27. April 2020 / 01:09 Uhr

Trotz Kölner Kaufoption: VfL entscheidet über Rexhbecaj-Zukunft

Trotz Kölner Kaufoption: VfL entscheidet über Rexhbecaj-Zukunft

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Elvis Rexhbecaj ist vom VfL an den 1. FC Köln ausgeliehen
Elvis Rexhbecaj ist vom VfL an den 1. FC Köln ausgeliehen © imago images/Eduard Bopp
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Elvix Rexhbecaj wechselte im Winter vom VfL Wolfsburg zum 1. FC Köln. Sein neuer Klub hat eine Kaufoption für Rexhbecaj - und trotzdem entscheiden die Kölner nicht darüber, wie es für das VfL-Eigengewächs in eineinhalb Jahren weitergeht.

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Bevor Corona kam, blühte er beim 1. FC Köln richtig auf: Elvis Rexhbecaj hat den Wechsel im Winter vom VfL Wolfsburg zum 1. FC Köln nie bereut. Die Fans des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten verstanden, dass das Eigengewächs sich mehr Spielpraxis wünscht, und deshalb weg wollte. Gleichwohl wunderten sich viele Anhänger darüber, dass die VfL-Verantwortlichen um Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer bei der Leihe über eineinhalb Jahre den Kölnern für Rexhbecaj eine Kaufoption gewährten. Für 7 Millionen Euro kann der FC den 22-Jährigen kaufen – aber nur, wenn der VfL auch Ja sagt!

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Nach SPORTBUZZER-Informationen entscheidet der VfL, ob die Kölner den Mittelfeldspieler kaufen können – und eben nicht der FC, obwohl der sich eine Kaufoption gesichert hat. Rexhbecaj will über Vertragsinhalte nicht reden, er konzentriert sich auf seine Karriere, er will beim Traditionsklub den nächsten Schritt machen - und ist dabei auf einem guten Weg. Vor allem für die Auftritte bei den Siegen bei Hertha BSC (23. Spieltag, 5:0) und im darauffolgenden Heimspiel gegen Schalke (3:0) hatte er gute Kritiken bekommen. Er hatte in den Partien jeweils einen Treffer vorbereitet.

So läuft beim VfL das Training mit Abstand

Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. Zur Galerie
Koordinationstraining im Kraftraum: John-Anthony Brooks. ©

„Mir geht es gut hier“, sagt Rexhbecaj, der jetzt in Köln zu Hause ist. „Die Jungs hier haben es mir einfach gemacht, in der Mannschaft anzukommen. Und auf dem Platz brauchst du ohnehin keine große Eingewöhnungszeit als Fußballer. Zudem hat mir meine Familie geholfen, sie war fast jedes Wochenende bei mir in Köln“, erzählt Rexhbecaj, der in Wolfsburg zusammen mit seiner Familie unter einem Dach gelebt hatte. In Köln muss er alleine klarkommen. „Am Anfang war es nicht ganz einfach. Wohnung sauber halten und alles, was dazugehört, musste ich plötzlich selbst regeln...“, sagt er schmunzelnd. „Aber man gewöhnt sich an alles. Jetzt passt das.“ Das hängt auch mit seinem Bruder Blendard zusammen. Der ist häufiger zu Besuch und zieht möglicherweise demnächst ebenfalls in die Domstadt.

Der FC war vor der Corona-Pause gut drauf, in der Rückrunde hatte es für den Aufsteiger fünf Siege (unter anderem am 17. Spieltag gegen den VfL) und drei Niederlagen gegeben. Die letzte gab‘s im Geisterspiel bei Borussia Mönchengladbach. Rexhbecaj: „Schön sind diese Spiele nicht. Aber ich spiele lieber vor leeren Rängen als gar nicht. Sonst trainiert man ja für nichts.“


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Ähnlich denken auch seine ehemaligen Kollegen in Wolfsburg, zu vielen hat er noch einen engen Kontakt. „Mit Admir Mehmedi telefoniere ich sehr häufig. Er hat mir immer viel geholfen. Auch mit Josuha Guilavogui habe ich ab und an mal geschrieben. Kevin Mbabu hat mir ebenfalls geschrieben – und natürlich habe ich auch zu vielen jungen Spielern im Klub weiterhin Kontakt“, so Rexhbecaj.

Im Mai 2019 hatte der Linksfuß seinen Vertrag in Wolfsburg vorzeitig bis 2023 verlängert, nachdem er unter Wolfsburgs Ex-Trainer Bruno Labbadia einen steilen Aufstieg beim VfL genommen hatte. Aber bei Labbadia-Nachfolger Oliver Glasner spielte er keine Rolle mehr, deshalb der Wechsel im Winter. Rexhbecaj betont: „Aktuell konzentriere ich mich auf meine Aufgabe hier in Köln. Aber klar: Der VfL hat mir viel gegeben – ich weiß schon, wo ich mich bedanken muss.“ Bei dem Klub, der nach der Leihe entscheidet, wie es für Rexhbecaj sportlich weitergeht.