24. März 2020 / 16:03 Uhr

Trockengelegt: Wie sich Schwimmer der Region in Zeiten von Corona fit halten

Trockengelegt: Wie sich Schwimmer der Region in Zeiten von Corona fit halten

Dorothee Gratz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Leon Reinke vom SC Altwarmbüchen.
Leon Reinke vom SC Altwarmbüchen. © Dorothee Gratz
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Bei geschlossenen Bädern wird es für Schwimmer schwierig: Dominik Abdou, Leon Reinke (beide SC Altwarmbüchen) und Nils Knittel (TuS Wunstorf) wissen sich aber auch daheim zu helfen.

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Durch die Corona-Pandemie sind sie aus ihrem eng getakteten Alltag als Schüler und Sportler herausgerissen worden. Dominik Abdou, Leon Reinke (beide SC Altwarmbüchen) und Nils Knittel (TuS Wunstorf) müssen die Enttäuschung überwinden und ihre sportlichen Ambitionen den neuen Gegebenheiten anpassen. Die drei 16-Jährigen gehören seit sechs Jahren zum Landeskader und sind mittlerweile auf die höchste Stufe der Jugend, den Kader D3, gerückt.

Absagen bis in den Juni

Alle Bäder und das Sportleistungszentrum sind geschlossen, Trainingslager und Wettkämpfe wurden bis in den Juni hinein abgesagt. Dazu gehören auch die deutsche Jahrgangsmeisterschaft, für die sich die drei bereits qualifiziert hatten. „Die soll aber nachgeholt werden, wir müssen uns also fit halten“, sagt Reinke. Der Schüler der KGS Hemmingen hat morgens schon mit seinem Englischlehrer über Skype Unterricht gehabt und weitere Hausaufgaben erledigt. Ehe sich Yana Guliyewa, seine Trainerin am Landesstützpunkt Hannover, mit dem Trainingsplan für den Tag meldete.

Stets stehen zunächst Athletikübungen – Liegestütze, Kniebeugen, Sit-ups und Sprünge – auf dem Trainingsplan, dazu Dehnübungen von oben bis unten. Anschließend geht es zum Joggen oder Radfahren für die Kondition. „Gestern bin ich 45 Kilometer Rad gefahren – mit einem Schnitt von 35 Kilometern die Stunde“, berichtet Reinke nach einer von mehreren Serien, die jeweils 20 Liegestütze umfassen.

Trainerin Guliyewa überlässt es der Eigenverantwortung der Athleten, ob sie bei den Aufgaben etwas trödeln, und verlangt nur eine Mindestmenge. „Schwimmen ist ein Ausdauersport. Die Motivation zum Erhalt der Fitness und die Beschäftigung der Jugendlichen gehören zu meinen Aufgaben“ sagt sie.

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Fast 20 die Woche Training in normalen Zeiten

Dominik Abdou vom SC Altwarmbüchen.
Dominik Abdou vom SC Altwarmbüchen. © Dorothee Gratz
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Abdou trainiert seine Ausdauer lieber beim Joggen. Einmal vom Zuhause in Isernhagen nach Altwarmbüchen und zurück bringen ihm etwa 20 Kilometer ein. Mal im Sprint, mal locker. Fast 20 Stunden pro Woche verbringt er sonst beim Training. Das fehlt ihm und muss kompensiert werden.

Viel Aufmerksamkeit schenkt der Athlet auch den Kraftübungen. Allein 30 Minuten widmet er dem Dehnen der Schultern. „Das ist die Problemzone der Schwimmer“ weiß Abdou aus eigener Erfahrung. Mit einem am Gartenzaun befestigten Zugseil kann die Technik der Schwimmstile simuliert und trainiert werden, der Immobilität der Schulter wird so vorgebeugt.

Aus der Situation das Beste machen

Nils Knittel vom TuS Wunstorf bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2019.
Nils Knittel vom TuS Wunstorf bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2019. © Mirko Seifert

Knittel hält den Kontakt zu seinen Schwimmfreunden, die er sonst fast täglich sieht, derzeit über eine Whats­app-Gruppe. Der Schüler des Hölty-Gymnasiums Wunstorf ist Mitte Februar norddeutscher Meister über 400 Meter Lagen geworden. „Das ist alles ärgerlich. Am schlimmsten finde ich, dass das Trainingslager auf Fuerteventura ausfällt“, sagt Knittel. So muss er sich zu Hause mit dem zugesandten Hausaufgabenpaket und mit Konditions- und Krafttraining beschäftigen.

Aus der Situation das Beste machen zu wollen, darin ist sich das Trio einig. Letztlich sitzen sie ja alle in einem Boot. Auch wenn es momentan auf Grund gelaufen ist.

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