06. Mai 2020 / 19:48 Uhr

Trotz Erlaubnis der Landesregierung: Profis des 1. FC Lok Leipzig trainieren nicht

Trotz Erlaubnis der Landesregierung: Profis des 1. FC Lok Leipzig trainieren nicht

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schenkt man den Worten von Lok-Coach Wolfgang Wolf Glauben, so werden die Profis diese Saison nicht mehr trainieren.
Schenkt man den Worten von Lok-Coach Wolfgang Wolf Glauben, so werden die Profis diese Saison nicht mehr trainieren. © André Kempner
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Lok Leipzig nimmt trotz Lockerungen den Trainingsbetrieb nicht auf. Die Nachwuchsteams dagegen sollen nächste Woche auf den Platz zurückkehren.

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Leipzig. Obwohl die Sportstätten der Stadt Leipzig wieder öffnen, wird der 1. FC Lok Leipzig vorerst nicht auf den Trainingsplatz zurückkehren. Glaubt man Wolfgang Wolf, werden die Profis des Fußballregionalligisten überhaupt diese Saison nicht mehr gemeinsam schwitzen. „Ich denke nicht, dass wir nochmal trainieren“, vermutet Loks Trainer. „Solange nichts entschieden ist, kehren wir nicht zurück auf den Platz. Für was sollen wir auch trainieren?“, fragt Wolf mit Seitenhieb auf die weiterhin unklare Zukunft der vierten Liga, die auch er nicht vorhersagen möchte: „Ich lass mich überraschen.“

Am Mittwoch tagte der Nordostdeutsche Fußballverband und beriet sich über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs, für nächste Woche ist die nächste Telefonkonferenz mit allen Vereinsvertretern angesetzt. Die fehlende Einheit nervt Wolf. „Es ist ein Hickhack, es gibt keine klare Linie“, kritisiert der ehemalige Bundesligatrainer und -spieler die unterschiedlichen Herangehensweisen der verschiedenen Landesverbände, die mithin abhängig sind von Entscheidungen der Politik.

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„Ganz wichtiger Baustein für den Seelenfrieden“

Auch Wolfs Assistent Nicky Adler weiß um die Probleme, die die erlassenen Maßnahmen rund um ein Sicherheitsabstands-Training mit sich bringen. „Es ist sehr schwer, dem allen gerecht zu werden. Wir können das Sicherheitskonzept nicht abdecken, finanziell schon gar nicht. Solange Kontaktverbot und behördliche Auflagen uns so einschränken, dass Fußball nicht möglich ist, werden wir uns auf dem Platz nicht begegnen“, bekräftigt der gebürtige Leipziger das Trainingsstopp.

Trotz des folglich weiterhin ausgesetzten Trainingsbetriebs der Lok-Profis soll ab nächster Woche in der Connewitzer Straße wieder der Ball laufen. Mit Hochdruck wird an einem Konzept gearbeitet, damit ab Montag die Jugendmannschaften nach allen Regeln der Hygiene in Kleingruppen wieder auf den Rasen können. „Es wird nicht einfach, das zu koordinieren, da wir insgesamt etwa 200 Spieler haben“, erzählt Jürgen Schwarz, Jugendleiter der Probstheidaer, der auf kleine Gruppen und kürzere Einheiten setzt. Bei der Wiederaufnahme des Betriebs gehe es weniger um den sportlichen als um den sozialen Mehrwert. „Damit die Jungs sich mal wieder sehen können“, hofft Schwarz, dass die Vereinsführung des Viertligisten das Konzept abnickt. Dass generell wieder mehr Sport möglich ist, freut Schwarz sehr: „Es ist ein ganz wichtiger Baustein für den Seelenfrieden unserer Gesellschaft.“