24. Juni 2019 / 19:25 Uhr

Triathlet Stefan Schulz über seinen Weg zur Weltmeisterschaft auf Hawaii

Triathlet Stefan Schulz über seinen Weg zur Weltmeisterschaft auf Hawaii

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Stefan Schulz wird bei der Triathlon-EMzunächst 3,8 Kilometer Schwimmen, anschließend auf seinem Triathlon-Fahrrad 180 Kilometer zurücklegen und zum Schluss einen Marathon (42,195 Kilometer) laufen.
Stefan Schulz wird bei der Triathlon-EMzunächst 3,8 Kilometer Schwimmen, anschließend auf seinem Triathlon-Fahrrad 180 Kilometer zurücklegen und zum Schluss einen Marathon (42,195 Kilometer) laufen. © pebe sport Triathlonagentur/Antke Foerster/privat
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Der Neuruppiner tritt am Sonntag bei der Ironman-EM in Frankfurt/Main an und will sich für Hawaii qualifizieren - davon hätte dann auch seine Familie etwas.

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Was für andere Hobbysportler schon eine anspruchsvolle Aufgabe ist, macht Stefan Schulz fast im Vorbeigehen. Am Montag standen eineinhalb Stunden Radfahren und ein bisschen Schwimmen im Trainingsplan, am Dienstag eine Stunde Laufen sowie Kraft und Athletik. „Jetzt heißt es nur noch, den Motor in Bewegung zu halten, nichts intensives“, erzählt der Triathlet, der sich am Sonntag bei der Ironman-EM in Frankfurt/Main für die Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizieren möchte – sein erklärtes Ziel.

Klimatisch bekommt der 36-Jährige in dieser Woche dabei schon einen Vorgeschmack auf das weltberühmte Rennen auf der Vulkaninsel-Gruppe im Pazifik, für Frankfurt sind am Sonntag 36 Grad angesagt. „Ganz ehrlich, ich finde das gut. Ich kann gut mit Hitze umgehen und weiß, dass dann die Ausfallquote bei den Konkurrenten vielleicht ein bisschen höher ist“, sagt der Neuruppiner, der bei seinem Wettkampf auf Sonnencreme verzichtet. Mit Eiswürfeln und Wasser wird er seinen Körper während des Radrennens (180 Kilometer) und des Laufens (42,195 Kilometer) runterkühlen, beim Schwimmen (3,8 Kilometer) hilft beim Erfrischen das Wasser. „Selbst bei diesen Temperaturen ist man nach knapp einer Stunde im Wasser ein bisschen unterkühlt“, sagt Schulz.

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Wobei es auch da eine Besonderheit gibt: Übersteigt die Wassertemperatur eine Stunde vor dem Start die 24,5-Grad-Marke, gibt es ein Neoprenanzug-Verbot – für viele Triathleten ein Nachteil. Denn das Material des Anzugs gibt den Schwimmern Auftrieb, dadurch verbessert sich die Wasserlage deutlich. „Wer keine gute Wasserspannung hat, bei dem gehen die Beine runter und die sind dann wie ein Anker“, erklärt Schulz. Zudem ist das Material glatt, der Widerstand im Wasser deutlich geringer als bei der eigenen Haut. Wobei Schulz auch nichts gegen ein Verbot für Neoprenanzüge in Frankfurt hätte. „Eigentlich war ich immer ein Neo-Schwimmer. Beim Triathlon in Neuruppin am Samstag gab es ein Neo-Verbot und ich habe eine gute Pace hingelegt“, erzählt Schulz, der erst 2016 mit dem Triathlon angefangen hatte.

Damals musste der Marathonläufer (Bestzeit: 2:52 Stunden), der unter anderem schon in New York, Berlin und Hamburg an den Start ging, wegen eines Schienbeinkantensyndroms seine Lauf-Umfänge stark reduzieren – und ergänzte sein Training mit Radfahren und Schwimmen. In seiner ersten Saison wurde er direkt Brandenburger Landesmeister in seiner Altersklasse. Daraufhin nahm ihn der Potsdamer Triathlon-Trainer Erik Thormann („Ohne ihn wäre ich nicht so weit gekommen“) unter die Fittiche. Seither hat sich Schulz noch einmal deutlich verbessert, über die halbe Ironman-Distanz (70.3) um rund eine halbe Stunde.

Das offizielle Logo der Europaspiele Minsk 2019 steht auf einer Kugel. Die Europaspiele 2019 werden vom 21. bis zum 30. Juni 2019 in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ausgetragen. Auf dem Programm stehen 15 Sportarten, darunter Tischtennis, Ringen, Boxen, Drei-gegen-drei-Basketball, Strandfußball. Zur Galerie
Das offizielle Logo der Europaspiele Minsk 2019 steht auf einer Kugel. Die Europaspiele 2019 werden vom 21. bis zum 30. Juni 2019 in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ausgetragen. Auf dem Programm stehen 15 Sportarten, darunter Tischtennis, Ringen, Boxen, Drei-gegen-drei-Basketball, Strandfußball. © dpa
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Dabei betreibt Schulz seinen Sport nur als Hobby – allerdings als sehr ambitioniertes, das er ohne seine Sponsoren nicht machen könnte. In Vorbereitung auf Frankfurt hat der Sportler, der mit seinem Vater einen Maler- und Lackierbetrieb führt, auch seine Arbeitszeit reduziert. Mindestens 25 Stunden pro Woche trainiert er, im Trainingslager auf Mallorca auch mal 38. „Ich habe die beste Form meines Lebens“, sagt der Neuruppiner.

Mit dieser will er den großen Coup landen und in Frankfurt unter die Top-10 seiner Altersklasse kommen, wodurch er für Hawaii qualifiziert wäre. Vergangenes Jahr reichte dafür eine Zeit von 9:32 Stunden, er peilt 9:25 Stunden an. Sollte er es tatsächlich schaffen, hängt er mit Töchterchen Elsa und Freundin Julia Beykirch nach Hawaii noch einen Urlaub dran. „Das habe ich meiner Familie versprochen, weil sie auch verdammt viel auf mich verzichtet haben“, sagt Schulz.

Das Training von Stefan Schulz in Zahlen:

709 Stunden hat Stefan Schulz in den vergangenen zehn Monaten trainiert: 305 Kilometer Schwimmen, 10 333 Kilometer Radfahren, 2672 Kilometer Laufen und 50 Stunden Krafttraining.

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