21. Juli 2021 / 00:26 Uhr

Trotz Corona: Fünf Wolfsburg-Fans im Trainingslager dabei

Trotz Corona: Fünf Wolfsburg-Fans im Trainingslager dabei

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mit dem VfL im Trainingslager: Heike Waschull, der Fanbeauftragte Michael Schrader, Horst Fraude, Ralf Langenberger, Niko Shdan-Puschkin und  Kurt Hasenpusch (v. l.).
Mit dem VfL im Trainingslager: Heike Waschull, der Fanbeauftragte Michael Schrader, Horst Fraude, Ralf Langenberger, Niko Shdan-Puschkin und  Kurt Hasenpusch (v. l.). © Roland Hermstein
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Corona macht das Reisen schwierig, darum sind im Trainingslager des VfL Wolfsburg in Österreich deutlich weniger Fans dabei als sonst. Fünf Anhänger haben den 1000-Kilometer-Trip auf sich genommen.

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Die Profis des VfL Wolfsburg fahren in ein Trainingslager - für viele Fans ist das eigentlich ein fixer Termin. Aber diesmal war das wegen Corona anders. Normalerweise sind 50 bis 70 Profis mit dabei, wenn der Wolfsburger Fußball-Bundesligist sich in Österreich oder im Süden Europas vorbereitet. Diesmal haben fünf Anhänger die Reise nach Bad Waltersdorf mit angetreten.

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Rund 1000 Kilometer mussten zurückgelegt werden, zehn bis elf Stunden Fahrt mit ihren Autos haben Heike Waschull, Horst Fraude, Ralf Langenberger, Niko Shdan-Puschkin, Kurt Hasenpusch auf sich genommen, um nach dem Winter-Trainingslager 2019 in Portugal den VfLern wieder in der Ferne beim Schwitzen zuschauen zu können. „Wir dürfen jetzt zwar auch nicht so nah ran – aber trotzdem: Man sieht die Spieler, man hört sie lachen. Für mich ist das schon etwas Besonderes“, sagt Waschull.

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Sie ist zum ersten Mal in einem Sommer-Trainingslager mit dabei. „Bisher war das wegen meines Berufs und der Familie nicht möglich“, erzählt sie. Aber seit dem Oktober des vergangenen Jahres ist sie in Altersteilzeit. Waschull: „Jetzt habe ich mir diese Woche hier gegönnt. Für mich ist das hier Erholung pur.“ Wegen Corona sei es zwar nicht möglich, so nah wie vor der Pandemie an die Spieler heranzukommen, aber die Reise in die Steiermark habe sich trotzdem gelohnt: „Wenn man einen Spieler anspricht, dann antwortet er auch.“ Und das genüge ihr schon.

Seit fast 25 Jahren ist sie Dauerkartenbesitzerin, über 40 Jahre wiederum unterstützt Horst Fraude aus Nordsteimke die Grün-Weißen bereits. Er hatte schon länger mal geplant, die VfLer in einem Trainingslager zu besuchen. „Aber das hat sich immer irgendwie zerschlagen. Jetzt hat es geklappt und nun schaue ich den Jungs zu, wie sie sich hier quälen“, sagt Fraude schmunzelnd.

Die Mannschaft mache einen guten Eindruck, sagt der Anhänger, der es schade findet, dass VfL-Olympia-Fahrer Maximilian Arnold nicht dabei ist. Was ist in der neuen Saison drin? „Ich hoffe, dass der VfL wieder oben mitspielt, aber für die Dreifach-Belastung in der neuen Saison muss man einen großen Kader haben, um das durchstehen zu können. Denn die Belastung wird schon enorm sein.“ Daher wünscht er sich, dass etwa Shootingstar Maxence Lacroix (RB Leipzig will ihn) bleibt. „Der ist in der vergangenen Saison so richtig abgegangen“, lobt Fraude den Franzosen.

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Eine gute Saison, die wünscht sich auch Ralf Langenberger für den VfL, der auch 2019 in Schladming im Sommer-Trainingslager dabei war. Er schaut einerseits den Profis beim Training zu, nutzt aber auch die Berge für Radtouren. „Zwei Jahre kein Trainingslager – das war hart“, so Langenberger, der sich umso mehr freut, „nun die Trainingsformen beobachten zu können. Ich bin der Meinung, man sieht schon einen kleinen Unterschied zum Fußball von Oliver Glasner“, sagt Langenberger, der festgestellt hat, dass der neue Coach Mark van Bommel „sehr viel“ mit seinen Spielern redet. „Das hat Glasner gar nicht so gemacht, obwohl ich viel von ihm halte.“ Über die Erwartungen an die neue Saison sagt der Anhänger, der den Wolfsburgern schon seit 50 Jahren die Daumen drückt: „Ich hoffe, der VfL spielt erneut attraktiven Fußball. Das ist mir wichtiger als die Tabelle.“

Zusammen angereist sind die VfL-Fans Shdan-Puschkin und Hasenpusch. „Beides Stammgäste im Trainingslager“, erzählt Michael Schrader, einer der Fanbeauftragten des Klubs. Obwohl nicht viele Fans mit dabei sind, „war es für mich selbstverständlich, dass ich ins Trainingslager reise. Wir sind da und helfen den Fans vor Ort, wo wir können. Mir ist es egal, ob vier, fünf, 50 oder 60 Fans kommen“.