19. April 2021 / 15:49 Uhr

Träume, Ziele, Interesse anderer Klubs: Wolfsburgs Iredale erklärt seinen Wechsel nach Paderborn

Träume, Ziele, Interesse anderer Klubs: Wolfsburgs Iredale erklärt seinen Wechsel nach Paderborn

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Freut sich auf seine Aufgabe in Paderborn: Noch-VfLer John Iredale.
Freut sich auf seine Aufgabe in Paderborn: Noch-VfLer John Iredale. © Roland Hermstein
Anzeige

Mit Julian Justvan trifft John Iredale beim SC Paderborn auf einen ehemaligen Team-Kollegen aus der Regionalliga-Mannschaft des VfL Wolfsburg. Doch nicht nur der Werdegang des Mittelfeldspielers hat den Australier bei seiner Entscheidung beeinflusst, nach Ostwestfalen zu wechseln.

Anzeige

Paderborn scheint das neue Fürth zu sein. Zumindest aus Sicht des VfL Wolfsburg. Denn mit John Iredale hat nach Julian Justvan der nächste hochtalentierte Jungspund aus dem U23-Team des Fußball-Bundesligisten einen Profi-Kontrakt in Ostwestfalen unterschrieben. Zuvor war vor allem die Spielvereinigung aus Franken (unter anderem Anton Stach, Paul Seguin) dafür bekannt, Ex-VfLer unter Vertrag zu nehmen. Dem australischen Nachwuchs-Nationalspieler sind die zahlreichen Beispiele ehemaliger Wolfsburger Nachwuchs-Kicker, die im Profi-Bereich Fuß fassen konnten, jedenfalls nicht unbekannt. Auch deshalb hat er sich für den nächsten Schritt bei dem Zweitligisten entschieden.

Anzeige

"Ich schaue immer, was sie machen und bin sehr stolz auf die Schritte, die sie in dieser Saison gemacht haben", sagt Iredale über seine Ex-Kollegen Stach und Omar Marmoush (verliehen an St. Pauli), deren Werdegänge seine Entscheidung maßgeblich beeinflusst haben. "Aber vor meinem Wechsel habe ich mich nur mit Julian unterhalten." Und der musste den 21-Jährigen nicht lange überzeugen. "Er hat mir nur gute Dinge erzählt. Ich habe mit ihm über den Klub, die Gegebenheiten und die Leute dort gesprochen. Ich hatte direkt ein gutes Gefühl."

Mehr zum VfL Wolfsburg

Auch andere Klubs hatten Interesse

Das hatte der Noch-VfLer (Vertrag läuft im Sommer aus) auch bei den Gesprächen mit den Klub-Verantwortlichen. "Ein paar andere Vereine aus der zweiten Bundesliga hatten auch Interesse, aber Paderborn zeigte das größte. Ich hatte beim SC wirklich das Gefühl, dass sie mich wollen." Und so erfüllte sich Iredale seinen großen Traum vom Profi-Fußball, unterschrieb in Ostwestfalen für zwei Jahre. "Seitdem es offiziell ist, fühlt es sich auch so an. Ich darf es endlich jedem erzählen", sagt der Stürmer stolz.

Dafür nahm er auch einen langen Weg auf sich, "das waren große Schritte für mich und meine Familie". In Sydney geboren, zog es ihn 2017 gemeinsam mit seiner Familie in die Niederlande, er heuerte in der Jugend des SC Heerenveen an. Alleine wechselte er dann vor zwei Jahren nach Wolfsburg. Corona und eine langwierige Fuß-Verletzung machten es ihm schwer, sich zu zeigen. Aber wenn er spielte, lieferte Iredale in der Regionalliga immer ab, war stets Leistungsträger in der U23 (insgesamt 21 Spiele, 14 Tore, 4 Vorlagen).

Ambitionierte Ziele in Paderborn

Jetzt also der nächste Schritt in Paderborn. Und dort hat der Knipser ambitionierte Ziele: "Ich will regelmäßig spielen. Ich muss hart arbeiten, um auf das Level der anderen Spieler zu kommen. Aber wenn es so weit ist, will ich im nächsten Jahr der Top-Torjäger im Team sein." Und das Wichtigste: Er will in einer ersten Mannschaft angreifen. "Ich wäre auch gern in Wolfsburg geblieben, aber als klar war, dass ich hier nicht direkt den Schritt in das erste Team machen kann, wusste ich, dass ich woanders hingehen muss, wo ich in der ersten Mannschaft spielen kann", sagt Iredale über seinen Gedankenprozess. "Das war leider nicht in Wolfsburg möglich, aber jetzt freue ich mich umso mehr auf Paderborn."

Aber nicht nur für das erste Team wollte sich Iredale in Wolfsburg anbieten, sondern auch für seinen zweiten großen Traum: die Olympischen Spiele in Tokio. Australien ist qualifiziert. Iredale noch nicht - die Corona-bedingt fehlende Spielpraxis in der Regionalliga ärgert ihn. Aber er bleibt optimistisch: "Das war nicht leicht. Ich hoffe, dass mein Wechsel nach Paderborn mein Potenzial widerspiegelt. Und ich hoffe auf ein Trainingscamp vor den Spielen, bei dem ich mich zeigen kann."