14. Oktober 2021 / 16:47 Uhr

Trotz guter Leistungen: VfL-Torfrau Schult sieht sich noch nicht wieder bei 100 Prozent

Trotz guter Leistungen: VfL-Torfrau Schult sieht sich noch nicht wieder bei 100 Prozent

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sieht sich noch nicht wieder bei 100 Prozent: VfL-Torfrau Almuth Schult.
Sieht sich noch nicht wieder bei 100 Prozent: VfL-Torfrau Almuth Schult. © Roland Hermstein/Boris Baschin
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Schulter-OP, Geburt ihrer Zwillinge und zuletzt eine Waden-Verletzung: In den vergangenen zwei Jahren hat Almuth Schult für den Frauenfußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg nicht viele Spiele absolviert. Trotz starker Leistungen zuletzt und ihrer Rückkehr in die Nationalmannschaft sieht sich die 30-Jährige noch nicht wieder bei hundert Prozent.

Vergangene Saison feierte Wolfsburgs Torfrau Almuth Schult nach Schulter-OP und Geburt ihrer Zwillinge nach gut zwei Jahren ihr Comeback im Tor des Fußball-Bundesligisten und avancierte schnell wieder zur Nummer 1 beim Vizemeister. Auch in dieser Spielzeit setzt VfL-Trainer Tommy Stroot auf die unumstrittenen Qualitäten der 30-Jährigen. Nach überstandener Waden-Verletzung unterstrich Schult unter anderem mit zwei gehaltenen Elfmetern in der CL-Quali gegen Bordeaux direkt wieder, wie wichtig sie für den VfL ist. Bei hundert Prozent sieht sie sich aber noch nicht.

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"Ich bin noch nicht wieder auf dem gleichen Level und bei der Selbstverständlichkeit wie vor zwei Jahren, als meine Pause begonnen hat", so die Nationaltorhüterin, aber: "Ich bin auf einem guten Weg, kriege immer mehr Vertrauen in mich selbst und bekomme die körperliche Fitness zurück." Entscheidend sei da auch die Spielpraxis, denn "wenn ich die Spiele zähle, die ich in den letzten zwei Jahren gemacht habe, sind wir jetzt erst zweistellig. Es ist eine verrückte Zeit. Oft habe ich immer noch das Gefühl, dass wir noch in 2019 und 2020 stecken." Für Schult zählt aber vor allem eines: "Wieder mit der Mannschaft zu spielen, ist einfach schön - auch wenn sie sich in den zwei Jahren sehr verändert hat."

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Langjährige Weggefährtinnen wie Lena Goeßling, Zsanett Jakabfi und Lara Dickenmann haben ihre Karrieren im Sommer beendet, Top-Spielerinnen wie Fridolina Rolfö und Ingrid Engen sahen bessere sportliche Perspektiven in Barcelona. "Es ist also schon ein großer Umbruch", weiß Schult. Aber: "Das ist doch das reizvolle an unserer Sportart, dass sich Mannschaften neu bilden und sich ein neuer Charakter entwickelt." Der Prozess sei aber noch nicht abgeschlossen, die Mannschaft sei weiterhin dabei, sich zu finden. Phasenweise, so Schult, "sieht man in den Spielen aber schon, dass es gut klappt. Wenn wir gefestigt sind, können wir noch viel mehr leisten. Ich sehe das Potenzial jeden Tag im Training."

Am Sonntag (13 Uhr) wartet auswärts mit 1899 Hoffenheim der nächste Brocken in der Liga auf die Wolfsburgerinnen, danach sind Länderspiele. Die Keeperin hat da aber nicht frei, sie wurde erstmals seit zwei Jahren wieder für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. "Ich freue mich über die Einladung. Das ist eine Bestätigung für den langen Weg und die Arbeit, die hinter mir liegen", so Schult glücklich. Bei der DFB-Elf muss sich die Torfrau auf einen harten Konkurrenzkampf einstellen - mit Bayerns Laura Benkarth, Chelseas Ann-Katrin Berger und Frankfurts Merle Frohms hat Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg neben Schult die Qual der Wahl. Jeder, so die VfLerin, "sieht die Ausgangssituation. Das wird eine harte Entscheidung für die Europameisterschaft. Aber ich denke, das war es auch schon ohne mich. Es muss nun jeder wieder seine Leistung bringen."

Klar ist aber auch: Die 30-Jährige will nicht zu weit nach vorn schauen. "Was kommt, werden wir sehen. Ich mache mir keinen Stress. Ich habe mir schon immer gesagt, dass ich sehr zufrieden bin mit meiner Karriere." Dementsprechend war die Entscheidung, Kinder zu bekommen, "auch eine sehr bewusste. Ich freue mich, wie es derzeit läuft. Auch wenn es nicht immer einfach ist. Aber das weiß jeder Elternteil, der in Vollzeit arbeitet."