01. Dezember 2019 / 14:43 Uhr

Trotz Booms in vielen Bereichen – Hansa Rostock wird Schulden nicht los

Trotz Booms in vielen Bereichen – Hansa Rostock wird Schulden nicht los

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Am Sonntag trafen sich die Mitglieder des FC Hansa Rostock zur Jahreshauptversammlung. Im Bild: Hansa-Vorstandschef Robert Marien (l.) und Finanzvorstand Christian Hüneburg beim Treffen im Jahr 2018.
Am Sonntag trafen sich die Mitglieder des FC Hansa Rostock zur Jahreshauptversammlung. Im Bild: Hansa-Vorstandschef Robert Marien (l.) und Finanzvorstand Christian Hüneburg beim Treffen im Jahr 2018. © Lutz Bongarts
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Trotz Wachstums in Teilbereichen bleibt der Traditionsverein FC Hansa Rostock hoch verschuldet. Die Verbindlichkeiten wuchsen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 481 000 Euro auf rund 24 Millionen. Bei der Jahreshauptversammlung zog der knapp 14 000 Mitglieder zählende Verein am Sonntag unter Ausschluss der Öffentlichkeit Bilanz.

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Der FC Hansa Rostock wächst in allen Bereichen. Mit Stolz und Zufriedenheit verkündete Klubchef Robert Marien am Sonntag bei der Jahreshauptversammlung positive Wirtschafts-Nachrichten: „In Bezug auf Werbeerlöse, Merchandising. Zuschauerschnitt und Mitgliederzahl sind wir deutlich gewachsen. Wir haben unsere Ziele übertroffen“, sagte Marien den Hanseaten, die zur Mitgliederversammlung des Fußball-Drittligisten in die Ospa-Arena gekommen waren. Zu Beginn des Treffens, an dem 532 stimmberechtigte Mitglieder teilnahmen, hatte sich eine deutliche Mehrheit (64 Prozent) für einen Ausschluss der Medien ausgesprochen.

Hansa erwirtschaftete in der vergangenen Saison 5,1 Millionen Euro Werbeeinnahmen (plus 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), nahm im Merchandising 2,2 Millionen Euro ein (plus 22 Prozent), nahm bei seinen Heimspielen insgesamt 3,3 Millionen Euro (Vorsaison drei Millionen) ein und liegt mit aktuell 13 828 Mitgliedern (plus 767) auf Wachstumskurs. Zusätzliche Einnahmen brachten die Stadion-Konzerte von Marius Müller-Westernhagen, Marteria und Rammstein. „Sie haben sich positiv auf unser Ergebnis ausgewirkt. Wir können solche Höhepunkte aber nicht jedes Jahr auf die Beine stellen“, sagte Marien. Der Aufwand in der Geschäftsstelle sei enorm gewesen, die Genehmigungsverfahren „langwierig und nervig“, verdeutlichte der Klubchef. Erstmals seit Jahren erzielte Hansa auch wieder Einnahmen aus dem Transfer eines Spielers: Der Wechsel von Torhüter Ioannis Gelios zu Holstein Kiel brachte geschätzt 300 000 Euro.

Die Schulden, die bei rund 24 Millionen Euro liegen, konnte der Klub trotzdem nicht abbauen „Trotz Rekordumsatzes in Höhe von 19,1 Millionen Euro ist es uns nicht gelungen, unsere Schulden abzubauen. Solange wir in der 3. Liga spielen, ist das kaum möglich“, konstatierte Marien. Die Verbindlichkeiten wuchsen zwar geringer als erwartet, summierten sich aber dennoch auf 481 000 Euro.

So lange haben die Hansa-Spieler noch Vertrag:

<b>Tor - Markus Kolke:</b> Hat noch Vertrag bis zum <b>30. Juni 2022.</b> Zur Galerie
Tor - Markus Kolke: Hat noch Vertrag bis zum 30. Juni 2022. ©
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Hauptgläubiger der Traditionsvereins bleibt die Obotritia Capital KGaA von Rolf Elgeti mit 19,3 Millionen. Weitere Altschulden konnte der FCH im zurückliegenden Geschäftsjahr um 236 000 Euro auf 915 000 Euro reduzieren.

Die sportliche Bilanz ließ viele Wünsche offen. Zwar zog die Mannschaft in der Vorsaison unter Trainer Pavel Dotchev in die zweite Runde des DFB-Pokals ein, was zusätzliche TV- und Zuschauereinnahmen brachte. Die insgesamt enttäuschenden Ergebnisse in der Liga, kosteten Dotchev und Sportdirektor Markus Thiele den Job. Nachfolger Jens Härtel, der bei der Zusammenkunft am Sonntag mit den Spielern Gast war, führte das Team zum Saisonende auf Platz sechs.

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In den kommenden Jahren besteht reichlich Investitionsbedarf: die Flutlichtanlage des Ostseestadions muss erneuert oder rekonstruiert werden. „Die Betriebserlaubnis läuft 2025 aus. Wir müssen zusehen, dass wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern eine praktikable Lösung finden“, hatte Marien vor der Zusammenkunft erklärt. „Ich gehe davon aus, dass sich die Mitglieder für einen 1:1 Nachbau entscheiden werden“, hatte Marien vor dem Treffen am Sonntag erklärt. Eine Sanierung – wenn sie denn überhaupt möglich ist –hält er für risikoreich: „Es scheint utopisch zu sein, die Masten in einer Sommerpause zu sanieren, und es birgt grundsätzlich unkalkulierbare Risiken.“

Die Mehrheit der Anwesenden stimmte am Sonntag für einen 1:1-Nachbau der vorhandenen Flutlichtanlage.

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