03. April 2020 / 18:21 Uhr

Tri Speedys sagen den Peiner Triathlon ab

Tri Speedys sagen den Peiner Triathlon ab

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Gedränge bei der Zielankunft im Vöhrumer Stadion – das wird es dieses Jahr nicht geben. Der 24. Peiner Triathlon fällt aus.
Gedränge bei der Zielankunft im Vöhrumer Stadion – das wird es dieses Jahr nicht geben. Der 24. Peiner Triathlon fällt aus. © Büchler
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Der 24. Peiner Triathlon fällt aus. Das beschloss der veranstaltende Verein Tri Speedys Peine. Der Gesundheitssschutz der Sportler und Helfer habe Vorrang. „Bereits gezahlte Startgelder zahlen wir zurück“, verspricht Vorsitzender Niklas Arndt.

Beim Peiner Triathlon gibt es in jeder Altersklasse und jedem Wettbewerb Gewinner. „Dieses Jahr haben wir aber nur Verlierer“, sagt Niklas Arndt, Vorsitzender der Tri Speedys Peine. Denn der Verein hat den für Mitte Juni geplanten 24. Peiner Triathlon abgesagt.

Verlierer sind die Sportler, die nicht starten können. Verlierer sind aber auch die Tri Speedys. „Und zwar gar nicht unbedingt finanziell“, sagt Arndt. „Bisher haben wir alle Probleme organisatorisch irgendwie in den Griff bekommen. Ob es das Auftreten der Eichenprozessionsspinner auf der Strecke oder der plötzliche Ausfall des THW nach einer Bahn-Entgleisung war. Mit Corona haben wir erstmals ein Problem, das wir durch Organisation nicht lösen können. Das zu akzeptieren, ist uns schwergefallen, da wir mit Herz und Seele Veranstalter sind. Aber die Absage ist alternativlos.“

Peines größte Sportveranstaltung (705 Starter im Jahr 2019) könne nur dann stattfinden, wenn ausgeschlossen ist, dass sich dabei die Corona-Infektionskette fortsetzt oder gar neue Ketten entstehen. „Dies ist, solange es keine wirksamen Medikamente oder Impfungen gegen das Corona-Virus gibt, nicht möglich“, stellt Tri-Speedy-Pressewartin Kathleen Kier fest.

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170 Anmeldungen gab es bereits. Die Tri Speedys versprechen, dass die schon eingezahlten Startgelder komplett zurückgezahlt werden. „Bezüglich der Abwicklung bitten wir um etwas Geduld“, sagt Kier. Denn der Verein muss jetzt mühselig 170 Einzelüberweisungen ausstellen. Und das erfolgt in ehrenamtlicher Arbeit.

Arndt freut sich aber auch über die Solidarität unter Sportlern: „Wir schreiben alle Angemeldeten an. Und die ersten haben geantwortet, dass sie das Geld nicht zurückhaben wollen und sie es spenden.“ Dass die Speedys elf Wochen vor dem Termin den Triathlon – und damit auch den damit verbundenen Oberliga-Wettkampf – abgesagt haben, hängt auch mit finanziellen Vorleistungen zusammen, die der Verein nun hätte eingehen müssen. „Wir hätten jetzt die Finisher T-Shirts mit der Jahreszahl darauf bestellen müssen. Das wäre eine vierstellige Euro-Summe gewesen. Und dann hätten wir die Shirts nur noch zum Fahrradputzen verwenden können.“

Dass die Tri Speedys den Peiner Triathlon nicht einfach um ein Vierteljahr nach hinten verschoben haben, um Zeit zu gewinnen, ist für Arndt auch eine Sache des Respekts. „Wir haben viele Helfer, zum Beispiel den ASB. Wenn wieder Veranstaltungen stattfinden können, wird sich alles drängen. Dann können wir nicht erwarten, dass alle sofort zur Verfügung stehen. Wir nehmen uns nicht wichtiger als andere.“ Ähnlich formuliert es Kier: „Wir sind mit unseren Problemen nichts Besonderes, sondern einfach Betroffene wie alle anderen auch.“