08. April 2020 / 10:00 Uhr

Die neuen Superstars: Trent Alexander-Arnold im Porträt – Die schärfste Waffe seit Beckham

Die neuen Superstars: Trent Alexander-Arnold im Porträt – Die schärfste Waffe seit Beckham

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der 1998 in Liverpool geborene Trent Alexander-Arnold stammt aus der Jugend der Reds, für die er schon seit 2004 spielt.
Der 1998 in Liverpool geborene Trent Alexander-Arnold stammt aus der Jugend der Reds, für die er schon seit 2004 spielt. © Getty
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Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sind noch da, aber die nächste Generation lauert schon – der SPORTBUZZER stellt die neuen Superstars des Fußballs in einer Serie mit eingebettetem Podcast vor. Teil drei: Trent Alexander-Arnold vom FC Liverpool.

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Es gibt diese eine, wohl berühmteste Aktion in der noch jungen Karriere des Trent Alexander-Arnold. Sie besteht zwar lediglich aus dem Ausführen eines Eckballs, doch das machte es wiederum nicht unbedingt leichter, dass später die ganze Fußball-Welt davon sprach. Eigentlich schien Alexander-Arnold diese Angelegenheit lieber an den Linksfuß Xherdan Shaqiri abtreten zu wollen, seinem Mitspieler vom FC Liverpool, der ihm schon entgegeneilte. Dann machte er aber doch einen großen Schritt zurück, und jagte den Ball vors Tor. Divock Origi hielt seinen Schlappen hin, und erzielte den entscheidenden Treffer zum 4:0 im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Barcelona. Anfield explodierte. Nach einem 0:3 im Hinspiel zogen die Engländer doch noch ins Finale ein, dank eines Geniestreichs ihres Rechtsverteidigers. Später gewannen sie auch den Titel.

Der langjährige Liverpool-Profi Dietmar Hamann sieht in jenem Eckball die wesentlichen Kernkompetenzen des seinerzeit 20-jährigen Briten vereint. „Er kann das Spiel sehr gut lesen, denkt immer mit und hat gezeigt, dass er die Situation erkennt und den Ball mit Tempo genau dahin spielt, wo er hinkommen muss – einfach Weltklasse!“

Dietmar Hamann: Seit David Beckham gab es keinen Rechtsfuß mehr wie "TAA"

Jürgen Klopp sprach in seiner Ekstase sogar vom „frechsten Moment, den es auf einem Fußballplatz je gegeben hat“. Der Liverpooler Trainer hatte, weil eine Einwechslung vorbereitend, den unerwartbaren Treffer selbst nicht mal mitbekommen. 500 000-mal habe er sich ihn seither im Video angeschaut.

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Ruhende Bälle gelten längst als die Spezialität von Alexander-Arnold. Kein Standard der „Reds“ geht nicht über den Schreibtisch des 21-Jährigen. Sein rechter Fuß ist berüchtigt, als schärfste Waffe auf der gesamten Insel. Hamann – einst selbst Kunstschütze – ist sogar der Meinung, „seit David Beckham in England keinen Rechtsfuß wie ihn“ gesehen zu haben.

Und man wisse ja, wie wichtig diese Standards im immer komplexer werdenden Spiel seien. „Da einen solchen Spieler zu haben“, sagt Hamann, „ist Gold wert.“ So viel Gefühl im Fuß lässt sich natürlich auch an den Statistiken ablesen. In der vergangenen Saison lieferte „Double-A“ insgesamt 16 Torvorlagen. In der aktuell unterbrochenen Spielzeit steht er schon wieder bei 13.

Alexander-Arnold will das Image der Außenverteidiger aufpolieren

Sein gnadenloser Offensivdrang hängt auch mit einer persönlichen Mission zusammen, die sich Alexander-Arnold auferlegt hat. Er wisse, dass die Kids auf den Bolzplätzen nur selten Idole haben wie den Ex-Profi Gary Neville, einen Rechtsverteidiger. Sie eifern den Stürmern nach. Diese Denke will der neunmalige englische Nationalspieler ändern; das Image aufpolieren.

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Zugute könnte ihm dabei einerseits kommen, dass die Rolle des Rechtsverteidigers eine immer tragendere in den Überlegungen der hellsten Fußballköpfe der Welt einnimmt. Insgeheim gelten sie längst als verkappte Spielmacher.

Andererseits hat Alexander-Arnold zumindest in Liverpool einen beträchtlichen (Heim-)Vorteil, was den Einfluss auf die Nachwuchskicker angeht. Geboren und aufgewachsen ist er im Stadtteil West Derby, unweit des Trainingsgeländes Melwood, wo er sämtliche Jugendmannschaften durchlief. An der Anfield Road haben sie dem Spieler, der bereits in der Autobiografie von Klublegende Steven Gerrard Erwähnung fand, bereits einen Song gewidmet. Noch immer wohnt er bei seiner Mutter zu Hause, spielt gerne Schach.

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Hamann traut Alexander-Arnold zu, eines der Gesichter des Weltfußballs zu werden

Hamann traut „TAA“ zu, zu dem Rechtsverteidiger-Gesicht im Weltfußball zu werden. Wenn er denn will. „Die Frage wird sein, ob man ihn irgendwann in die Mitte zieht. Auf der Sechser- oder Achter-Position wäre er noch mehr eingebunden“, erklärt der Sky-Experte, „einen so kompletten Spieler wie ihn will man eigentlich im Zentrum haben.“

Morgen, Teil 4 der Serie: Mathijs de Ligt

Die Serie "Die neuen Superstars des Fußballs" gibt es auch als Podcast bei rnd.desportbuzzer.de und allen bekannten Anbietern zum Anhören.