14. Januar 2022 / 17:49 Uhr

Trotz Anflugs mit Hindernissen: Optik bereitet sich in der Türkei vor

Trotz Anflugs mit Hindernissen: Optik bereitet sich in der Türkei vor

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
<b>Jerome Leroy:</b> Ich gehe morgens meistens mit Benny Wilcke laufen und mache Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht. In der freien Zeit schaue ich Serien, lese oder versuche zu kochen. Das mache ich aktuell learning by doing.
Kapitän Jerome Leroy (r.) will sich für den Rathenower Fußball-Regionalligisten in Topform bringen. © Christoph Laak
Anzeige

Regionalligist FSV Optik Rathenow bereitet sich in der Türkei auf die restliche Regionalliga-Saison vor – während Kapitän Jerome Leroy gut drauf ist, musste Max Bell Bell vorzeitig abreisen.

Rund um das Rathenower Stadion Vogelgesang ist es aktuell verdächtig ruhig. Die sonst peitschenartigen Rufe von Fußballtrainer Ingo Kahlisch fehlen, jedenfalls im Heimstadion des Regionalligisten FSV Optik. Stattdessen schallen Kahlischs Kommandos knapp 3000 Kilometer südöstlich von der Heimat über den Platz.

Anzeige

Dort, im türkischen Side, wo an diesem Samstag (11.30 Uhr Ortszeit/9.30 Uhr MEZ) das Testspiel gegen den ungarischen Zweitligisten Nyíregyháza Spartacus FC stattfindet, bereiten sich die Optiker gerade auf die restlichen Ligaspiele vor – nach einer Anreise, die ein Spiegelbild der bisherigen Rathenower Runde war, also begleitet von allerlei Pech und Pannen.

Lange Anreise

Der Abflug am Dienstagmittag vom Willy-Brandt-Flughafen Berlin Brandenburg verlief noch reibungslos. Alle Spieler – vom beruflich verhinderten Glodi Zingu abgesehen – checkten planmäßig ein, fanden ihre Sitze und hoben zusammen Richtung Antalya ab. Beim Landeanflug wurde es dann ungemütlich. Ein Unwetter verhinderte, dass der Flieger, in dem neben den Rathenowern auch die Fußballmannschaft des polnischen Erstligisten Lech Posen saß, pünktlich auf den Boden zurückkehrte.


Zwei vergebliche Versuche und etliche Luftlöcher später musste der Pilot die Maschine in Ankara statt Antalya landen – eine Flugstunde nördlich vom ursprünglichen Zielflughafen entfernt. „Das Unwetter war schon heftig, einige Spieler haben zudem Flugangst“, berichtet Optik-Kapitän Jerome Leroy.

Vier Stunden musste die Rathenower Reisegesellschaft in Ankara ausharren, ehe es um 2 Uhr nachts wieder nach Antalya ging. Dieses Mal unter besseren Bedingungen – aber ohne Max Bell Bell. Der Außenbahnspieler hatte seinen Personalausweis unterwegs verloren, weshalb ihm die türkischen Behörden die Weiterreise von Ankara nach Antalya untersagten.

Die restlichen Rathenower – 23 Akteure inklusive Trainer und Betreuer – fühlen sich im Vier-Sterne-Hotel wohl, berichtet Leroy, „die Trainingsbedingungen sind perfekt, die Plätze super gepflegt.“ Stärken können sich die Spieler dreimal am Tag, um 8 Uhr, 12.30 Uhr und 18.30 Uhr wird das Buffet reichhaltig gedeckt.

Mehr zum FSV Optik Rathenow

Alkohol ist nur den Trainern und Betreuern gestattet, so sehen es die Hausregeln vor. „Das stört uns aber nicht“, erklärt Leroy schmunzelnd. Neben den Rathenowern bewohnen auch die Mannschaften von Neftci Baku (1. Liga/Aserbaidschan), Kisvárda FC (1. Liga/Ungarn) und eine türkische Nachwuchs-Auswahl das Hotel.

Fußläufig drei Minuten ist der Strand entfernt, bestes Badewetter herrscht bei 14, 15 Grad aber noch nicht. Stattdessen stehen pro Tag zwei Trainingseinheiten an, eine um 10 Uhr Ortszeit, eine um 15 Uhr. Vornehmlich kleinere Laufeinheiten, Torschusstraining und Spielformen hat Trainer Kahlisch angesetzt, „wir machen viel im kurzen, schnellen Bereich“, erklärt Leroy.

Physiotherapeut Robert Berlin bittet die Kicker zudem zu Aqua-Jogging und Kräftigungsübungen. Vor allem der Kapitän macht nach seiner langen Zwangspause wegen einer Schambeinentzündung Fortschritte. „Klar ist aber auch: Vier Monate Pause mache ich nicht innerhalb von zehn Tagen wett“, erklärt Leroy. Ihm gehe es nun darum, Routine und Fitness reinzuholen. „Da tun mir die Spielformen gut.“