30. August 2021 / 18:46 Uhr

Trauma-Bewältigung in Hausdorf: HFC Colditz erkämpft gegen Dohna ersten Saisonsieg

Trauma-Bewältigung in Hausdorf: HFC Colditz erkämpft gegen Dohna ersten Saisonsieg

Jens Richter
Leipziger Volkszeitung
Bei den Fußballern des HFC Colditz (rote Trikots) fallen wieder zahlreiche Tore – diesmal aber auf der richtigen Seite.
Bei den Fußballern des HFC Colditz (rote Trikots) fallen wieder zahlreiche Tore – diesmal aber auf der richtigen Seite. © Jens RIchter
Anzeige

Die ersten drei Punkte sind im Sack: Nach sieben Gegentoren im vergangenen Spiel ließ es der HFC Colditz vorne krachen und besiegte den SV Chemie Dohna glatt mit 4:0.

Colditz. Am 3. Spieltag der Landesklasse (Staffel Mitte) war Trauma-Bewältigung angesagt für den HFC Colditz. Nach dem 0:7-Debakel in der Vorwoche bei den Chemnitzer Fortunen rehabilitierten sich die Hausdorfer am Sonntag mit einem 4:0 gegen den SV Chemie Dohna. Tor- und punktlos waren die Gäste angereist – und damit scheinbar der passende Gegner. Dieser musste sich nach eher kampfbetonten 90 Minuten plus Nachspielzeit klar geschlagen geben. Wobei Chemie Dohna gar nicht mal chancenlos war, wenigstens das erste Saisontor zu erzielen.

Anzeige

Bann endlich gebrochen

Die Richter-Schützlinge aus Colditz kamen nicht wirklich gut in diese Partie, zeigten stattdessen zunächst das „Chemnitz-Gesicht“ – zu weit weg von den Gegenspielern, einfache Fehler, viele Ballverluste, kaum Angriffsdruck. Und da das auch beim Gast aus Dohna ähnlich lief, sahen die wenigen Zuschauer (unter ihnen der unter der Woche an der gerissenen Achillessehne operierte Torwart-Oldie Sebastian Frenzel) ein recht zerfahrenes Spiel, dem wohl nur ein Tor aus der Misere helfen konnte.

Mehr zum Fußball

Nach einer halben Stunde fasste sich der diesmal in der Innenverteidigung aufgelaufene Toni Bunzel ein Herz und schickte mit einem langen Ball Max Demmler auf dem linken Flügel auf die Reise. Der setzte sich endlich einmal energisch durch und flankte das Leder vors Tor, wo der heranstürmende Tom Reißig nur noch einzunetzen brauchte – der Bann war endlich gebrochen und die Hoffnung auf ein besseres Spiel groß.

Paul Reichelt hält die Null

Langsam begann das Colditzer Zweikampfverhalten seinen Namen auch zu verdienen und man spielte etwas genauer nach vorn. Nur acht Minuten später nutzte der andere Flügel-Max, namentlich Lindner, seine Chance und traf souverän, nachdem er zuvor bereits eine gute Gelegenheit über links liegengelassen hatte. Weitere Einschussmöglichkeiten durch Drobniak und Reißig blieben ungenutzt, sodass es mit einem 2:0-Vorsprung und viel Redebedarf in die verdiente Pause ging. Auch in der zweiten Halbzeit wurde diese Landesklasse-Begegnung keine Gala mehr. Während die eher rustikal vorgehenden Gäste mit viel Körpereinsatz und langen Bällen erfolglos versuchten, zum ersten Saisontor zu kommen, arbeiteten sich die HFC-Kicker zurück ins wahre Fußball-Leben.

Sie wurden mutiger und fanden nach der Einwechslung von Neumann nach und nach den Faden wieder, der verloren gegangen zu sein schien. Dieser kleine Schritt nach vorn manifestierte sich auch im Ergebnis. Denn durch einen Drobniak-Freistoß und einen Neumann-Treffer nach tollem Drobniak-Pass kurz vor Schluss konnten noch insgesamt vier der sieben Gegentore aus der Vorwoche wieder aufgeholt werden. Um die Null diesmal zu halten, brauchte es allerdings auch einige tolle Paraden des zum Glück trotz anhaltender Beschwerden zwischen die Pfosten zurückgekehrten Stammtorwarts Paul Reichelt, der seiner Mannschaft wieder die gewohnte Sicherheit geben konnte – und so seinen Anteil hatte am ersten Saisonsieg des HFC Colditz. Am nächsten Sonntag geht es in der zweiten Runde des Sachsenpokals auswärts zur SG Kreinitz.

HFC Colditz: Reichelt - Schmidt (Voigtländer), Leonhardt, Mörtlbauer, P. Richter (Hoffmann), Drobniak (1), Demmler, Reißig (1), (Neumann (1)), Bunzel (Kusior), Lindner(1), P. Eisert.