12. Dezember 2019 / 10:20 Uhr

"Ein Traum von mir": Ginczek kehrt gegen St. Etienne in die VfL-Startelf zurück 

"Ein Traum von mir": Ginczek kehrt gegen St. Etienne in die VfL-Startelf zurück 

Alexander Flohr
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Daniel Ginczek kehrt nach seiner Verletzung das erste Mal nach sieben Monaten in die Startelf zurück.
Daniel Ginczek kehrt nach seiner Verletzung das erste Mal nach sieben Monaten in die Startelf zurück. © imago/uefa/montage
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Am Donnerstagabend empfangen die "Wölfe" im letzten Europa-League-Gruppenspiel die AS St. Etienne. Dabei probiert Trainer Oliver Glasner neues Personal aus. Auch Daniel Ginczek wird anfangen, dessen Wucht sein Trainer vermisste. Für den 28-Jährigen wird ein Traum wahr. 

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Für fast alle Profis des Bundesligisten VfL Wolfsburg geht es am Donnerstagabend (21 Uhr) im letzten Spiel der Europa League gegen die AS St. Etienne darum, sich bei Trainer Oliver Glasner ins Rampenlicht zu spielen. Die Reservisten sollen sich zeigen und ihre Chance nutzen.

Ginczeks Traum aus Kindertagen

Für Daniel Ginczek hat die Partie allerdings vor allem einen emotionalen Charakter. Erstmals nach seiner Rücken-OP und einer Ausfallzeit von fast sieben Monaten kehrt er gegen die Franzosen zurück in die Startelf – und kommt zu seinem ersten Einsatz in einem europäischen Wettbewerb. Noch nie zuvor in seiner Karriere hatte der 28-Jährige dort gespielt. Der Stürmer strotzt vor Euphorie: „Das ist ein Riesen-Erfolg. Ich freue mich wie ein kleiner Junge. Es war immer ein Traum von mir, in einem Wettbewerb wie der Europa League zu spielen.“

Im Stadion werden auch einige Verwandte und Freunde dabei sein, um Ginczek zu unterstützen. „Alle freuen sich für mich. Ich musste die eine oder andere Karte besorgen“, sagte er. „Meine Schwester kommt extra angereist und fährt in der Nacht wieder zurück.“

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Bilder der Weihnachtsfeier des VfL Wolfsburg. ©

"Natürlich will ich direkt zeigen, was ich kann"

Zu viel sollten sie vom Angreifer allerdings noch nicht erwarten. Im Heimspiel gegen Werder Bremen (2:3) hatte Ginczek sein Kurz-Comeback gefeiert, stand 13 Minuten auf dem Platz. Nun darf er von Beginn an ran. Doch für 90 Minuten wird es noch nicht reichen. „Natürlich will ich direkt zeigen, was ich kann. Ich will immer Vollgas geben“, so Ginczek, „doch ich hatte viele Verletzungen und versuche nun, die Belastung zu steuern. Für das Spiel fühle ich mich bereit – so lange es geht. Ich will mich für die letzten Spiele anbieten.“

Folgt Antwort auf die Glasner-Wut?

Wahrscheinlich ist, dass er etwa 60 Minuten auf die Tube drückt und danach vom Platz geht. In dieser Zeit könnte er für einen Ruck in der Mannschaft sorgen. Glasner hatte einigen seiner Spielern nach der Niederlage in Freiburg (0:1) vorgeworfen, dass sie mehr Einsatz geben sollten. Ginczek, der nicht im Kader gestanden hatte, war damit nicht angesprochen.

Mit seiner Euphorie könnte er den Rest des Teams pushen. Ginczek: „Ich bin ja schon einer der älteren Spieler. Da gehört es zu meiner Pflicht, die Jungs anzuschieben. Generell sind wir aber alle gefordert und müssen unsere Qualität auf den Platz bringen. Für uns ist es eine Riesen-Chance, auf uns aufmerksam zu machen.“

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Die Sehnsucht nach Ginczeks Wucht

Und Ginczek könnte sein erstes Tor für die Profis in dieser Saison erzielen. In der vergangenen Bundesliga-Spielzeit war er zusammen mit Admir Mehmedi (beide sieben Treffer) noch der beste Torschütze des VfL hinter Wout Weghorst (18 Tore). Seine Torgefährlichkeit fehlt den Wolfsburgern in dieser Phase der Saison.

Auch Glasner freut sich, dass Ginczek wieder auf Torejagd gehen kann: „Daniel ist uns die gesamte und Admir einen Teil der Hinrunde ausgefallen. Das hat man schon gemerkt. Daniels körperliche Präsenz und seine Abschlussqualität fehlen uns.“ Der Österreicher betonte aber auch, dass er seinem Stürmer keinen Druck machen wolle: „Sein letzter Startelfeinsatz war vor knapp sieben Monaten. Für ihn geht es darum, ein gutes Gefühl zu bekommen.“