09. Februar 2021 / 15:43 Uhr

Treckerreifen und heiße Lampen: So kämpft der VfL Wolfsburg gegen das Schnee-Chaos

Treckerreifen und heiße Lampen: So kämpft der VfL Wolfsburg gegen das Schnee-Chaos

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL Wolfsburg, Trainingsplatz vor der VW-Arena, von Schnee geräumt, Fußball-Bundesliga, Sport
Sorgt mit seinem Team dafür, dass die Profis trotz des Winters gute Bedingungen haben: Peter Sauer, seit 2015 Leiter Platzpflege beim VfL Wolfsburg. © Britta Schulze
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Viel Schnee, Minus-Temperaturen - der Winter hat Wolfsburg fest im Griff. Was heißt das für die Profis des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg, die am Mittwoch erstmals wieder trainieren werden?

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Am Mittwoch beginnt für die VfL-Profis des VfL Wolfsburg die Vorbereitung für das Heimspiel am Sonntagabend (18 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach – und zwar im Bibber-Winter Wolfsburg, das in den vergangenen Tagen viel Schnee abbekommen hat, der Räumdienst war im Dauereinsatz. Auch beim VfL hat das Team von Chef-Greenkeeper Peter Sauer in diesen Tagen mehr zu tun als sonst. „Klar, der Winter fordert auch uns“, sagt Sauer.

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Sein Team und er würden jetzt lieber Rasen mähen, aber das hat gerade nicht Priorität, sondern die Trainingsplätze und der Platz in der VW-Arena müssen für die Einheiten und das Spiel gegen die Gladbacher präpariert werden. Der Wintereinbruch sorgt da durchaus für die eine oder andere Hürde. „Wir müssen von Tag zu Tag schauen, was passiert – und dann den nächsten Schritt machen“, sagt der erfahrene Sauer.

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Rasen mähen, düngen, tiefenlockern und besanden stehen sonst auf der To-Do-Liste von Sauer und seinem Team, jetzt ist‘s der Kampf gegen die Schneemassen. Die Grünfläche in der Arena sowie der A-Trainingsplatz und der Platz neben dem AOK-Stadion sind mit Hybridrasen ausgestattet, auf dem vor der Arena soll am Mittwochnachmittag trainiert werden. Sauer ist zuversichtlich, dass es da „keine Probleme“ geben wird. „Die Rasenheizung läuft", sagt er. Der Trainingsplatz habe gerade nicht so viel Gras, was jedoch bei solchen Temperaturen hilft. Sauer: „Wenn der Platz einen Grasbestand wie im Sommer hätte, dann wäre die Heizung nicht so effizient.“

Ein Problem jedoch: Zwischen Rasen und Schnee hat sich „eine kleine Eisschicht gebildet“, so Sauer. „Da müssen wir jetzt warten, inwieweit wir die Eisschicht brechen können.“ Möglicherweise müsse man deshalb „mit einem Treckerreifen“ drüberfahren, „um den Bodenkontakt besser herstellen zu können. Man muss sich das so vorstellen: Man nimmt eine Eisenkette und zieht die über den Rasen, dann löst sich das Eis und fällt Richtung Boden.“ Den Rest erledige dann die Rasenheizung.

Sollte sich das Problem mit der Eisschicht nicht auf diesem Weg beheben lassen, müssen Sauer und seine Mitarbeiter am Mittwoch mit Schneeschieber auf den Platz gehen, „so wie wir das vorm Freiburg-Spiel auch gemacht haben“, erzählt der Leiter Platzpflege, dessen Team in der Arena wiederum noch die Beleuchtungs-Einheit stehen hat. Die ist eigentlich dafür da, um das Rasen-Wachstum anzuregen, aber momentan wird die „eher zum Schnee schmelzen als zur Beleuchtung genutzt“, erzählt Sauer, der mit seinen Mitarbeitern auch dafür verantwortlich ist, dass die Zuwege frei sind, wenn Wout Weghorst und Co. am Mittwoch im eiskalten Wolfsburg wieder auf dem Trainingsplatz schwitzen.

Trainer Oliver Glasner hat großes Vertrauen in Sauer und sein Team. Er hatte bereits am Wochenende gesagt: „Wir haben hier Trainingsplätze mit Rasenheizung, die von unseren Greenkeepern top gepflegt werden, deswegen gehe ich davon aus, dass wir ab Mittwoch keine Einschränkungen im Training haben werden.“