09. Mai 2022 / 08:49 Uhr

Trauer um Ernst Luding: Trainerlegende im Alter von 79 Jahren verstorben

Trauer um Ernst Luding: Trainerlegende im Alter von 79 Jahren verstorben

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Ernst Luding (links) mit Ehefrau Christa auf einer „Universum Champions Night“ vor mehreren Jahren in Dresden.
Ernst Luding (links) mit Ehefrau Christa auf einer „Universum Champions Night“ vor mehreren Jahren in Dresden. © Frank Dehlis (Archiv)
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Ernst Luding, der frühere Eisschnelllauftrainer und Ehemann von Olympiasiegerin Christa Rothenburger, ist am vergangenen Donnerstag nach einer kurzen und schweren Krankheit „daheim friedlich eingeschlafen“. Er hatte unter anderem seine spätere Ehefrau Christa und Skadi Walter in die Weltspitze geführt.

Dresden. Es ist eine traurige Nachricht für den Dresdner Sport. Der ehemalige Weltklasse-Eisschnelllauftrainer Ernst Luding ist tot. Wie Ehefrau Christa Luding bestätigte, erlag der 79-Jährige bereits am Donnerstag einer kurzen schweren Krankheit. „Er ist daheim friedlich eingeschlafen“, sagte die 62-Jährige, die mit ihrem Ernst über 30 Jahre verheiratet war, mit ihm privat und sportlich ein eingeschworenes Team bildete.

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Zu DDR-Zeiten versuchte sich der gebürtige Dresdner selbst in mehreren Sportarten. Seine Leidenschaft galt in erster Linie dem Eishockey. Mehrere Jahre jagte er als Spieler in der damaligen Dresdner Oberliga-Mannschaft dem Puck gemeinsam mit seinem älteren Bruder Egon (starb 2015) hinterher. Schon 1966 stieg er ins Trainergeschäft ein, absolvierte fast gleichzeitig von 1964 bis 1969 sein Hochschulstudium an der DHfK Leipzig/Außenstelle Dresden.

Weitere Personalien vom Dresdner Sport

Als die DDR-Sportführung 1970 den Eishockeysport an den meisten Standorten dicht machte, wechselte der gelernte Flugzeugmechaniker und diplomierte Trainer die Sportart und baute gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Rainer Mund beim damaligen SC Einheit Dresden eine Eisschnelllauf-Sektion auf, die später als eine der erfolgreichsten der Welt galt.

Luding führte Christa Rothenburger in die Weltspitze

Ernst Luding widmete sich vorrangig dem Sprint und führte mit Christa Rothenburger, die er 1988 auch heiratete, eine Ausnahmeathletin in die Weltspitze. Unter seinen Fittichen holte sie nicht nur zweimal Olympia-Gold, sondern stellte 1988 einen olympischen Rekord für die Ewigkeit auf. Als erste Frau der Welt gewann sie im gleichen Jahr Medaillen bei Sommer- und Winterspielen. Zunächst erkämpfte sie sich in Calgary Gold über 1000 m auf dem Eis, wenige Monate später sicherte sie sich in Seoul Silber im Radsprint. In beiden Sportarten gewann sie auch WM-Titel. Mit Skadi Walter brachte Ernst Luding eine weitere Sprinterin in die Weltspitze, die bei den Olympischen Spielen 1984 Platz fünf über 500 m belegte. Zuvor hatte er zudem auch schon Klaus Knauer zu drei WM-Teilnahmen geführt.

Als Christa Luding ihre einzigartige Karriere mit einer Olympia-Bronzemedaille 1992 beendete, sah auch Ernst, der ein fröhlicher Mensch war und bei Feiern gern die Gitarre rausholte, keine Perspektive in seinem Job mehr. Gemeinsam bauten sie in Dresden ein Fuhrunternehmen auf, das er bis zum Beginn seiner Krankheit in diesem Winter auch noch immer leitete. Ernst Luding hinterlässt zwei erwachsene Töchter (aus erster Ehe), zwei Söhne (mit Christa Luding) sowie fünf Enkel und drei Urenkel.