02. September 2021 / 11:08 Uhr

Trauzeuge gegen Bräutigam: Zweite Runde im Sachsenpokal birgt Extra-Reiz

Trauzeuge gegen Bräutigam: Zweite Runde im Sachsenpokal birgt Extra-Reiz

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Winkler Hänsel
Rico Winkler (r) war Carsten Hänsels Co bei Lok Leipzig und auch sein Trauzeuge. Nun treffen beide Trainer im Sachsenpokal aufeinander. © Archiv/Christian Nitsche
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Die beiden Trainer Rico Winkler und Carsten Hänsel kennen sich schon eine ganze Weile. Zusammen haben sie den Halleschen FC II, FC Eilenburg und Lok Leipzig trainiert. Zudem war Winkler auch Trauzeuge bei der Hochzeit von Hänsel. Nun stehen sich die beiden in der zweiten Runde des Sachsenpokals gegenüber, wenn der ESV Delitzsch auf Inter Leipzig trifft.

Leipzig. Der Fußball-Sachsenpokal hält viele Reize bereit. Den klassischen zwischen krassem Außenseiter und hohem Favoriten zum Beispiel. Oder auch den, dass sich Trainer und/oder einstige Kollegen wieder über den Weg laufen, die sich, weil heute in unterschiedlichen Ligen aktiv, lange nicht gesehen haben. So wird das am Freitagabend, 17.30 Uhr, beim Spiel zwischen Landesklasse-Vertreter ESV Delitzsch und Oberligist Inter Leipzig sein.

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ESV-Trainer Rico Winkler war Trauzeuge bei der Hochzeit von Inter-Coach Carsten Hänsel. Sie kennen sich, weil Winkler einst beim Halleschen FC II, beim FC Eilenburg als auch beim 1. FC Lok Hänsels „Co“ war. Schenken werden sich die beiden dennoch nichts, zumindest nicht während des Spiels. Hänsel formuliert klar an sein Team: „Ich erwarte, dass wir 90 Minuten so auftreten, dass man die zwei Klassen Unterschied sieht. Wir haben keine Veranlassung, irgendeinen Gegner leicht zu nehmen.“ Das 0:1 vom letzten Punktspiel beim 1. FC Merseburg tue ihm immer noch weh.

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Neben den Oberligisten greifen in dieser 2. Runde auch die Regionalligisten ins Geschehen ein. Logisch, dass der 1. FC Lok Leipzig am Sonntag (14 Uhr) gegen den Vorletzten der Landesklasse West, die SpVgg Reinsdorf-Vielau, gewinnen wird. Etwas spannender verspricht da schon das Flutlicht-Ortsderby zwischen Chemie und Sachsenligist Blau-Weiß Leipzig (19 Uhr) zu werden. Zwar beträgt der Klassenunterschied zu Gunsten der Gastgeber (Blau-Weiß gab wie die Vielauer das Heimrecht aus organisatorischen Gründen ab) hier immerhin noch zwei Ligen, doch ein reiner Spaziergang wird es für die Grün-Weißen wohl nicht werden.

FSV Krostitz fordert SG Taucha heraus

Keine Rolle spielen dürfte indes der Umstand, dass die Chemiker nach ihrer Neugründung vor einigen Jahren das Sachsenliga-Spielrecht von Blau-Weiß erwarben, um schneller wieder nach oben zu kommen. Das half übrigens nicht, Chemie verspielte die Klasse gleich wieder, um dann Schritt für Schritt doch bis in Liga vier zu steigen. Gewissensbisse müssen die – heute längst anderen – Chemie-Spieler also nicht haben. Für die Gäste bedeutet das: Auch dem beim Spielrecht-Transfer so netten Gast wird bestimmt nichts geschenkt, zumal der Pokalwettbewerb zumindest für die heißen Anwärter auf den Cup, zu denen Chemie zählt, neben sportlichen auch finanzielle Anreize bietet.

Zwischen Kickers Markkleeberg und Regionalliga-Schlusslicht VfB Auerbach beträgt der Klassenunterschied gleichfalls zwei Ebenen. Angesichts der aktuellen VfB-Schwäche und dem jüngsten 5:0 der Kickers gegen Neusalza-Spremberg sind die Markkleeberger vielleicht gar nicht so chancenlos. Noch kleiner ist der nominelle Unterschied zwischen dem Landesklasse-Zweiten FSV Krostitz und Sachsenligist SG Taucha, eine Paarung die auch lokalen Reiz birgt. „Zumindest müssen wir nicht weit fahren, insofern gefällt uns der Gegner“, sagt SG-Trainer Marcus Jeckel. „Wir wissen aber, dass es dort nicht leicht wird, vor allem, wenn wir so schwach spielen wie zuletzt beim 1:3 in Radebeul.“ FSV-Coach Mike Geppert erinnert sich ungern an die hohe Testspielniederlage gegen die SGT vor einigen Wochen, sagt aber kämpferisch: „Jetzt sind wir besser in Form und wollen es den Tauchaern diesmal so schwer wie möglich machen. Vielleicht können wir eine kleine Sensation schaffen.“