15. Januar 2021 / 11:24 Uhr

Trotz Corona: Kein Stillstand beim SV Klinga-Ammelshain

Trotz Corona: Kein Stillstand beim SV Klinga-Ammelshain

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
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Der SV Klinga-Ammelshain machte schon über die Grenzen des Muldentals auf sich aufmerksam - nun backt man kleinere Brötchen und baut am Sportlerheim.
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Auch wenn es sportlich, wie bei vielen weiteren Vereinen auch, beim SV Klinga-Ammelshain still steht - zu tun gibt es immer etwas im Verein: Momentan am Sportlerheim.

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Parthenstein/Naunhof. Zwei oder vielleicht sogar drei Gänge hat der Verein von der Autobahn aufgrund der Corona-Zwangspause verständlicherweise runter geschaltet, völlig zum Stehen gekommen ist das Fahrzeug allerdings definitiv nicht. Ganz einfach weil es beim SV Klinga-Ammelshain auch ohne Vollgas und trotz des sportlichen Lockdowns manch anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen gilt. Immerhin ist der Club praktisch das wichtigste Bindeglied zwischen den beiden zusammen circa 2000 Einwohner zählenden Orten, welche zum einen zur Gemeinde Parthenstein und zum anderen zur Stadt Naunhof gehören. Vor knapp zwei Jahrzehnten machte der SVKA sogar weit über die Grenzen des Muldentals auf sich aufmerksam. Im Jahr 2003 nämlich sicherte sich die erste Herrenmannschaft auf Bezirksebene das Double aus Meistertitel und Pokaltriumph. Womit der (finanzielle) Zenit jedoch überschritten war, denn statt des möglichen Aufstiegs in die Landesliga folgte kurz darauf eine Verschmelzung mit dem zu dieser Zeit zwei Klassen tiefer nicht einmal annähernd so erfolgreichem Nachbarn SV Naunhof.

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Damenteams stehen gut da

Das Fusionsprodukt SV Partheland Naunhof (nicht zu verwechseln mit dem jetzigen SC Partheland, den Polenz und Beucha ins Leben riefen) hatte aber keine lange Haltbarkeitsdauer. Bereits 2006 gründete sich der SV Klinga-Ammelshain neu und bäckt seitdem etwas kleinere Brötchen. Schritt für Schritt legte das Männerteam in den unteren Leistungsebenen zurück, erst allmählich ging es wieder bergauf. Mit den Aufstiegen 2016 und 2019 in die Kreisliga A beziehungsweise die Kreisoberliga kehrten die Rot-Schwarzen auf höhere Ebenen zurück und wollen sich dort nun unbedingt etablieren. Im Moment befindet sich die Truppe des vor der laufenden Saison vom 1. FC Lok Leipzig gekommenen Trainers Ronny Surma auf einem ausbaufähigen 11. Tabellenplatz. Selbst der Weggang des ehemaligen Kapitäns und Leistungsträgers Eric Rieschick nach Naunhof ändert nichts an den ehrgeizigen Zielen. Wobei der Vereinsvorsitzende Mario Voigtländer ohnehin überhaupt keinen Groll ob des Transfers hegt: „Wir haben uns absolut im Guten getrennt, wenngleich es natürlich ein qualitativer Verlust für uns ist. Der Spieler hatte den Wunsch, wieder in seinen Heimatverein zu wechseln. Da gab es keine Veranlassung, ihm Steine in den Weg zu legen. Wir bedanken uns bei Eric für seine Einsatzbereitschaft in den vergangenen fünfeinhalb Jahren, er hat Erfolgsgeschichte mitgeschrieben.“

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Doch beileibe nicht nur die Herren der Schöpfung sorgen für sportliche Höhenflüge, das weibliche Geschlecht hat den SV ebenfalls zu einem Markenzeichen gemacht. Sowohl die Damen als auch die B-Juniorinnen mischen in der Landesklasse Nord kräftig mit und belegen dort äußerst respektable Plätze (6., 3.). Nicht zu vergessen der Nachwuchs, im Kleinfeldbereich ist Klinga-Ammelshain mit eigenständigen Mannschaften komplett vertreten. Seit dem vergangenem Sommer arbeitet die Jugendabteilung eng mit dem 1. FC Lok Leipzig zusammen, die Kooperation beinhaltet unter anderem einen Ausbildungsleitfaden, der neue Herrencoach stellte entscheidende Kontakte her.

„Schützen und unterstützen“

Aktuell sind Videokonferenzen mit Inhalten für individuelle Übungseinheiten der große Renner, die Pandemie zwingt halt zu einer möglichst abwechslungsreichen Improvisation. Unterdessen behalten die Verantwortlichen beim SVKA ihr Sportareal an der A 14 im Auge. Nachdem im vergangenem Jahr an der Fassade des Sportlerheimes Putz- und Malerarbeiten erfolgten sowie der Aufenthaltsraum renoviert wurde, steht bereits das nächste Vorhaben ins Haus – die Erneuerung des Trainingsplatzes. Das zusammen mit der Gemeinde und dem Landessportbund angeschobene Projekt hat immerhin einen Umfang vom insgesamt 350.000 Euro, bei der Sächsischen Aufbaubank wurde ein Antrag auf Fördermittel gestellt. Präsident Voigtänder sieht der Sache mit sichtlicher Vorfreude entgegen: „Die Bearbeitung läuft, ich rechne Mitte bis Ende des Jahres mit der Umsetzung. Damit können wir einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu besseren Bedingungen auf unserem Gelände absolvieren. Allerdings gibt es auch darüber hinaus noch einiges zu erledigen. Da werden wir die Ärmel hoch krempeln, so bald es wieder machbar ist.“


Derweil hat der Verein an anderer Stelle Pluspunkte gesammelt, bei der REWE-Aktion „Scheine für Vereine“ kamen mehr als 10.000 von dieser Sorte zusammen. Und auch die gerade fertig gestellten Mund- und Nasenmasken mit dem Emblem des SV sollen es ein wenig in der Clubkasse klingeln lassen. Frei nach dem Motto „Schützen und unterstützen“. Die in Auftrag gegebene Gesichtsverhüllung trägt schließlich auch etwas Symbolcharakter während der Viruskrise in sich. Das Motto lautet: Erst einmal alle an die Regeln halten und die Pobacken zusammen kneifen, um dann bald wieder gemeinsam dem runden Leder hinterher jagen zu können. Vereinschef Mario Voigtländer und seine Mitstreiter vom SV Klinga-Ammelshain können es kaum erwarten, so schnell wie möglich zwei oder drei Gänge hoch zu schalten.