30. Juli 2022 / 13:00 Uhr

Treuebekenntnis von Top-Spielern, Prunkstück Offensive: Wie Bayer Leverkusen "noch besser abschneiden" will

Treuebekenntnis von Top-Spielern, Prunkstück Offensive: Wie Bayer Leverkusen "noch besser abschneiden" will

Timon Zöfelt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Simon Rolfes (Mitte) ist seit Juli 2022 Geschäftsführer Sport von Bayer Leverkusen.
Simon Rolfes (Mitte) ist seit Juli 2022 Geschäftsführer Sport von Bayer Leverkusen. © IMAGO/Nordphoto, Hartenfelser, Sven Simon (Montage)
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Bei Bayer Leverkusen bleibt das Grundgerüst zusammen. Wichtige Stützen des Teams lieferten mit Vertragsverlängerungen zudem ein Treuebekenntnis. Im Rennen um die vorderen Plätze in der Bundesliga befindet sich die "Werkself" in einer ordentlichen Ausgangslage.

Florian Wirtz und Patrik Schick verlängern langfristig. Moussa Diaby sichert öffentlich seinen Verbleib zu. Das Fundament von Bayer Leverkusen steht frühzeitig. Die erste Saison mit Völler-Nachfolger Simon Rolfes als Sport-Geschäftsführer startet aus einer stabilen Basis heraus. Hoffnungsträger Wirtz (Vertrag bis 2027) arbeitet nach seinem Kreuzbandriss zwar noch an seiner Rückkehr auf den Rasen, hat sowohl bei der Werkself als auch der deutschen Nationalmannschaft trotz seiner erst 19 Jahre aber längst sein Weltklasse-Potenzial unter Beweis gestellt.

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Auch Angreifer Schick – in der vergangenen Saison mit 24 Treffern sogar noch vor Ex-BVB-Stürmer Erling Haaland auf Platz zwei der Torschützenliste – lieferte mit seinem neuen Kontrakt (bis 2027) trotz der kolportierten Avancen mehrerer Top-Klubs den Treuebeweis. Leverkusen zeigte dabei jene Konsequenz, die etwa der FC Bayern in der Causa Robert Lewandowski vermissen ließ. Denn anders als beim FCB hatte das früh formulierte "Basta" der Leverkusener Bosse Bestand, Gerüchten über einen Schick-Verkauf wurde schnell der Wind aus den Segeln genommen. An einen Wechsel habe der Tscheche laut eigener Aussage nicht zuletzt deshalb auch "nicht einen Gedanken verschwendet". Unruhe kam gar nicht erst auf.

Diese gab es schon eher bei Diaby, der nachdrücklich mit Newcastle United in Verbindung gebracht wurde. Der vertraglich noch bis 2025 an Bayer gebundene Offensivspieler (13 Tore, zwölf Vorlagen in der Vorsaison) bekannte sich letztlich jedoch zu Leverkusen – und geht als dritte Schlüsselfigur mit der Werkself in die neue Spielzeit. Ein Ausrufezeichen in Richtung der Rivalen? "Was die Konkurrenz darüber denkt, ist mir eigentlich egal. Mir ist wichtig, dass die Vertragsverlängerungen von Patrik und Flo sowie die Tatsache, dass auch Moussa Diaby bleibt, wichtige Signale an die Mannschaft, das Trainerteam, den Verein und gerade auch an die Fans sind", betont Sport-Geschäftsführer Rolfes im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Rolfes will "attraktiv und nach vorne spielen"

Das große Versprechen des Völler-Nachfolgers dürfte auch den objektiven Zuschauer freuen: "Mit 80 Toren haben wir in der Vorsaison einen neuen Vereinsrekord aufgestellt, und werden auch in der neuen Spielzeit wieder attraktiv und nach vorne spielen", so Rolfes. Dazu passt, dass mit Adam Hlozek (für rund 13 Millionen Euro von Sparta Prag) ein weiteres interessantes Sturm-Talent hinzukommt. Der 20-Jährige ist der bislang einzige nennenswerte Zugang der Leverkusener, ging als jüngster Torschütze der tschechischen Liga in die Geschichte ein und wurde in seiner Heimat sogar bereits Torschützenkönig.

Zudem bleibt das Grundgerüst zusammen. Aus dem erweiterten Stammpersonal verließ nur Lucas Alario (Eintracht Frankfurt) den Klub. Die Langzeitverletzten Amine Adli, Jeremie Frimpong, Timothy Fosu-Mensah und auch Wirtz werden im Saisonverlauf nach und nach zurückkehren. "Dass wir wieder angreifen und am besten noch besser abschneiden wollen als in der Vorsaison, versteht sich von selbst", lautet daher die forsche Rolfes-Ansage. Übrigens: Bereits in der letzten Spielzeit waren nur Meister Bayern und der BVB.

Ein Mitgrund ist, dass es auch auf der Führungsebene zu harmonieren scheint. Exemplarisch steht die Verlängerung mit Geschäftsführer Fernando Carro, die neben dem Verbleib der Leistungsträger ein weiteres Indiz dafür ist, dass die Basis für nachhaltigen Erfolg geschaffen wurde. Die Verantwortlichen haben ihre Arbeit getan – nun ist das Team gefordert, zum ersten Mal am Samstag im Pokal beim SV Elversberg (15.30 Uhr).

Prognose des Autors: Leverkusen ist gut aufgestellt, um erneut ganz oben mitzuspielen. Für einen Champions-League-Platz wird es auch in dieser Saison reichen. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Um die Bayern zu stürzen, ist die Lücke noch zu groß.