19. Juni 2020 / 08:39 Uhr

Trotz Klassenerhalt: Erzgebirge-Aue-Boss Leonhardt hadert

Trotz Klassenerhalt: Erzgebirge-Aue-Boss Leonhardt hadert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aues Trainer Dirk Schuster (r.) und Präsident Helge Leonhardt.
Aues Trainer Dirk Schuster (r.) und Präsident Helge Leonhardt. © dpa-Zentralbild
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Die Veilchen bleiben zweitklassig. Doch aus der negativen Entwicklung in der Rückrunde will Aues Präsident Helge Leonhardt Konsequenzen ziehen.

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Aue. Keine Feierlaune trotz Klassenerhalt: Dass der FC Erzgebirge Aue nun endgültig auch in der kommenden Saison in der 2. Fußball-Bundesliga spielt, war für Präsident Helge Leonhardt nur bedingt ein Grund zur Freude. „Letztes Jahr haben wir nach dem Sieg in Regensburg mit Sekt auf den Klassenerhalt angestoßen, diesmal gab es nur Wasser. Schade, wir hätten die Rettung gern aus eigener Kraft und ohne fremde Schützenhilfe geschafft“, sagte der 61-Jährige nach der 1:2-Niederlage. Der rechnerisch sichere Klassenverbleib gelang Aue nämlich nur, weil Karlsruhe zeitgleich in Regensburg verlor.

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JETZT Durchklicken: Die Bilder vom 1:2 des FC Erzgebirge Aue gegen Bochum!

Der FC Erzgebirge Aue schleppt sich ins Ziel der 2.Bundesliga: Am Mittwochabend verlor das Team von Dirk Schuster nach einer enttäuschenden Vorstellung gegen den VfL Bochum mit 1:2. Zur Galerie
Der FC Erzgebirge Aue schleppt sich ins Ziel der 2.Bundesliga: Am Mittwochabend verlor das Team von Dirk Schuster nach einer enttäuschenden Vorstellung gegen den VfL Bochum mit 1:2. ©

Trotz der Enttäuschung über die Niederlage ließ es sich Leonhardt nicht nehmen, der Mannschaft und dem Trainerteam nach der Partie am Dienstagabend in der Kabine noch einen kurzen Besuch abzustatten. „Ich habe allen gedankt, dass wir erneut die Klasse gehalten haben und in der kommenden Saison, falls es Dynamo Dresden nicht schafft, als einzige sächsische Mannschaft in der zweiten Fußball-Bundesliga antreten dürfen. Das erfüllt uns mit sehr viel Stolz“, meinte der Präsident.

Mehr Qualität, weniger Quantität

Wenngleich der FC Erzgebirge nun endgültig Planungssicherheit hat, will Leonhardt in Hinblick auf die kommende Saison keine übereilten Entscheidungen treffen. „Wir werden erst Ende Juli wissen, welches Budget uns tatsächlich zur Verfügung steht. Davor macht es keinen Sinn, neue Spieler zu verpflichten oder sich anderweitig festzulegen“, erklärte Leonhardt. Der Unternehmer, der nicht nur Vereinsboss sondern auch Chef-Kaderplaner ist, saß bereits mit seinen Vorstandskollegen und Trainer Schuster zusammen, um über die nächste Spielzeit zu sprechen.

„Ich kann bereits sagen, dass wir bedingt durch die Corona-Krise aus wirtschaftlichen Gründen unseren Kader verkleinern werden. Das heißt aber nicht, dass wir schlechter aufgestellt sein werden“, sagte Leonhardt. Mehr Qualität, dafür aber weniger Quantität - so lautet das Motto der Erzgebirger. „In der Innenverteidigung werden uns mit Marko Mihojevic und Jacob Rasmussen zwei Leihspieler mit hoher Wahrscheinlichkeit verlassen. Da wird der Handlungsbedarf am größten sein. Wir wollen und müssen uns aber auf allen Positionen punktuell noch besser aufstellen“, äußerte der Präsident.


„Ergibt sich Klärungsbedarf“

Obwohl die Auer schon vorgearbeitet und Leistungsträger wie Martin Männel, Malcolm Cacutalua (beide bis 2022), Clemens Fandrich, Philipp Riese, Jan Hochscheidt, Pascal Testroet, Tom Baumgart, Philipp Zulechner oder Dimitrij Nazarov (alle 2023) mit langfristigen Verträgen ausgestattet haben, ist Leonhardt die negative sportliche Entwicklung in der zweiten Saisonhälfte nicht verborgen geblieben.

In der Rückrundentabelle rangieren die „Veilchen“ nur auf dem 15. Platz. „Diese Tendenz ist nach der sehr erfolgreichen Hinrunde keinesfalls erfreulich. Schon daraus ergibt sich Klärungsbedarf“, betonte der Präsident. „Umso härter müssen wir in der Sommerpause arbeiten, um für die kommenden Saison eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen. Das wird schwer, aber wir werden es schaffen.“

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Für die nahe Zukunft hofft der Aue-Boss auf einen erfolgreichen Saisonabschluss. „Ich erwarte, dass sich die Mannschaft gegen Hannover und in Regensburg noch einmal zerreißt. Das ist sie auch unseren Fans schuldig, die in den vergangenen Wochen nicht im Stadion sein durften“, sagte Leonhardt. „Die Anhänger fehlen uns brutal, deshalb haben wir wahrscheinlich auch etwas von unserer Heimstärke eingebüßt.“

Sebastian Wutzler