27. Mai 2021 / 18:02 Uhr

Für Olympia qualifiziert: Justus Nieschlag gewinnt Supersprint in Kienbaum

Für Olympia qualifiziert: Justus Nieschlag gewinnt Supersprint in Kienbaum

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ob Justus Justus Nieschlag auch in Tokio jubeln darf? 
Ob Justus Justus Nieschlag auch in Tokio jubeln darf?  © Getty Images
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Über den blauen Teppich nach Tokio: Justus Nieschlag vom Lehrter SV gewinnt die interne Qualifikation in Kienbaum. „Beim Laufen hab ich alles rausgeklatscht, was noch im Tank war“, sagte der Triathlonprofi. Auf dem Rad war er Schnellster.

„Der schönste Moment war im Ziel, als ich mich hinlegen und einfach nur atmen durfte“, sagte Justus Nieschlag. Der Triathlet des Lehrter SV ahnte da bereits, dass es geklappt haben könnte mit dem Traum von Olympia. „Handgestoppt habe ich gedacht, dass es reichen würde“, sagte der Wahl-Saarbrücker. Aber es kamen ja noch zwei Starter nach ihm bei der internen Tokio-Qualifikation im Trainingszentrum Kienbaum, ein Ticket war nur zu vergeben.

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Schließlich war klar, Nieschlag hatte sogar einen deutlichen Vorsprung beim Rennen über die Supersprintdistanz. Er war in 19:25,22 Minuten zwölf Sekunden schneller als Jonas Breinlinger auf Rang zwei und 17 Sekunden schneller als Tim Hellwig auf Position drei. „Es fällt jetzt extrem viel Druck von mir ab und ich freue mich riesig, dass es geklappt hat. Jetzt werde ich mich gut auf Tokio vorbereiten und alles dafür tun, dort noch ein zweites Mal abzuliefern“, so Nieschlag.

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Nieschlag hatte vier Rivalen

Die Entscheidung über die letzten Olympiatickets fiel im Supersprint, der in Japan auch in der Staffel anstehen wird: 350 Meter Schwimmen, 6,7 Kilometer Radfahren und 1,9 Kilometer Laufen. „Das ist zwar in 20 Minuten durch, aber du musst dir die Zeit ja dennoch gut einteilen“, so Nieschlag. Vier Rivalen hatte er nur, alle starteten im Abstand von zwei Minuten. „Es ist ein sehr spezielles Format. Du musst dir selbst in den Hintern treten und dich quälen, obwohl gar keine Kontrahenten in Sichtweite sind“, sagte der 29-jährige Triathlonprofi.

Er ging an Position drei ins Rennen, nach den 300 Metern im Wasser fuhr er die beste Zeit auf dem Rad. „Ich habe anschließend mitbekommen, das es etwa plus minus null ist“, so Nieschlag, dass es also ganz eng wäre. Als er das Rad anschließend wie vorgeschrieben an einen Haken hängen wollte, gab dieser nach, die Stange federte, und das Gefährt fiel zu Boden. „Der Videobeweis hätte sicher ergeben, dass es keine Zeitstrafe ist“, so Nieschlag, dennoch riskierte er nichts und justierte das Rad noch einmal nach. „Die Regeln sind klar und streng, da habe ich dann lieber alles in den Lauf gehauen.“ Hellwig beispielsweise bekam eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt, da seine Schwimmbrille beim ersten Wechsel nicht in der dafür vorgesehenen Wechselbox lag.

Nieschlag und sein Trainer entwickeln Plan

Nach der ersten von zwei Laufrunden war es hart. „Da hatte ich eine Laktatdusche“, so Nieschlag, „da habe ich mir gedacht, jetzt dürfte es gern vorbei sein.“ Mit der zweitschnellsten Zeit kam er ins Ziel. Als er wieder halbwegs bei Atem war, stieß er auf Olympia mit einem alkoholfreien Radler an.

Nun will sich Justus Nieschlag mit seinem Trainer besprechen und „einen Schlachtplan entwerfen, was bis zu den Spielen noch an Wettkämpfen ansteht“. Wichtiger sind die deutschen Meisterschaften, die in der nächsten Woche ab Donnerstag anlässlich der Finals ausgetragen werden.


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Schomburg war bereits qualifiziert

In Tokio jedenfalls stellt Hannover beide Männer im Triathlon, Jonas Schomburg von der Wassersportfreunden Hannover war bereits qualifiziert. „Das ist natürlich etwas Besonderes und freut mich, wir kennen uns ja schon lange“, sagte Nieschlag.

Bei den Frauen siegte am Mittwoch Anabell Knoll (Ingolstadt), Laura Lindemann (Potsdam) war bereits qualifiziert. Das deutsche Team tritt bei den olympischen Rennen der Frauen und Männer jeweils mit zwei Starterinnen und Startern sowie im gemischten Staffelwettbewerb Mixed Relay an.