27. April 2018 / 14:54 Uhr

Treue Seele: Die TSV-Uhr steht für Max Döbbelin niemals still

Treue Seele: Die TSV-Uhr steht für Max Döbbelin niemals still

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Von DFB-Präsident Reinhard Grindel (2.v.l.) erhielt Max Döbbelin (l.) für sein Ehrenamt die Auszeichnung zum Fußballhelden.
Von DFB-Präsident Reinhard Grindel (2.v.l.) erhielt Max Döbbelin (l.) für sein Ehrenamt die Auszeichnung zum "Fußballhelden". © Dirk Becker
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Über viele Jahre hat sich der 23-Jährige zu einer Identifikationsfigur in Wustrau entwickelt.

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Den Frank-Jeske-Sportplatz kann Max Döbbelin als seine zweite Heimat bezeichnen. In vielerlei Hinsicht ist er mit dem TSV Wustrau verbunden. Torwart der ersten Männermannschaft, Coach der A-Junioren, bei der B-Jugend als Co-Trainer zuständig und Nachwuchsleiter – die TSV-Uhr steht für Döbbelin niemals still.

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„Hier bin ich aufgewachsen, hier wohne ich auch heute noch. Hier fühle ich mich wohl“, erklärt der 23-Jährige, der mit sechs Jahren mit dem Fußballspielen begann. Besser gesagt: mit dem Toreverhindern. Schon früh entdeckte der junge Max – im Gegensatz zum älteren Bruder Paul, der als Stürmer in den gegnerischen Strafräumen für Angst und Schrecken sorgt – die Position zwischen den Pfosten für sich. Bis zu den D-Junioren kickte er in Wustrau, wagte dann den Schritt zum MSV Neuruppin, dem er nach einem Jahr den Rücken kehrte und sich beim SV 90 Fehrbellin probierte. „Das war jeweils ein Jahr auf Landesebene. Es zog mich aber schnell wieder zurück“, sagt Döbbelin, der im C-Jugend-Alter wieder beim TSV spielte.

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Landesliga, Frauen: Platz 5: Marie Neumann (FC Stahl Brandenburg) - 27 Tore. ©

Weil sich später die Wustrauer B-Jugend auflöste, führte sein Weg noch einmal in andere Gefilde. Bis zum Männerbereich zeigte er für den Lindower SV Glanzparaden. Das Engagement für Wustrau hatte aber nebenher auch Bestand: „Mit 15 Jahren hab ich die E-Junioren als Trainer übernommen, drei Jahre später auch noch die Rolle als Co-Trainer einer anderen Jugendmannschaft.“ Eben jene Teams, welche er noch heute unter seinen Fittichen hat. Mit 20 Jahren kam eine weitere Tätigkeit beim TSV dazu – die des Nachwuchsleiters.

„Es hat sich eben so entwickelt. Da ich ja selbst zwei Altersgruppen coache und auch alle Nachwuchstorhüter trainiere, kannte ich eh die meisten Jungs“, so Döbbelin. Dass er gut mit Kindern und Jugendlichen kann, spiegelt sich auch in seinem Beruf wider. Als pädagogischer Mitarbeiter an einer Neuruppiner Oberschule kümmert er sich unter anderem um Schüler mit einer Lese-Rechtschreibschwäche. „Aktuell habe ich auch viel mit ausländischen Kindern zu tun. Mir macht die Arbeit Spaß, die meisten sind sehr gewillt“, findet Döbbelin.

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„Ich habe fünf Liter Stierblut geordert, da darf jeder aus meiner Mannschaft vor dem Spiel einen Schluck nehmen“ - Großbeerens Trainer Ronald Schäfer vor dem Pokalduell gegen Trebbin. ©

Sein ehrenamtlicher Ehrgeiz auf mehreren Ebenen wurde vor kurzem gewürdigt, als DFB-Präsident Reinhard Grindel der Region einen Besuch abstattete (MAZ berichtete). „Für unseren Verein war es eine große Ehre, so eine wichtige Persönlichkeit vor Ort zu haben. Dass ich dann sogar von ihm geehrt wurde, war umso schöner“, gibt Max Döbbelin zu, der als einer von 230 Gewinnern des Ehrenamtsförderprojektes „Fußballhelden – Aktion junges Ehrenamt“ vom 6. bis 11. Mai an einer Bildungsreise nach Spanien teilnimmt. Neben Seminaren wird laut Döbbelin auch genug Zeit für Freizeit sein, unter anderem ist ein Besuch im Stadion des FC Barcelona geplant. „Und es soll wohl einige Überraschungen geben“, ist die Vorfreude riesig.

Die Entwicklung in den letzten Jahren in Wustrau macht ihn nicht nur glücklich, sondern stimmt ihn auch positiv: „Langfristig wollen wir mit dem Männerteam in die Kreisoberliga. Und es wäre toll, wenn wir uns in der nächsten Saison mit der A-Jugend in der Landesklasse etablieren können.“ Vielleicht erfüllt sich ja irgendwann sogar der Traum, mit Bruder Paul, der gegenwärtig bei TuS Sachsenhausen in der Brandenburgliga auf Torejagd geht, in einem Team zu kicken: „Das wäre der Wahnsinn. Gemeinsam für unseren Heimatclub.“ Mit viel Herzblut für den TSV Wustrau.