05. August 2019 / 11:56 Uhr

Triathlon-DM: Vizemeisterschaft für Schomburg – Verletzungsdrama um Nieschlag

Triathlon-DM: Vizemeisterschaft für Schomburg – Verletzungsdrama um Nieschlag

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jonas Schomburg (Wasserfreunde 98, links) auf der Zielgeraden in Berlin. Justus Nieschlag (Lehrter SV, kleines Bild) schied verletzt aus.
Jonas Schomburg (Wasserfreunde 98, links) auf der Zielgeraden in Berlin. Justus Nieschlag (Lehrter SV, kleines Bild) schied verletzt aus. © DTU / Petko Beier / dpa (Archiv)
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Jonas Schomburg (Wasserfreunde 98) hat sich die deutsche Vizemeisterschaft im Triathlon gesichert. Justus Nieschlag (Lehrter SV) musste seine Titelambitionen begraben, nachdem er mit dem Zeh zwischen die Fahrradspeichen geraten war.

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Drama beim einen, fast der deutsche Titel beim anderen. Während Jonas Schomburg von den Wasserfreunden 98 Hannover bei der Triathlon-DM über die Sprint-Distanz in Berlin die Vizemeisterschaft feierte, war Justus Nieschlag (Lehrter SV) schon auf dem Weg ins Krankenhaus. Ausgekugelter großer Zeh, Schnittwunden und vorerst eine Zwangspause.

Seine Meister-Ambitionen musste Nieschlag definitiv begraben, im Qualifikations-Marathon für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio bedeutet diese Pause zudem für den derzeit besten deutschen Triathleten einen massiven Dämpfer.

Mit dem nackten Fuß in die Speichen

Das Malheur passierte beim Wechsel vom Rad zur Laufstrecke. Nieschlag lag an der Spitze, rannte wie eine kleine Gruppe Mitstreiter – auch Schomburg war dabei – mit dem Rad an der Hand zu seinem Wechselplatz. In einem unkonzentrierten Moment kam er mit dem nackten Fuß in die Messerspeichen des Vorderrads. „Eine Dummheit, Blödheit – ich weiß selber nicht, wie das passieren konnte“, sagte Nieschlag tief enttäuscht.

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Dabei registrierte er das ganze Ausmaß erst gar nicht. Er lief weiter, stellte das Rad ab. Erst als der Laufschuh nicht an den Fuß passte, kam die böse Ahnung. „Der Zeh war ausgekugelt. Ich habe einmal kurz dran gezogen, dann war er wieder normal“, sagte Nieschlag. Unter Adrenalin geht so etwas. Aber schon nach ein paar Laufschritten realisierte der Lehrter, dass doch nichts mehr ging.

Der Krankenwagen kommt zunächst nicht durch

Auch für den Krankenwagen ging lange nichts. „Es hat schon etwas gedauert, bis die in den abgesperrten Bereich kamen“, meinte Nieschlag, der als Sportsoldat direkt ins Bundeswehrkrankenhaus Berlin gebracht wurde. Wunden versorgen, nähen und weitere Untersuchungen folgten. „Wie lange ich jetzt pausieren muss, weiß ich noch gar nicht. Dienstag habe ich noch einen MRT-Termin, um zu sehen, ob die Bänder alle heile sind. Die Knochen sind es, das weiß ich jetzt schon“, sagte Nieschlag, als er aus dem Berliner Krankenhaus wieder nach Hause durfte.

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Die große Chance, als einer der besten Läufer im Feld den Titel zu holen, war allerdings schon lange vorher dahin gewesen. „Aber viel schlimmer ist, dass ich nun am Montag nicht mit zum Olympischen Test-Wettkampf nach Tokio fliegen kann“, klagte Nieschlag

Schomburg fliegt nach Tokio

Seinen Platz im Tokio-Flieger hat Schomburg dagegen sicher. Nach den 750 Metern im Wannsee und den 40 Rad-Kilometern startete er beim Wechsel auf die Fünf-Kilometer-Laufstrecke seinen Husarenritt. Mutig lief er nach vorn und lag lange rund 50 Meter vor dem Feld. Erst spät überholten der Südafrikaner Richard Murray und der Portugiese Joao Silva. Doch die starteten nur für das Team des TV Buschhütten im finalen Rennen der 1. Bundesliga. Für die deutsche Meisterschaft wurden beide nicht gewertet.

Diesen Titel musste Schomburg mit Valentin Wernz (TSF Tuttlingen) ausmachen. Der hatte sich an Schomburg herangekämpft und blieb auch an dessen Fersen, als Schomburg den Zielspurt ansetzte. Erst auf dem blauen Teppich im Zielkanal zog Wernz vorbei und gewann in 54:55 Minuten den Titel – zwei Sekunden vor Schomburg.

Bilder aus dem Erika-Fisch-Stadion

Im Erika-Fisch-Stadion finden vornehmlich Leichtathletik-Wettkämpfe statt. Hier das 100-Meter-Finale der Landesmeisterschaften 2016 (Siegerin: Anna-Lena Freese, 2.v.l.). Zur Galerie
Im Erika-Fisch-Stadion finden vornehmlich Leichtathletik-Wettkämpfe statt. Hier das 100-Meter-Finale der Landesmeisterschaften 2016 (Siegerin: Anna-Lena Freese, 2.v.l.). ©
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