02. Mai 2022 / 17:02 Uhr

Treue Seele: Lebensbegleiter Tischtennis bei Heiko Fuhrmann

Treue Seele: Lebensbegleiter Tischtennis bei Heiko Fuhrmann

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Heiko Fuhrmann (r.) bringt sich auf vielen Ebenen ein beim Ludwigsfelder TTC – wenn es nötig ist, tritt er auch ans Mikrofon.
Heiko Fuhrmann (r.) bringt sich auf vielen Ebenen ein beim Ludwigsfelder TTC – wenn es nötig ist, tritt er auch ans Mikrofon.
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Ludwigsfelder TTC: Heiko Fuhrmann hat der Sport viel gegeben – und er gibt als Ehrenamtler viel zurück.

Einen seiner Skeptiker hatte Heiko Fuhrmann schnell vom Gegenteil überzeugt, damals, als seine ersten Steh- und Gehversuche an der Tischtennisplatte kritisch beobachtet wurden. „Mein Sportlehrer in meinem Heimatort Fehrbellin, wo ich zu spielen begonnen habe, war eher skeptisch, dass das funktioniert. Ich war bis dahin unsportlich, schon durch meine Größe fiel mir das nicht leicht. Zwei Jahre später habe ich gegen ihn ein Match gewonnen. Das Tischtennis hat mir den Zugang zum Sport verschafft und dafür bin ich sehr dankbar. Das ist für mich viel mehr als nur Pingpong spielen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Ludwigsfelder TTC.

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Fuhrmann, 1,96 Meter groß, 49 Jahre alt und seit vielen Jahren eine der treuen Seelen in der regionalen Tischtennis-Familie, zahlt, seitdem ihn der Sport mobil gemacht hatte, mit üppigen Zinsen an den Sport zurück. Seit 2004 gehört der stellvertretende Vereinschef zu den prägenden Figuren beim LTTC, bereits beim SV 90 Fehrbellin hatte er Ende der 1980er Jahre bereits das Training einer Jugendmannschaft und in der Nachwendezeit sogar den Sektionsvorsitz übernommen. „Ich bin da irgendwie reingerutscht. Das lag, glaube ich, auch daran, dass ich damals als einer der wenigen ein Telefon hatte“, erinnert er sich mit einem Schmunzeln. „Aber wir haben das ganz gut am Laufen gehalten, denke ich.“

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Die Suche nach einer beruflichen Perspektive im dünn besiedelten Landkreis Ostprignitz-Ruppin aber sorgte für das Ende dieses Engagements. Fuhrmann verschlug es wegen eines Jobs und der Liebe nach Berlin, Treuenbrietzen und später nach Potsdam – und auch an seinen neuen Lebensmittelpunkten öffnete der kleine Zelluloidball viele Türen. „Ich wäre gerne geblieben, aber die berufliche Entwicklung hat mir keine Wahl gelassen“, berichtet Fuhrmann, der zunächst eine Ausbildung als Industriemechaniker und dann im Jahr 2000 ein Studium zum Wirtschaftsingenieur abgeschlossen hatte.

Fast zeitgleich übernahm er einen Posten als Jugendtrainer beim TSV Treuenbrietzen, bevor 2004 ein neues, bis heute andauerndes Kapitel begann: An der Seite von Vereinschef Falk Zimmermann übernahm er die Führung des LTTC, an dessen Spitze bis dahin viele Jahre Horst Steinicke gestanden hatte. „Falk und viele der anderen Jungs kannte ich vorher schon von Turnieren. Wir waren ein Jahrgang und haben damals als nächste Generation Verantwortung übernommen“, erinnert sich Fuhrmann, der Vater eines sechsjährigen Sohnes ist, „jetzt sind wir selber schon so lange dabei, dass die nächste Generation nachrückt im Vorstand.“

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"Man lernt gewinnen und verlieren"

Auch sportlich etablierte sich Fuhrmann in der erweiterten Spitze des Landes: Mit der ersten Mannschaft stieg er bis in die Verbandsliga auf und schaffte den Klassenerhalt, 2012 zog der LTTC seine Mannschaft aus der höchsten Landesspielklasse zurück. Inzwischen spielt der Rechtshänder in der zweiten Mannschaft in der 2. Landesklasse – und zieht weiter hinter der Platte die Fäden. „Er ist ein Macher, das zeichnet ihn aus. Er packt die Dinge an. Er ist ein extremer Teamplayer und koordiniert unter anderem als Sportdirektor die Ansetzungen, Hallenzeiten und Mannschaftsaufstellungen. Auch unser Frühjahrsturnier organisiert er und ist außerdem noch ein äußerst angenehmer Zeitgenosse“, lobt Zimmermann, der mit Fuhrmann eine Art inoffizielle Doppelspitze bildet, „im Grunde genommen steht er genau wie ich an der Spitze des Vereins, dass ich Vorsitzender bin, ist nur eine Formalie.“

Die Motivation für die nun schon rund drei Jahrzehnte andauernde Ehrenamtslaufbahn? „Ich sehe das als soziale Verantwortung, Jugendlichen und anderen Sportlern die Möglichkeit zu bieten, in einer Gemeinschaft Sport zu treiben. Gerade bei Jugendlichen ist es sehr schön, Fortschritte zu sehen und es ist auch sehr wichtig für die Entwicklung. Man lernt gewinnen und verlieren und auch, für die anderen da zu sein und Verantwortung zu übernehmen im Team“, sagt Fuhrmann, „und natürlich liegt mir der Ludwigfelder TTC sehr am Herzen , sonst wäre ich ja nicht in Ludwigsfelde geblieben, obwohl ich in Potsdam wohne und eine Menge Vereine vor der Haustür habe.“

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