26. Februar 2021 / 17:23 Uhr

Trikot für die Welt: Wie Fußballer ein großes Hilfsprojekt aufziehen

Trikot für die Welt: Wie Fußballer ein großes Hilfsprojekt aufziehen

Maximilian Krone
Märkische Allgemeine Zeitung
Bennet Polenz (M.) mit einer Freundin bei einer Trikotübergabe in Kambodscha.
Bennet Polenz (M.) mit einer Freundin bei einer Trikotübergabe in Kambodscha. © Privat
Anzeige

Der gebürtige Potsdamer Bennet Polenz ist Gründer des Netzwerks "Trikot für die Welt". Mit dem SPORTBUZZER sprach er über den Start des Projekts, die Professionalisierung des Netzwerks und ein unvergessliches Neujahrsfest einer Schule in Kambodscha.

Dieser Artikel ist Teil des Aktionsbündnis #GABFAF. Mehr Informationen auf gabfaf.de.

"In unseren Schränken schlummern unzählige Trikots, die für andere die Welt bedeuten." Mit diesem Slogan begrüßt Trikot für die Welt seine Gäste auf der Homepage. Gründer des unabhängigen Netzwerks, das sich um Trikotspenden kümmert, ist Bennet Polenz, gebürtiger Potsdamer und ehemaliger Kicker der SG Michendorf (Fußballkreis Havelland). Mittlerweile verfolgen über 1200 Personen auf Instagram und Facebook die Initiative des 31-Jährigen. Dabei begann alles mit einer Weltreise.

Anzeige

2016 kündigte Polenz, der Medienmanagement in Magdeburg studiert hat, seinen Job bei einem Verlag. "Der Job erfüllte mich nicht mehr, und auch das Erklimmen der Karriereleiter hat mich nicht bei der Stange gehalten." Eine halbjährige Weltreise mit seiner Freundin folgte bis Mai 2017. Die dort gesammelten Eindrücke legten den Grundstein für die Idee Trikot für die Welt. "Egal wohin ich reiste, überall wurden Trikots getragen." Es dauerte etwas weniger als ein Jahr, als er das Projekt per Facebook-Post startete.

Polenz plante im März 2018 nach Kambodscha zu reisen, für diese Exkursion wollte er Trikots mitnehmen und bat um Spenden. "Egal wie unterschiedlich all die Orte und Menschen waren, die ich besuchen durfte, eine Sache war immer gleich: Die Liebe zum Fußball." Mit 73 Trikots, einem Trikot-Satz und vier Bällen flog der Fan von Altona 93, den er besonders wegen der alternativen Fanszene präferiert, zu einer Schule nach Otres. "Die Resonanz war riesig", so Polenz. Zusammen mit der Hilfsorganisation Shine Cambodia wurden die Exemplare dort verteilt. "Es ist so einfach Gutes zu tun. Man muss nicht viel machen, um Kinder glücklich zu machen. Das kann jeder", verrät er und weist aber daraufhin: "Wir unterstützen lediglich die Organisationen, die schon vor Ort sind. Die haben dort die schwere Arbeit."

Mehr von #GABFAF

Der Grundstein war gelegt und auch Freunde des leidenschaftlichen Hobby-Kickers zogen schon nach. Ein Paar sammelte Trikots für eine Reise nach Ghana, einen Freund zog es für eine Weile nach Äthiopien - für Polenz folgten Aufenthalte in Thailand und Myanmar. Doch dann kam das Corona-Virus. "Wir hatten trotzdem Lust uns zu professionalisieren", so Polenz, "daher haben wir uns mit Hilfsorganisationen zusammen getan."

Polenz: "Die Klassiker waren natürlich Ronaldo, Mbappé, Messi und Neymar"

Dabei veränderte sich auch die Ausrichtung des Netzwerks, es entwickelte sich weiter. "Wir haben uns dazu entschlossen, dass wir auch fundamentale Veränderungen schaffen wollen." Dabei soll mit gespendetem Geld nun auch die Bildung in den Ländern gefördert werden. Im Zuge der Professionalisierung fallen damit nun wenigere größere Projekte an, anstatt zuvor viele kleinere. "Dadurch haben wir mehr Impact", erklärt Polenz.

Die gesammelten Trikots sind dabei komplett unterschiedlich. Vom FC Barcelona und Real Madrid bis zum TSG Wittershausen und Adler Meindorf. "Es ist ein Mix aus vielen Fantrikots. Neben Vereinen wie Heidenheim, Hertha, Hoffenheim oder Köln, die schon gespendet haben, kommt der Großteil aus dem Lokalfußball", verrät Polenz, der auch die Aktion des Trikotwichtelns mit initiiert hat. Dabei durften sich die Kinder Trikots wünschen. "Die Klassiker waren natürlich Ronaldo, Mbappé, Messi und Neymar."


Auch Trikots der SG Michendorf wurden verschickt.
Auch Trikots der SG Michendorf wurden verschickt. © Privat

Nächstes Projekt: 3.300 Trikots für Mädchen im Balkan

"Das Gesamtpaket macht einfach Spaß. Gutes tun, mit den Kids pöhlen, eine Verbindung aufbauen und sich über den Fußball verständigen, auch wenn man nicht die selbe Sprache spricht. Man ist dann auch stolz zu sehen, wenn die Trikots getragen werden", erklärt der nun freiberufliche Berater, der sich vor allem an ein Neujahrsfest einer Schule in Kambodscha erinnert: "Wir durften dort die Spiele begleiten und die Jahrgangsbesten durften sich Trikots aussuchen."

Auch für das nächste Projekt werden wieder Trikots gesucht. Zusammen mit der Organisation Cross Cultures, die das "Open Football Fun Schools"-Event, wo Turniere und Training an Schulen stattfinden, ins Leben gerufen haben sollen nun 3300 Trikots für Mädchen in den Balkan geschickt werden. "Mit deiner Hilfe schaffen wir mehr Geschlechtergleichheit und spenden Trikots für 300 Mädchenmannschaften in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Serbien, Montenegro, Kosovo und Nordmazedonien", heißt es auf der Homepage. "Besonders über kleine Trikots würden wir uns freuen, aber wir nehmen natürlich auch größere", so Polenz, der sich mit seinem 36-Personen-Team auf das kommende Projekt freut.

Ihr wollt Trikots oder Trikotsätze spenden? Hier kommt ihr zum Link von Trikot für die Welt