28. Juni 2020 / 18:37 Uhr

Trotz Corona-Auflagen: Tausende Dynamo-Dresden-Fans versammeln sich vor Stadion

Trotz Corona-Auflagen: Tausende Dynamo-Dresden-Fans versammeln sich vor Stadion

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
200628he1878
2.000 bis 3.000 Dynamo-Anhänger versammelten sich nach dem Spiel vor dem Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden um den scheidenen Sportchef Ralf Minge zu verabschieden. © Dennis Hetzschold
Anzeige

Dynamo Dresden steigt nach dem 2:2-Unentschieden gegen den VfL Osnabrück in die 3. Liga ab. 2.000 bis 3.000 SGD-Anhänger ließen es sich trotzdem nicht nehmen, Sportdirektor Ralf Minge persönlich zu verabschieden – trotz Corona-Gefahr.

Anzeige
Anzeige

Das 2:2 (1:0) gegen Osnabrück war das vorerst letzte Spiel für Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga und das letzte unter Sportdirektor Ralf Minge. Da hielt es die Fans der Schwarz-Gelben, trotz Corona-Beschränkungen, nicht vor dem heimischen Fernseher.

Schon eine Stunde vor Spielbeginn war es ziemlich voll auf der Lennéstraße. Am Straßburger Platz herrschte bei „Susi“, einstmals „Acki“, schon ordentlich Betrieb am Ausschank. Die Fans stiegen im Trikot aus der Straßenbahn, als ob sie zu einem ganz normalen Heimspiel gehen wollten.

Dynamo Dresden: Fans nach dem Abstieg am Rudolf-Harbig-Stadion

Vor dem RHS versammelten sich rund 2.000 bis 3.000 Anhänger von Dynamo Dresden, um den scheidenden Sportchef Ralf Minge zu verabschieden. Zur Galerie
Vor dem RHS versammelten sich rund 2.000 bis 3.000 Anhänger von Dynamo Dresden, um den scheidenden Sportchef Ralf Minge zu verabschieden. ©

Doch das war die Partie gegen den VfL Osnabrück nie und nimmer, denn kein Fan durfte wegen der Corona-Pandemie ins Harbig-Stadion, in dem sich nicht nur Dynamo aus der 2. Bundesliga, sondern auch das Idol Ralf Minge nach mehr als sechs Jahren aus seinem Amt als Sport-Geschäftsführer verabschiedete. Als die denkwürdige Partie um 15.30 Uhr losging, da waren auch die Anhänger von draußen zu hören. Sie riefen den Namen ihres Herzensvereins, ließen Böller detonieren und Bengalos brennen. „Da muss jemand Hochzeit gehabt haben, es hat geknallt“, scherzte Trainer Markus Kauczinski, der nach dem Spielende mit der Mannschaft auch noch auf den Stadionumlauf ging, der Menge zuwinkte und applaudierte. „Was vor dem Stadion passiert ist, ist bezeichnend für die Region. Das ist einfach geil. Ich möchte nicht wissen, was hier abgeht, wenn man aufsteigt“, so der Trainer tief beeindruckt.

Mehr zur SGD

Stürmer Patrick Schmidt verschlug es fast die Sprache: „Alles was ich in dem halben Jahr hier erlebt habe – Klischee hin oder her –, war Wahnsinn. Das hat mich sprachlos gemacht. Wie wir gefeiert wurden, wie die Fans zum Verein stehen – da gibt es nicht viel dazu zu sagen. Ich bin dankbar und stolz, dass ich für so einen Verein spielen durfte“.

Die Polizei sprach im Nachgang von 2000 Fans am Stadion. Dabei seien die Abstandsregeln zum Großteil nicht eingehalten worden. Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten wurden eingeleitet - wie viele, konnte die Polizei am Sonntagabend nicht präzisieren. Rund 130 Polizeibeamte waren im Einsatz.