26. Oktober 2019 / 20:02 Uhr

Trotz bissigem Hundt: BG Göttingen verliert gegen Ludwigsburg

Trotz bissigem Hundt: BG Göttingen verliert gegen Ludwigsburg

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
Bennet Hundt lieferte wieder eine ganz starke Leistung ab bei der BG Göttingen.
Seine Energie ist wieder gefragt: Bennet Hundt soll das Team auch in Bamberg führen. © Swen Pförtner
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Wieder nichts: Die BG Göttingen hat trotz einer klaren Leistungssteigerung auch im fünften Spiel in der Basketball-Bundesliga den ersten Sieg verpasst. Vor 2813 Zuschauern in der nicht ausverkauften S-Arena verloren die Veilchen mit 77:83 (36:41) gegen die MHP Riesen Ludwigsburg.

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Die BG ging mit Allen, Hundt, Carter, Lasisi und Lockhart in die Partie – und wie. Aggressive, konzentrierte, abgezockte Veilchen, wann hatte man das zuletzt gesehen? Und hart im Nehmen: Als Ludwigsburgs Weiler-Babb bei einem Fastbreak hart hinlangte gegen Hundt, knallte dieser in die Bande. Nach einigen Sekunden bangen Wartens rappelte sich der Youngster aber wieder auf und verwandelte abgezockt die beiden folgenden Freiwürfe.

BG Göttingen - MHP Riesen Ludwigsburg 2019/2020

Trotz einer kämpferisch überzeugenden Leistung verliert die BG Göttingen auch ihr 5. Saisonspiel gegen Ludwigsburg. Zur Galerie
Trotz einer kämpferisch überzeugenden Leistung verliert die BG Göttingen auch ihr 5. Saisonspiel gegen Ludwigsburg. © Swen Pförtner

Dann kam der große Auftritt von Lockhart, der nervenstark zwei Dreier in Folge versenkte und die BG mit 8:3 in Führung brachte. So wünscht sich BG-Trainer Roijakkers den Mann mit der 3. Ludwigsburg hingegen kam überhaupt nicht in die Partie, fiel nur durch Einzelaktionen auf. Teamplay: Fehlanzeige. Und so nahm Trainer John Patrick bereits nach gut drei Minuten die erste Auszeit.

Die BG machte aggressiv weiter. Folge: Fünftes Teamfoul nach fünf Minuten. Aber in der Offense schlichen sich jetzt erste Fehler ein. Als dann Kramer zweimal in kurzer Zeit den Ball vertändelte, zogen die Riesen erstmals vorbei –und legten in der Folge einen 10:0-Lauf hin.

BG gibt nicht auf

Die BG gab nicht auf: Lasisi traf zum 16:19. Und als Andric wenig später zum 19:19 nachlegte, waren auch die Fans richtig da und brüllten ihr Team nach vorne. Das Problem: Die Veilchen brachten sich um den verdienten Lohn. Wieder ein Turnover, und wieder nutzten die Riesen das aus. Und so stand es 23:19 nach dem ersten Viertel.

SPORTBUZZER-Fan-Talk mit Mattis Mönninghoff

Der zweite Durchgang begann mit dem dritten Foul von Hundt – keine gute Nachricht für die BG. Das Missgeschick machte der Youngster aber umgehend wett, als er einen Dreier versenkte und auch noch das Foul zog. Bei so viel Einsatz half BG-Trainer Roijakkers seinem besten Mann selbstverständlich wieder auf die Beine – und der verwandelte auch den Freiwurf eiskalt.

Kampf um jeden Ball

Die BG agierte jetzt aber zusehends verunsichert und leistete sich weitere unnötige Fehler. Die Riesen mussten eigentlich nicht viel tun, außer die sich ihnen bietenden Chancen zu nutzen, um auf 32:25 nach 15 Minuten zu erhöhen.

Zwar kämpfte die BG leidenschaftlich um jeden Ball. Bezeichnend dafür eine Szene aus der 16. Minute, als Anderson nach einem Fehlwurf nach hinten sprintete und sich das Leder zurückholte. Allein: Aus diesem Einsatz schlugen die Gastgeber zu wenig Kapital, erzielten schlicht und ergreifend zu wenig Punkte.

Unsportliches Foul

Und die Riesen? Die machten ihrem Namen alle Ehre, übertrieben es zum Ende des zweiten Durchgangs aber maßlos, als Anderson gleich von zwei Spielern unter dem Korb in die Zange genommen wurde und hart auf dem Hallenboden aufschlug. Die Schiedsrichter schauten sich die Szene noch einmal im Video an und entschieden auf unsportliches Foul.

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Anderson versenkte die beiden Freiwürfe, doch aus dem erneuten Ballbesitz machten die Veilchen mal wieder zu wenig, als Lockhart nur den Ring traf. Und so führten die Gäste zur Pause folgerichtig mit 41:36. Eine Führung, die sich die Gäste nicht erarbeitet hatten, sondern die ihnen von den Veilchen geschenkt worden war.

Veilchen endlich wach

Die Frage war: Würden die Veilchen wieder den Start verschlafen, wie so oft in dieser Saison nach der Pause? Klare Antwort: nein! Denn Hundt per Dreier und Carter mit seinen ersten Punkten verkürzten auf 45:47, der bis dahin blasse Center zog sogar noch das Foul und somit einen Freiwurf.

Diesen verwandelte er zwar nicht, aber Allen erkämpfte den Rebound und setzte Hundt in Szene, der per Korbleger traf und erneut das Foul zog. Und weil er anschließend auch den Freiwurf versenkte, ging die BG in der 23. Minute tatsächlich mit 48:47 in Front. Als Hundt wenig später per Dreier sogar auf 51:47 erhöhte, tobte die Halle. Auszeit Ludwigsburg.

BG am Drücker

Jetzt war die BG am Drücker – und die Ludwigsburger irgendwie geschockt. Das nutzte Allen mit einem weiteren Dreier zum 54:47. Es entwickelte sich eine mitreißende Partie, die hin und her wogte. Der Lärm der Fans war ohrenbetäubend, die Jubelstürme nach jedem Korb der BG ließen die Halle beben.

Und die Veilchen genossen das, gewannen zunehmend an Sicherheit. Erst zum Ende hin, auch bedingt durch einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, kamen die Riesen wieder heran – und verkürzten auf 60:59.

Kraft fehlt am Ende

Das letzte Viertel musste also die Entscheidung bringen – und dort hatten die Gäste den längeren Atem. Die tiefere Bank der Riesen machte sich jetzt bemerkbar. Die Veilchen hingegen wurden zunehmend müde. Roijakkers nahm zwar nach 35 Minuten die nächste Auszeit. Zu diesem Zeitpunkt führte Ludwigsburg allerdings schon mit 72:62.

Diesen Rückstand konnten die Hausherren zwar bis zum Ende nicht mehr wettmachen. Sie durften allerdings erhobenen Hauptes das Parkett verlassen nach einer in weiten Teilen vor allem kämpferisch starken, mitreißenden Partie –und einem überzeugenden dritten Viertel. Das merkten auch die Zuschauer – und zollten ihrem Team applaudierend Respekt. Den hatten sich die Veilchen auch redlich verdient.

Was bleibt, ist Zweierlei: Erstens der Ärger darüber, das gegen schlagbare Ludwigsburger mehr drin war. Und zweitens die Gewissheit, dass die BG lebt – und bald auch den ersten Sieg einfahren wird, wenn sie an dieses Spiel anknüpfen kann.

Statistik

BG Göttingen – MHP RIESEN Ludwigsburg 77:83 (36:41)

Die Viertel im Überblick: 19:23, 17:18, 24:18, 17:24

Zuschauer: 2.813

BG Göttingen: Lockhart (10 Punkte/2 Dreier, 5 Assists), Anderson (5), Lasisi (3/1), Kramer, Omuvwie (n.e.), Carter (9), Andric (6/2), Mönninghoff (3/1), Osetkowski (6), Allen (10/2, 6 Rebounds), Hundt (25/4).

MHP RIESEN Ludwigsburg: Carrington (17 Punkte/1 Dreier), Weiler-Babb (10/1), Smith, Konga (6), Knight (19, 9 Rebounds, 5 Assists), Caisin, Hukporti, Wohlfahrt-Bottermann, Wimbush II (14/3), Leissner (9), von Fintel, Brase (8/1).

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