06. Januar 2021 / 20:47 Uhr

Trotz Führung und gutem Start: Grizzlys Wolfsburg gehen in Bremerhaven mit 2:5 unter

Trotz Führung und gutem Start: Grizzlys Wolfsburg gehen in Bremerhaven mit 2:5 unter

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Der Anfang vom Ende für die Grizzlys Wolfsburg: Bremerhaven hat zum 1:1 ausgeglichen, gewann das Nord-Duell der DEL mit 5:2.
Der Anfang vom Ende für die Grizzlys Wolfsburg: Bremerhaven hat zum 1:1 ausgeglichen, gewann das Nord-Duell der DEL mit 5:2. © imago images/foto2press
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Die Grizzlys können gegen Bremerhaven nicht gewinnen. Nach zwei Niederlagen im Magentasport-Cup setzte es für Wolfsburgs Eishockey-Erstligisten auch im DEL-Duell bei den Fischtown Pinguins mit 2:5 eine Niederlage.

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Zum zweiten Mal in dieser Saison gab es gar keinen Punkt für Wolfsburg. Die Tore von Spencer Machacek und Ryan Button im sechsten DEL-Saisonspiel reichten nicht beim 2:5 (1:1, 1:3, 0:1). Bremerhaven entschied es quasi im Powerplay.

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Bei den Gästen fehlte Mathis Olimb, der am Sonntag in Düsseldorf nach Nasenbeinbruch sein Comeback gegeben hatte. "Eine Vorsichtsmaßnahme", so der Verein. Mit dabei waren dafür Jan Nijenhuis und Steven Raabe, die am Dienstag von der Junioren-WM in Kanada zurückgekehrt waren. Nijenhuis hatte in Kanada Corona und nur eine Partie gemacht. Er durfte ran, Raabe wiederum, in Edmonton in allen fünf Spielen für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis, blieb in Bremerhaven ohne Einsatz.

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"Wir dürfen Bremerhaven nicht das Spiel übernehmen lassen", so Wolfsburgs Mittelstürmer Fabio Pfohl vor dem Eröffnungsbully. Und getreu dieser Devise präsentierte sich das Team von Trainer Pat Cortina auch: Aggressiv im Forecheck, zweikampfstark an der Bande, flink und wach. Eine intensive Partie, in der die Gäste Vorteile und eine gute Chance durch Nijenhuis hatten und dann mit Feingefühl in Führung gingen: Pfohl schlenzte vors Tor - Machacek fälschte ab, verdiente Führung für Wolfsburg. Die Grizzlys diktierten, Bremerhaven kam aus dem Nichts zum Ausgleich: Anders Krogsgaard lupfte in den Verkehr vor dem Tor, traf Landsmann und Ex-Esbjerg-Klub-Kollege Phil Bruggisser am Bein, unhaltbar für Dustin Strahlmeier abgefälscht - 1:1. Die Gäste blieben unbeeindruckt, hatten aber Glück, dass Ross Mauermann bei seinem Solo kurz vor der ersten Pause an Strahlmeier scheiterte.

Bremerhaven dreht das Spiel

"Wir waren schlecht", urteilte Bremerhavens Torschütze Krogsgaard nach 20 Minuten. Und die Bremerhavener wurden besser, bauten Druck auf, trafen im Powerplay durch einen mächtigen Schuss von Jan Urbas. Womit sie auch im fünften Saisonspiel in Überzahl trafen - zum achten Mal. Die Grizzlys hatten kurz danach auch ihr zweites Powerplay, doch sie wurden nicht zwingend, spielten zu drucklos und oft ungenau.

Danach überstanden die Gäste eine weitere Unterzahl-Situation nach Witzstrafe gegen Armin Wurm. Max Görtz und Matti Järvinen hätten aus aussichtsreicher Position etwas machen können, doch ihre Versuche gerieten zu schwach. Bremerhaven hatte aber die Spielkontrolle und schlug im nächsten Powerplay wieder zu. Torschütze Miha Verlic hatte im Slot zu viel Platz, allerdings hatte derweil Ziga Jeglic den Schläger von Wolfsburgs Verteidiger Jeff Likens festgehalten. Das blieb ungeahndet.

Kurz danach sah es defensiv richtig unsortiert aus, Niklas Andersen erhöhte nur 61 Sekunden nach dem 3:1 auf 4:1. Immerhin: Wolfsburg bäumte sich auf, verkürzte noch auf 2:4, ehe es ins letzte Drittel ging. Gerrit Fauser, Kapitän für den weiter verletzten Sebastian Furchner monierte: "Wir haben für kurze Zeit den Spielplan verloren, das reicht, dass es scheppert." Erneut habe man es streckenweise gut gemacht, dann den Faden verloren. Fauser: "Diese Ups and Downs müssen wir abstellen."

Verstärkung für die Abwehr?

Ohne Olimb und Furchner sowie die Verteidiger Dominik Bittner und Janik Möser, allesamt als Stammspieler angedacht, hatten die Grizzlys nicht genug Power, um die Partie im Schlussabschnitt zu drehen. Sie hatten in einem weiteren frühen Powerplay Probleme, überhaupt in Formation zu kommen, danach mühten sich die Gäste weiter. Die Grizzlys versuchten es schon knapp drei Minuten vor Schluss mit einem sechsten Feldspieler und ohne Torwart - im Powerplay hatte eh nichts geklappt, das 2:5 ins leere Tor kam nicht überraschend.

Die Comebacks von Furchner, Bittner und Möser sind noch nicht absehbar, möglicherweise kommt für die Abwehr noch Verstärkung in der kommenden kurzen Pause. Erst am 15. Januar gegen Düsseldorf müssen die Grizzlys wieder ran.

Fazit nach dem ersten Viertel der Nord-Hauptrunde (einmal gegen alle Teams gespielt): Die Grizzlys stehen nicht auf dem als Minimalziel anvisierten vierten Platz, weiterhin haben nicht alle Akteure die notwendige Form, um das zu erreichen.

Statistik

Bremerhaven: Maxwell - Krogsgaard, Dietz; Eminger, Moore; Alber, Stowasser - Verlic, Jeglic, Urbas; Andersen, Friesen, Wahl; Mauermann, Quirk, Uher; Gläser, McMillan, Hilbrich.

Grizzlys: Strahlmeier - Likens, Melchiori; Adam, Button; Bruggisser, Wurm - Machacek, Festerling, Busch; Rech, Fauser, Pfohl; Görtz, Järvinen, Boucher; Olimb, Hungerecker, Nijenhuis.

Schiedsrichter: Iwert/Steingroß. - Strafminuten: Bremerhaven 10, Grizzlys 8.

Tore: 0:1 (8:23) Machacek (Pfohl), 1:1 (16:10) Krogsgaard (McMillan), 2:1 (25:27) Urbas (Dietz/Jeglic - 5:4), 3:1 (34:50) Verlic (Dietz - 5:4), 4:1 (35:51) Andersen (Quirk), 4:2 (38:24) Button (Adam/Boucher), 5:2 (58:29) Uher (McMillan - 5:6/ENG).