28. Februar 2021 / 17:25 Uhr

Treffer-Premiere für Wolfsburg-Shootingstar Lacroix: Eigentlich sollte er Torwart werden...

Treffer-Premiere für Wolfsburg-Shootingstar Lacroix: Eigentlich sollte er Torwart werden...

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mit Köpfchen! Maxence Lacroix entschied mit diesem Treffer die Partie des VfL gegen Hertha BSC.
Mit Köpfchen! Maxence Lacroix entschied mit diesem Treffer die Partie des VfL gegen Hertha BSC. © Roland Hermstein
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Jetzt macht er auch noch wichtige Tore! Maxence Lacroix ist nicht nur Shootingstar des VfL Wolfsburg, sondern mittlerweile ein Top-Innenverteidiger in der Fußball-Bundesliga. Dabei sollte er eigentlich seinem Vater nacheifern. Und der war Torwart...

Er ist erst 20, er hat in der vergangenen Saison noch in der 2. Liga Frankreichs gespielt - beides muss man sich immer wieder vor Augen halten, wenn man die wahnsinnige Entwicklung von Maxence Lacroix beschreiben will. Für den Innenverteidiger des VfL Wolfsburg kam jetzt am Samstag ein weiterer Meilenstein dazu: Der Kopfball-Treffer zum 2:0-Endstand gegen Hertha BSC war sein erster Treffer in der Fußball-Bundesliga.

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"Irgendwann muss man dann auch mal anfangen, in der Bundesliga Tore zu schießen", sagt er schmunzelnd. "Ich bin daher sehr zufrieden. Das Tor war natürlich das i-Tüpfelchen, um den Tag gut zu beenden." In der Europa-League-Quali hatte er bereits einmal getroffen, gegen Kukesi mit dem rechten Fuß. Kopfball, Schuss, Geschwindigkeit, Zweikampf-Timing - es scheint nichts zu geben, was Lacroix nicht kann. Wenn man vielleicht von einer Sache absieht. "Ich habe als Kind als Torwart angefangen, weil mein Vater Torwart war", erzählt er. "Ich war kein guter Keeper. Mein Vater hätte es gern gesehen, dass ich Torwart werde, aber zum Glück habe ich nicht allzu sehr darauf gehört, meine Talente liegen woanders..."

<b>Koen Casteels</b>: Vor der Pause lenkte er einen Tousart-Schuss über die Latte, danach erst wieder in den zweiten 45 Minuten gefordert, im zweiten Durchgang starke Parade gegen Zeefuik nach Pongracic-Patzer. - Note: 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Vor der Pause lenkte er einen Tousart-Schuss über die Latte, danach erst wieder in den zweiten 45 Minuten gefordert, im zweiten Durchgang starke Parade gegen Zeefuik nach Pongracic-Patzer. - Note: 2 ©

Unter anderem in seinem Tempo, das einer der Gründe war, die ihn für den VfL im vergangenen Sommer so interessant machten. Das sei, so meint das 5-Millionen-Euro-Schnäppchen bescheiden "ein Geschenk des Himmels. Ich war schon als kleiner Junge sehr schnell, das trainiere ich nicht besonders. Ich perfektioniere das nur, um mich nicht zu verletzen." Nach Verletzungsgefahr sah es gegen Hertha auch in einer Szene Mitte der ersten Halbzeit aus, als er mit einer Art Kung-fu-Scherenschlag klärte. "Ich arbeite viel mit den Physios", verrät er. "Sie versuchen, meine Hüften in den Griff zu bekommen, weil ich ziemlich steif bin. Aber ich habe gespürt, dass ich so den Ball erreichen konnte und habe es damit versucht..."

Es klappte - wie so vieles gerade in der VfL-Defensive klappt. "Ich mag diese Statistik mit der Zu-null-Serie", sagt er. "Die Mannschaft arbeitet gemeinsam, zusammen krempeln wir die Ärmel hoch und wenn wir dann erfolgreich sind, heißt das, dass auch ich meine Arbeit gut mache." Und wenn's brennt, ist ja immer noch Koen Casteels da, neben Lacroix war der Torwart auch gegen Hertha ein Garant für den Sieg: "Koen hat überragend gehalten", so der Innenverteidiger. "Aber es ist auch so, dass hier jeder jedem hilft. Das erklärt unser Niveau. Wenn einer was nicht so gut kann, ist immer einer da, der hilft."

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Dieser Spirit hat auch ihm geholfen, als er sich zu Saisonbeginn so beeindruckend in der Bundesliga zurechtgefunden hat. "Ich habe versucht, mich zu integrieren und dann ging ja alles sehr schnell, unerwartet schnell." Luft nach oben bleibt immer noch, auch für ihn. "In der einen oder anderen Situation gegen Cordoba hat er gesehen, wie schwierig es in der Bundesliga ist", so Trainer Oliver Glasner am Samstag. Aber generell gelte: "Maxence macht es richtig gut, das merke ich auch im Training. Er ist sehr aufmerksam, er versucht die Dinge, die wir ihm mitgeben, gut umzusetzen. Es freut mich, dass er sein erstes Tor für uns gemacht hat - es war ein sehr wichtiges."

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