Bericht heißt es unter anderem, dass "laut einer Aufstellung aus dem Jahr 2017 und weiteren vertraulichen Urkunden aus späteren Jahren (...) Jürgen Werner entweder zur Gänze oder zumindest teilweise wirtschaftlicher Eigentümer der Transferrechte von mehr als 40 LASK-Spielern" gewesen sei.

In dem Bericht werden unter anderem Victor und Otavio als Beispiele genannt. Victor war 2019 aus Linz zum VfL Wolfsburg gewechselt, Otavio 2017 zum FC Ingolstadt, ehe er 2019 zum VfL kam. Die Werner-Firma IFI (International Football Investments) habe, so heißt es in dem Magazin, am Victor-Wechsel 2,5 Millionen Euro verdient und habe an Otavio zum Zeitpunkt des Wechsels nach Ingolstadt (für 1,35 Millionen Euro) 50 Prozent der Transferrechte gehalten.

Der VfL selbst ist von den im "News"-Bericht genannten Vorwürfen nur am Rande betroffen. Beim Wechsel von Otavio nach Wolfsburg war der FC Ingolstadt Verhandlungspartner. Bei der Verpflichtung von Victor aus Linz sei, so Manager Jörg Schmadtke auf SPORTBUZZER-Nachfrage, "alles korrekt und ganz normal abgelaufen".

Werner selbst erklärte gegenüber "News", dass "aktuell weder ich noch irgendeine Firma wirtschaftlicher Eigentümer eines LASK-Spielers ist. Sämtliche Transferrechte aller Spieler des LASK liegen beim LASK."

Werner (59) war österreichischer Nationalspieler und arbeitet seit dem Ende seiner aktiven Karriere als Fußballmanager und Spielervermittler. Seit 2019 ist er Vizepräsident des Linzer ASK. Von dort kamen neben Victor auch Trainer Oliver Glasner und Ersatztorwart Pavao Pervan zum VfL. Mit Schmadtke verbindet Werner ein freundschaftliches Verhältnis. Zuletzt war Werner unter anderem im Oktober 2020 in Wolfsburg, um (vergeblich) über einen Wechsel von Omar Marmoush nach Linz zu verhandeln.